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Medien Roche in der Kritik
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13:17 07.09.2009
Journalisten-Union kritisiert Roche für „Einladung zum Lügen“. Quelle: ddp
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Wer seine Gesprächspartner „zum Lügen einlädt“, disqualifiziere sich auch als Unterhaltungskünstler, sagte der dju-Vorsitzende Ulrich Janßen.

Journalisten müssten „Wahrheiten ans Licht bringen und nicht das Publikum hinters Licht führen“. Diese Grundsätze gelten aus Janßens Sicht für öffentlich-rechtliche und private Medien. Es sei aber „bitter, wenn so etwas auch noch mit Gebühren finanziert wird“, sagte Janßen dem Blatt.

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Roche hatte vor einer Woche im „Spiegel“ dafür plädiert, „dass ein Gast lieber lügt, damit es unterhaltsam wird, als eine langweilige Wahrheit zu erzählen“.

Helge Haas, der Redaktionsleiter der Radio-Bremen-Talkshow “3 nach 9“, die Roche am 11. September (22.00 Uhr) zum ersten Mal moderiert, stellte in der Zeitung klar: „Wir sagen nicht: Kommt alle zu ’3 nach 9’ und lügt, dass sich die Balken biegen.“ Aber die Gäste dürften übertreiben und ihre Geschichten ausschmücken, um sie spannend zu machen. Er betonte jedoch, dass die Gäste damit rechnen müssten, dass etwaige Selbstinszenierungen „auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft“ würden. Charlotte Roche ist die Nachfolgerin von Amelie Fried, die die Talkshow elf Jahre lang moderiert hatte.

ddp