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Medien „Prince Charming“ Nicolas Puschmann: „Liebe kennt halt kein Geschlecht“
Mehr Welt Medien „Prince Charming“ Nicolas Puschmann: „Liebe kennt halt kein Geschlecht“
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19:57 29.10.2019
Nicolas Puschmann ist der „Prince Charming“.Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet. Quelle: TVNOW

Nicolas Puschmann geht ab Mittwoch bei TV Now in „Prince Charming“ auf die Suche nach der großen Liebe. In acht Folgen buhlen 20 Singlemänner um seine Gunst. Im Interview spricht er über die Teilnahme, sein Outing und Aufklärung.

Herr Puschmann, wie ist man auf Sie als „Prince Charming“ aufmerksam geworden?

Ich wurde in Köln auf der Straße angesprochen. Ich war am Abend mit einem Freund unterwegs. Anscheinend wurde ich zuvor ein bisschen beobachtet. Und dann sprach man mich an, ob ich denn Interesse hätte, an einem Fernsehformat mitzuwirken.

Haben Sie lange überlegt, ob Sie mitmachen oder nicht?

Ich habe des Öfteren gegrübelt, ob das wirklich richtig für mich ist. Die ganze Aufmerksamkeit und Dates vor einer Kamera, das kann ja im ersten Moment schon abschreckend wirken. Ich habe viel mit meiner Familie und meinen besten Freunden gesprochen. Alle waren sehr hilfsbereit, um meine Entscheidung zu treffen.

Ist man mit 28 Jahren nicht noch viel zu jung für die große Liebe?

(lacht) Hat denn die große Liebe zu treffen ein definiertes Alter? Auf dem Land wird ja manchmal schon mit 24 Jahren geheiratet. Da denke ich, ist es okay, mit 28 Jahren sein Leben allmählich planen zu wollen, und das natürlich nicht mehr allein. Im fortgeschrittenen Alter ist es meiner Meinung nach eher schwieriger, die große Liebe zu finden. Man eignet sich mit der Zeit doch viele Eigenschaften an, die schwer wieder aufzubrechen sind.

Ein Hoch auf die Liebe und auf die erste Gay-Dating-Show.

Nicolas Puschmann

Haben Sie auch schon vergleichbare Formate wie „Der Bachelor“ geschaut?

Ich habe tatsächlich noch nicht eine Folge „Bachelor“ geschaut. Warum? Ich weiß es nicht. Ich habe es auch nach der „Prince Charming“-Zusage nicht mehr nachgeholt. Man hätte es natürlich als Vorbereitung nutzen können. Der Vorteil war letzten Endes für mich, dass ich so ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungshaltung an das Format rangehen konnte.

Woran haben Sie spontan als Erstes gedacht, als sie den Namen „Prince Charming“ gehört haben?

Ich habe ganz zuerst an Trash und Kitsch gedacht. Man urteilt als „Unwissender“ ja leider sehr schnell. Ich muss sagen, inzwischen finde ich den Namen super und weiß, welch fantastische Sendung und welche Menschen dahinterstecken. Ein Hoch auf die Liebe und auf die erste Gay-Dating-Show.

Warum ist es Ihrer Meinung nach jetzt Zeit für eine schwule Datingshow?

Eine Frau datet 20 Männer im TV, ein Mann datet 20 Frauen. Wie nun jeder weiß, gibt es nicht nur heterosexuell empfindende Personen auf dieser Welt. Wieso nicht also auch Mann und Mann? Die Sendung „Prince Charming“ zeigt eines ganz genau: Es gibt keinen Unterschied zum „Bachelor“-Pendant. Es sind die gleichen Emotionen, die gleichen Schmetterlinge im Bauch, dasselbe romantische Empfinden, derselbe Streit. Liebe kennt halt kein Geschlecht. Liebe ist Liebe.

Wurden Sie selbst schon mal wegen Ihrer Homosexualität angefeindet?

Nein, ich habe noch absolut keine schlechte Erfahrung machen müssen.

Ab wann wussten Sie, dass Sie auf Männer stehen?

Ich habe mich zum ersten Mal in der fünften Klasse einer Mitschülerin anvertraut. Insofern wusste ich es schon ziemlich früh. Aber was heißt schon wissen, in dem Alter kann man seine Gefühle selber nicht genau definieren und kennt das Schwulsein bewusst ja auch noch nicht wirklich. Und über Homosexualität wurde ich in der Schule leider nicht aufgeklärt. Das muss man alles mit sich selber ausmachen, das ist schon eine sehr prägende Zeit gewesen.

Wie haben Sie Ihre sexuelle Ausrichtung Ihren Eltern mitgeteilt?

An einem Abend hatte ich mich lange mit einer lesbischen Freundin unterhalten und mir ein bisschen Mut angetrunken. Ich war wieder einmal zu spät zu Hause, ich war 15. Meine Mutter hörte mich natürlich, kam aus dem Schlafzimmer. Sie fragte vorwurfsvoll, wie spät es denn sei. Ich antwortete nicht mit der Uhrzeit, stattdessen sagte ich: „Der Typ, mit dem ich immer telefoniere, ist nicht ein Freund, sondern mein Freund, ich bin schwul.“ Meine Mutter hat das ohne zu zögern akzeptiert. Bei meinem Vater dauerte es ein klein wenig länger.

Von Thomas Kielhorn/RND

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