Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Pocher versucht sich als Showmaster
Mehr Welt Medien Pocher versucht sich als Showmaster
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:19 03.10.2009
„Die Oliver Pocher Show“ soll eine Art Wochenrückblick sein.
„Die Oliver Pocher Show“ soll eine Art Wochenrückblick sein. Quelle: ddp (Archiv)
Anzeige

Harald Schmidt, bis zum Sommer Pochers Kompagnon in der ARD, schwebt am Freitagabend wie ein Geist über dessen Sat.1-Premiere - wozu Pocher fleißig beiträgt.

„Die Oliver Pocher Show“ soll eine Art Wochenrückblick sein. In der Auftaktsendung liefert der Moderator einen mauen Stand-Up-Teil über Pamela Andersons Busen und die Bundestagswahl, die Pocher zu ein paar Polit-Witzchen nötigt, obwohl er Politik eigentlich nicht machen will. In Bezug auf Westerwelle zitiert er die „Bild“-Zeitung: Der Mann an seiner Seite mache ihn stark - „genau wie damals bei Harald Schmidt und mir“.

Seit sich die Protagonisten nach eineinhalb Jahren „Schmidt & Pocher“ trennten, bekriegen sie sich wie hungrige Supermodels. Dabei hat Pocher von Schmidt durchaus gelernt: Die Gestik beim Stand Up, bei der Ankündigung der Gäste. Im Vorfeld hatte Pocher gesagt, er werde das Rad nicht neu erfinden, damit hatte er recht.

Wie schon in seiner Viva-Sendung „Alles Pocher, ... oder was?“ macht der 31-Jährige seinen Vater Gerd zum Teil der Sendung. Gemeinsam besuchen sie die Gala zum Deutschen Fernsehpreis, aber entlarvend sind die Gespräche mit Jeanette Biedermann und „Germany’s Next Topmodel“ Sara Nuru nicht. Schlimmer noch: Sie sind nicht einmal forsch, wie es von Pocher erwartet wird. Im Vorbeigehen outet er einen RTL-Moderator, was dem wohl nicht gefallen haben dürfte. Auch Pochers Besuch auf dem Münchner Oktoberfest, wo er Betrunkene vorführt, ist mäßig amüsant.

Der zweite namhafte Sat.1-Zugang Johannes B. Kerner ist Pochers erster Gast - sendereigene Werbung ist in Deutschland aufgrund begrenzter Starauswahl seit jeher ein größerer Bestandteil von Late-Night-Shows als in den USA. Pocher versucht sich im „Interview“ mit einer Kerner-Parodie, über die nur der Gast lacht, der sich betont lässig zu geben versucht. Kerner wird dann weggeschickt in eine Köllsch-Kneipe auf der anderen Straßenseite. Dort möge er doch eine Schneise schlagen, damit Pocher gleich ungestört mit Shakira im Keller kegeln könne.

Die kolumbianische Sängerin erträgt das anschließende Gespräch mit Anmut. Der Moderator mit seinem begrenzten Englisch findet die 32-Jährige gleich mehrfach „unbelievable“. Als die sagt, sie spreche öffentlich nicht über Sex und Religion, sinkt das Niveau ins Bodenlose: „Let’s have sex in the dome“, entgegnet Pocher und Shakira wirkt peinlich berührt. Als beide in die Kneipe aufbrechen, folgt der nächste Schmidt-Moment, der ARD-Entertainer bindet das Verlassen des Studios seit jeher in seine Shows ein. Als Shakira auf der Kegelbahn mit der Kugel nicht zurechtkommt, weil sie an die Löcher der Bowlingkugel gewöhnt ist, meint Pocher: „Ja, alle brauchen Löcher.“

Ob Pocher Sat.1 mit solch flachen Zoten mehr Erfolg verspricht als die gescheiterten Late-Night-Talker Anke Engelke und Niels Ruf vor ihm? Mit 1,53 Millionen Gesamtzuschauern und einem Marktanteil von sieben Prozent startet er zumindest verhalten. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalten nur 990 000 Zuschauer (10,4 Prozent) ein - auf Dauer zu wenig für einen als Zugpferd des jungen Publikums eingekauften Hoffnungsträger.

ddp

Mehr zum Thema

Oliver Pocher steht seine Premiere als Late-Night-Talker am heutigen Freitag um 22.15 Uhr auf SAT.1 bevor.

Imre Grimm 02.10.2009

Johannes B. Kerner und die kolumbianische Sängerin Shakira sind die ersten Gäste in der neuen Late-Night-Show von Oliver Pocher, die am Freitag (2. Oktober, 22.15 Uhr) von Sat.1 ausgestrahlt wird.

02.10.2009

TV-Moderator Oliver Pocher und Schmuckdesignerin Sandy Meyer-Wölden haben Gerüchte über eine Liebesbeziehung bestätigt.

11.06.2009