Presserat-Sprecher Protze im Interview über die Lügenpresse und Straftäter
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Medien "Es geht nicht um den Schutz der Täter"
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09:59 11.03.2016
"Gerade die Kölner Vorfälle sind ein Beispiel, dass es Situationen gibt, die sich niemand hätte vorstellen können", sagte Manfred Protze, Sprecher des Presserats. Quelle: Markus Boehm
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Ein Teil der Öffentlichkeit wirft der Presse vor, die Herkunft von Straftätern zu verschweigen. Nun hat der Presserat genau diese Frage diskutiert, aber Berichterstatter waren nicht erwünscht. Nicht einmal einen Live-Stream gab es. Warum?

Unsere Gremiensitzungen sind nie öffentlich. Das dient auch dem Schutz derer, die sich als Opfer jener Berichterstattung sehen, zu der uns Beschwerden vorliegen. Unstrittig ist: Der Presserat muss der Presse Rede und Antwort stehen. In diesem Fall wäre es wohl besser gewesen, wir hätten uns nach der Sitzung in einer Pressekonferenz den Fragen gestellt. Als frischgewählter Sprecher des Presserats werde ich die Anregung aufnehmen.

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Es bleibt dabei, Journalisten müssen weiterhin abwägen, ob die Herkunftsnennung sachlich begründet ist. Kritiker monieren, Ziffer 12.1, die das im Pressekodex regelt, sei zu abstrakt.

Die Pflicht zur Einzelfallabwägung durchzieht den gesamten Pressekodex. Gerade die Kölner Vorfälle sind ein Beispiel, dass es Situationen gibt, die sich niemand hätte vorstellen können. Nichts kann da Journalisten aus der Verantwortung entlassen, selbst nachzudenken, was zu tun ist. Im Übrigen sitzen einige Kritiker einem Missverständnis auf: Es geht in Ziffer 12.1 gerade nicht um den Schutz der Täter. Geschützt werden damit jene, die zufällig mit Straftätern Herkunft oder Religion teilen, sich aber nichts zuschulden kommen lassen.

Die "Rhein-Zeitung" kündigt trotzdem an, sich nicht mehr an Ziffer 12.1 gebunden zu fühlen. Wird es für die Koblenzer Rügen hageln?

Bei Beschwerden, über die wir zu urteilen haben, gilt auch für die "Rhein-Zeitung" das Prinzip der Einzelfallabwägung.

Von Ulrike Simon

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