Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Quizshows sind die ewigen Publikumsrenner - weil sie so schön interaktiv sind
Mehr Welt Medien Quizshows sind die ewigen Publikumsrenner - weil sie so schön interaktiv sind
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:34 22.08.2019
Der optimale Nachbar aus dem Fernsehen: Günther Jauch (rechts) mit "11-Freunde"-Redakteur Benjamin Kuhlhoff in "Wer wird Millionär?".

Als Günther Jauch kurz nach dem Start von „Wer wird Millionär?“ erklären sollte, warum die Sendung so beliebt ist, nannte er unter anderem die „Rückbesinnung auf das Einfache, auf das Klare“, denn optisch sei das statische Format – zwei Leute auf zwei Stühlen – schließlich „Steinzeitfernsehen“. Daran hat sich bis heute ebenso wenig geändert wie am Erfolg der vor knapp zwanzig Jahren gestarteten Show. Seinen eigenen Anteil hat Jauch damals heruntergespielt: Das Konzept sei so gut, „da könnte man auch einen Besenstiel als Moderator hinsetzen.“

Völlig verschwunden war die älteste Form der Rundfunkgeschichte nie

Das ist natürlich maßlos untertrieben; ohne Jauch – der gerade per Forsa-Umfrage zum am meisten gemochten Quizmoderator Deutschlands gewählt wurde – wäre das Format vermutlich längst abgesetzt. Aber auch die Kollegen Alexander Bommes, Kai Pflaume, Jörg Pilawa (alle ARD) und Johannes B. Kerner (ZDF) haben in den letzten Jahren ihren Teil dazu beigetragen, dass das ewig junge Quiz-Genre im deutschen Fernsehen eine Renaissance nach der anderen erlebt.

Völlig verschwunden war die älteste Unterhaltungsform der Rundfunkgeschichte ohnehin nie. Die Grundformen, erläutert der Marburger Medienwissenschaftler Gerd Hallenberger, „sind seit der Erfindung dieser Programmform vor neunzig Jahren fürs amerikanische Radio unverändert: Einer stellt Fragen, andere antworten.“ Die große Stärke des Genres sei seine Anpassungsfähigkeit: „Quiz ist auf der ganzen Welt beliebt, weil es sich mühelos in jeweilige kulturelle Kontexte integrieren lässt. Deshalb gab es Quizsendungen im sozialistischen Fernsehen ebenso wie im Iran der Ajatollahs. Das Basiskonzept ist universell und unkaputtbar.“

Deshalb lassen sich die Formate auch leicht adaptieren. „Wer wird Millionär?“ etwa, für den britischen Privatsender ITV 1 entwickelt, ist in über hundert Länder verkauft worden. Das von Bommes moderierte „Gefragt – gejagt“ stammt ebenfalls aus Großbritannien. „Quizduell“ (ARD) mit Jörg Pilawa basiert auf einer App aus Schweden.

Quizsender Nummer eins in Deutschland ist derzeit die ARD

Quizsender Nummer eins ist derzeit die ARD. In „Gefragt – Gejagt“ (werktags um 18.00 Uhr) tritt ein Kandidatenteam gegen einen Profi-Quizspieler (den Jäger) an. Die Rateshow hat seit 2017, als sie vom NDR Fernsehen ins „Erste“ wechselte, kontinuierlich zugelegt und erreichte zuletzt im Schnitt gut 2,2 Millionen Zuschauer sowie einen Marktanteil von fast 15 Prozent; der Spitzenwert lag bei 17,8 Prozent. Im Vergleich zu früheren Jahren, als die ARD am Vorabend auf keinen grünen Zweig kam, sind das Traumzahlen.

Dritte Erfolgsshow neben "Quizduell" und "Gefragt - gejagt" – die drei Sendungen wechseln sich staffelweise ab – ist „Wer weiß denn so was?“ (seit 2015, mit Kai Pflaume), für den Unterhaltungsexperten Hallenberger „eins der besten in Deutschland entwickelten Formate der letzten zehn Jahre.“ In jeder Folge gibt es zwei Prominenten-Teams aus je zwei Spielern; die Teams werden jeweils von Bernhard Hoëcker und Elton angeführt.

Es stellt sich die Frage, warum Quizsendungen in all’ ihrer Schlichtheit immer noch so beliebt sind. Hallenberger, der dieses Phänomen in diversen wissenschaftlichen Arbeiten analysiert hat, bezeichnet das Genre als „erste und bis heute auch eine relativ einzigartige Form von interaktivem Fernsehen: Auf dem Bildschirm werden Fragen gestellt, und zuhause kann jeder mitraten. Das bringt einem zwar keinen materiellen Gewinn, aber man erfährt sich selbst als kompetent.“ Als weiteren wichtigen Punkt betrachtet der Marburger die Ergebnisspannung. „Ein ‚Tatort’ muss sich an bestimmte Parameter halten. Beim Quiz dagegen weiß man nicht, wie’s ausgeht.“

Die Moderatoren müssen Menschen sein, die man gern als Nachbar hätte

Das rückt diese Programmform in die Nähe von Sportveranstaltungen. Hier wie dort müssen die Moderatoren in der Lage sein, auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren. Interessanterweise haben Sportmoderatoren im Verlauf ihrer Karriere immer auch Quizsendungen moderiert (oder umgekehrt): in grauer Vorzeit Heinz Maegerlein und Robert Lembke, später Wim Thoelke, heute zum Beispiel Jauch, Bommes, Kerner und Matthias Opdenhövel. Beim Quiz ist die Rolle des Moderators laut Hallenberger allerdings wichtiger, denn er diene „als parasoziale Kontaktperson, zu der die Zuschauer eine Art Beziehung aufbauen. Früher sprachen Moderatoren gern davon, ‚Gast im Wohnzimmer’ zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass die Sendungen von Menschen präsentiert werden, die man gern als Nachbarn hätte.“

Diese Nachbarn wären allerdings in erster Linie Männer. Hallenberger verweist zwar auf Ausnahmen wie Sonja Zietlow („Der Schwächste fliegt“, RTL 2001/02), erklärt die Diskrepanz bei der Geschlechterverteilung jedoch mit typischen Rollenklischees, bei denen „Autorität klassisch männlich konnotiert“ sei: der Lehrer, der Professor, der Experte.

Lesen Sie auch: “Für immer Kult”: Neue Runde für Nostalgieshow im WDR

Von Tilmann P. Gangloff/RND

Kurz vor dem Finale wird es noch mal spannend bei der Bachelorette: Drei Kandidaten verlassen die Show - einer davon sogar freiwillig. Die letzten drei Herren fliegen jetzt mit Gerda auf die Seychellen.

22.08.2019

Zur siebten Staffel von “Promi Big Brother” schickte Sat.1 vor zwei Wochen zwölf mehr oder minder prominente Menschen in den TV-Knast. Jetzt sind noch fünf Kandidaten übrig und die kämpfen im Halbfinale gegeneinander.

22.08.2019

Bisher weiß “Köln 50667”-Darstellerin Janine Pink nichts von dem Tod ihres Kollegen Ingo Kantorek. Nun haben die “Promi Big Brother"-Produktion und ihr Management eine Regelung gefunden.

21.08.2019