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Medien Richter weisen Antrag gegen „Erwachsen auf Probe“ zurück
Mehr Welt Medien Richter weisen Antrag gegen „Erwachsen auf Probe“ zurück
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14:07 03.06.2009
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Das Kölner Verwaltungsgericht lehnte wenige Stunden vor dem Sendetermin einen entsprechenden Antrag des Vereins „Familien e.V.“ und eines sechsfachen Vaters ab, der dem Verein angehört. Die Antragsteller wollten erreichen, dass das Kölner Jugendamt die Ausstrahlung einstweilen untersagt, weil die Sendung insbesondere gegen die Menschenwürde verstoße. Dagegen befanden die Richter, dazu könne das Jugendamt nicht verpflichtet werden.

In der Begründung des Gerichts hieß es, das städtische Jugendamt sei unter keinem Gesichtspunkt dazu berufen, in eigener Zuständigkeit die Ausstrahlung der RTL-Serie zu untersagen. Die Zuständigkeiten der Medienaufsicht seien abschließend im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geregelt. Behördlich zuständig für die Beachtung von Belangen des Jugendschutzes und der Menschenwürde im privaten Rundfunk seien demnach allein die Landesmedienanstalten.

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Die Richter hielten es zudem nicht für ersichtlich, in welchen eigenen Rechten die Antragsteller durch die Ausstrahlung der Sendung überhaupt betroffen sind. Die von ihnen angeführten Grundrechte, insbesondere das Grundrecht auf Menschenwürde, seien Abwehrrechte gegenüber dem Staat und begründeten keine Handlungsansprüche gegenüber dem Staat auf ein Einschreiten gegen private Dritte. Gegen den Beschluss des Kölner Gerichts ist Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster möglich.

In der TV-Dokumentation des Kölner Privatsenders üben Teenager vier Tage lang mit fremden Babys den Umgang mit Kleinkindern „auf Probe“. Dazu ziehen vier Teenager-Paare mit Kinderwunsch in ein Haus, um das Leben mit Kleinkindern zu testen. Sie werden dabei von Kameras beobachtet. Umstritten ist die Sendung vor allem, weil nach Auffassung mancher Experten die Trennung der Babys von ihren leiblichen Eltern schädlich sein könnte. Die Eltern können laut RTL ihre Kinder aus einem gegenüberliegendem Haus beobachten und das Experiment jederzeit abbrechen.

afp

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