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Medien Papst Benedikt sendet Segen per Twitter
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17:36 12.12.2012
Rom

Nach der Generalaudienz im Vatikan meldete sich Benedikt XVI. am Vormittag mit exakt 140 Zeichen in englischer Sprache. „Von Herzen segne ich euch", schrieb er dann wenige Minuten später auch noch auf Deutsch.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und die evangelische Kirche hießen das katholische Kirchenoberhaupt willkommen. In den Stunden nach seinen ersten Tweets stieg die Aufmerksamkeit für die acht päpstlichen Profile beim Kurznachrichtendienst - der Papst zwitschert unter anderem auf Englisch, Deutsch und Arabisch. Bis zum Nachmittag abonnierten rund 1,2 Millionen Nutzer die Nachrichten, etwa 22.000 davon jene in der deutschen Ausführung.

Die erste Nachricht kann zugleich der Auftakt zu einem kleinen digitalen Wettlauf der religiösen Führer sein. In diesem muss der Papst aber noch aufholen: Dem Dalai Lama folgen bereits mehr als 5,7 Millionen Buddhisten und andere Interessierte. Den orthodoxen Patriarchen Bartholomäus steckt der Papst jedoch locker in die Tasche: Dem Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel folgen nur rund 5.400.

Papst will auf Fragen der Gläubigen antworten

Der Vatikan selbst ist schon länger bei Twitter aktiv. Auf dem neuen Profil will er seine Worte nach Angaben des Staatssekretariats selbst formulieren und so vor allem junge Menschen mit kirchlichen Themen erreichen. Nutzer sollen ihm per Botschaft an @pontifex mit dem Stichwort #AskPontifex auch Fragen stellen oder ihn um Rat fragen können.

Mehrere Hundert Millionen Nutzer haben nach Angaben des Unternehmens ein Twitter-Profil. Sie können Nachrichten mit höchstens 140 Zeichen schreiben - das ist weniger als in einer SMS.

Zahlreiche Gläubige bedankten sich bereits auf dem digitalen Wege und schrieben dem Papst Nachrichten wie: „Wir werden dich immer in unsere Gebete einschließen." Andere stellten Forderungen wie etwa, künftig verheiratete Männer und Frauen zum Priesteramt zuzulassen.

Lob für die Öffnung in die digitale Welt kam auch von den Oberen der katholischen Kirche in Deutschland. Der Chef der Bischofskonferenz, Zollitsch, ließ über seinen Sprecher mitteilen: „Wir freuen uns alle, dass es jetzt mit der medialen Aufmerksamkeit möglich ist, noch besser auf die christliche Botschaft hinzuweisen." Es sei die Aufgabe der Kirche, das Evangelium zu verkünden. Über die sozialen Kanäle im Netz, wie Twitter und Facebook, könne eine „interessante Zielgruppe" aus gut gebildeten und meist jungen Menschen erreicht werden, meinte Zollitsch, der selber ein Smartphone besitzt und über das Profil der Erzdiözese Freiburg Kurzbotschaften verbreitet.

Auch die evangelische Kirche schickt einen digitalen Gruß

Die evangelische Kirche begrüßte den Papst ebenfalls: „Auch von uns ein herzliches Willkommen auf Twitter", schrieb die Redaktion des Portals evangelisch.de, das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den Landeskirchen getragen wird. Die frühere politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, die sich zum jüdischen Glauben bekennt, fragte: "Wenn der @pontifex seine Twitter-Freunde segnet, bin ich dann jetzt auch gesegnet?" In Anspielung auf die Debatten ums Urheberrecht in ihrer Partei fügte sie an: "Kann man den Segen retweeten? Ist Segen frei kopierbar?" Retweeten meint das Weiterverbreiten einer Kurzbotschaft an die Abonnenten der eigenen Nachrichten, die Follower genannt werden.

dapd

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