Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Rezo kritisiert Deutschen Journalisten-Verband - dessen Chef sagt “Sorry”
Mehr Welt Medien Rezo kritisiert Deutschen Journalisten-Verband - dessen Chef sagt “Sorry”
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 21.08.2019
YouTuber Rezo sorgt mit einem neuen Video über die Zeitungsbranche für Diskussionen. Quelle: Henning Kaiser/dpa
Köln

Der Deutsche-Journalistenverband (DJV) hat mit einer Pressemitteilung für Irritationen gesorgt - und für neuen Ärger mit YouTuber Rezo.

Der Verband hatte das neue Video der "Space Frogs", in dem Rezo zu Gast war, in einer Pressemitteilung kommentiert - und diese kurz darauf wieder zurückgezogen. Die YouTuber hatten sich in einem viertelstündigen Video mit der deutschen Zeitungslandschaft auseinandergesetzt und darin unter anderem die "Bild", die "BZ" und die "FAZ" zum Teil heftig kritisiert.

Der DJV kommentierte den Fall am Abend: “Man muss weder die ‘Bild’-Zeitung noch die ‘FAZ’ mögen aber die Journalistinnen und Journalisten aller gedruckten Zeitungen pauschal als dumm und moralisch degeneriert zu diffamieren, grenzt an Hetze”, wird der Vorsitzende Frank Überall zitiert. Es sei “billig”, einerseits die Recherchen von Journalisten für das Anti-CDU-Video zu nutzen, und später “der gesamten Berufsgruppe kollektive Hirnschäden anzudichten.“

Lesen Sie auch: Kommentar: Warum Rezo in seinem neuen Video überreißt

Heftige Kritik auf Twitter

Dem Verband schlug daraufhin massiver Gegenwind auf Twitter entgegen. Nutzer bezeichneten die Pressemitteilung unter anderem als "zum Fremdschämen". Daraufhin zog der Verband die Mitteilung kurzerhand zurück: Innerhalb des Verbandes gebe es unterschiedliche Einschätzungen dazu, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner zur Begründung.

Rezo selbst zeigte sich über die Pressemitteilung nicht sonderlich erfreut: "Kurz Popcorn für alle: Der Journalisten-Verband hat wegen des aktuellen Videos der SpaceFrogs (in dem ich auch vorkomme) eine Pressemitteilung gegen mich rausgehauen. In dieser wirft der Vorsitzende Frank Überall mir ausschließlich Aussagen vor, die ich nie gemacht habe."

Er wisse nicht genau, was er dazu sagen solle. "Bin halt nicht wütend, weil ich ja im Grunde nicht kritisierte wurde sondern eine fiktive Projektion von mir. Aber irgendwie ist das auch merkwürdig, wenn da so ein Quatsch steht."

DJV-Chef sagt "sorry"

DJV-Chef Überall entschuldigte sich am Mittwochmittag auf seinem Twitter-Kanal bei dem YouTuber. Er habe sich mit seiner "zugespitzten Kritik vergaloppiert", so der Vorsitzende. Und: "Sorry". Rezos Medienkritik sei Überall "persönlich in Teilen zu heftig" gewesen. "Grundsätzlich wirfst Du aber auch viele wichtige Fragen auf. Vielleicht unterhalten wir uns darüber mal? Würde mich freuen", twitterte Überall.

Rezo selbst ging auf das Angebot ein: "Schwamm drüber. Ja lass uns das gerne tun!"

"Mit dem Ausmaß der Kritik überrascht"

Gegenüber der dpa hatte Überall am Dienstag gesagt, er halte die pauschale Diffamierung, dass Printmedien von gestern seien, nach wie vor für problematisch. Gerade jungen Leuten bei YouTube mit auf den Weg zu geben, Tageszeitungen seien etwas für Ewiggestrige, finde er traurig. Aber nicht alle im DJV hätten die Kritik Rezos als pauschale Diffamierung wahrgenommen.

DJV-Sprecher Hendrik Zörner sagte der Agentur am Mittwoch, die Pressemitteilung des Verbandes habe "in der Tat Diskussionen ausgelöst". Mit dem Ausmaß der Kritik habe man nicht gerechnet. "Die Reaktionen sind alles andere als nett."

Kritik an Berichterstattung

Auch intern werde das Thema diskutiert, sagte Zörner, nicht zuletzt darüber, welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien. "Dazu gehört, Themen sorgfältiger zu gewichten und sorgfältiger abzuwägen, ob wir uns äußern oder nicht.". Es werde aber nicht die Konsequenz haben, künftig eine größere Gruppe von Menschen in das Verfassen von Pressemitteilungen einzubeziehen.

In dem Video hatten Rezo und Rick von den Spacefrogs aktuelle Zeitungsausgaben durchgeblättert und sich über die Berichterstattung aufgeregt. "Ey, wer liest das, wer kauft das, wer unterstützt das finanziell?", hatte Rezo angesichts einer Schlagzeile über gewaltbereite Flüchtlinge gefragt. Der YouTuber beschwerte sich außerdem über einen unangemeldeten Besuch eines "Bild"-Journalisten sowie über eine Anfrage der "FAZ".

Klarstellung: Nach Hinweisen von Rezo auf Twitter haben wir Stellen im Text korrigiert: Das Video wurde auf dem YouTube-Kanal der "Space Frogs" hochgeladen, nicht auf dem von Rezo. Der YouTuber war Gast in dem Format.

Hier die Konversation zwischen Rezo und der HAZ, die Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland ist:

Von Matthias Schwarzer/RND

Da waren es nur noch sechs: Sylvia Leifheit hat am Dienstagabend das Camp von “Promi Big Brother” verlassen. Damit wird das Rennen um den Sieg immer spannender: Am 23. August ist das Finale.

21.08.2019

Der Tod von Ingo Kantorek erschütterte die Fernsehwelt. Mit seinem Auto prallte der TV-Star auf einem Rastplatz gegen einen Lastwagen. Jetzt steigen die Quoten seiner Serie “Köln 50667”.

21.08.2019

Blättern und wettern: Youtuber und CDU-Kritiker Rezo staunt in einem neuen Video über die Welt des Zeitungsjournalismus. Er geißelt vor allem „Bild“ – und wird gegen Ende richtig zornig: „Journalisten sind teilweise so dumm.“ Sind Printblätter von gestern? Eine Entgegnung von Imre Grimm.

20.08.2019