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Medien „Papa hat keinen Plan“: Immer dieser blaue Himmel
Mehr Welt Medien „Papa hat keinen Plan“: Immer dieser blaue Himmel
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17:33 11.04.2019
Lassen kein Italien-Klischee aus: Jan (Lucas Gregorowicz) und seine Tochter Mia (Bianca Nawrath) im Urlaub. Quelle: Foto: Daniela Incoronato/ARD
Köln

Eigentlich ahnt man schon nach fünf Minuten, wie die Geschichte ausgeht. Doch dann kommt am Schluss tatsächlich alles ganz anders. Und diese unerwartete Wendung hebt den Film „Papa hat keinen Plan“ ab von vergleichbaren Familienkomödien, die die ARD mit beharrlicher Vorliebe am Freitagabend zeigt.

Verantwortlich dafür ist keinesfalls die Vorlage, der 2012 erschienene Roman von Edgar Rai mit dem Titel „Wenn nicht, dann jetzt“. Mit ihr sind nämlich der Regisseur Matthias Steurer und der Drehbuchautor Marek Helsner sehr frei umgegangen. Auch das überrascht zwar ein wenig, da Rai ja ein ausgewiesener Experte für heitere Stoffe ist und zusammen mit Hans Rath die wirklich lustige Krimireihe „Bullenbrüder“ verfasst, dennoch hat genau diese Veränderung der Vorlage dem Film tatsächlich gutgetan.

Denn die Hauptsache ist, dass der Film funktioniert und unterhält. Und das tut er tatsächlich über weite Strecken. Zudem präsentiert er mit der jungen Schauspielerin Bianca Nawrath, die zuletzt in Til Schweigers „Klassentreffen“ in einer Nebenrolle zu sehen war, ein unverbrauchtes, frisches Fernsehgesicht. Mia ist der eigentliche Star in dieser Komödie, der den Ton angibt und dem Vater Jan sagt, wo es langgeht im Leben. Gespielt wird der Herr Papa von Lucas Gregorowicz, der in dieser Rolle den sympathischen Tollpatsch gibt.

Papa geht den Problemen gemütlich einfach aus dem Weg

Vor 13 Jahren hat Jan die Mutter (Clelia Sarto) von Mia verlassen und sich in dieser ganzen Zeit kaum um seine mittlerweile 16-jährige Tochter gekümmert. Und als gerade einmal wieder seine Welt zusammenzubrechen droht – der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür seiner Firma, die alte Klaviere restauriert, und seine aktuelle Freundin will gegen seinen Willen mit ihm eine Familie gründen –, taucht nun plötzlich Mia bei ihm auf.

Sie will bei ihm einziehen, weil ihre Mutter den fürchterlich trockenen Juristen Einar (Tim Bergmann) heiraten möchte. Und der Gedanke, dann auch noch mit den beiden von Berlin nach Karlsruhe umzuziehen, ist für eine schwer pubertierende Jugendliche wie sie wahrlich unerträglich.

Zwar hat der hoffnungslose Chaot Jan auch in diesem Fall keinen Plan, aber eine Idee. Da er ein kostbares Klavier nach Italien transportieren muss, nimmt er kurzerhand Mia mit auf die Reise. Ein Trip, der natürlich komödiengerecht ziemlich chaotisch verläuft. Aber am Ziel ist dann alles sofort „Bella Italia“. Der Golf von Neapel ist also wunderschön, schön ist auch der ewig blaue Himmel. Auch die liebenswerten Bewohner sind irgendwie schön, obwohl die jungen Männer alle unter Hormonstau leiden. Kurzum: Der Film lässt wahrlich kein Italien-Klischee aus. Und das Land, in dem die Zitronen blühen, ist in der ARD am Freitagabend sowieso das beliebteste Reiseland. Die südliche Sonne stimmt halt versöhnlich, der rote Wein heiter und löst selbst heftigste Beziehungskrisen in Wohlgefallen auf. Genau das geschieht auch hier, aber – wie gesagt – anders, als man denkt.

„Papa hat keinen Plan“ setzt bewusst einen anderen Schwerpunkt

Im Mittelpunkt der familiären Konfliktbewältigung steht im Unterschied zur Buchvorlage nämlich die gestörte Beziehung zwischen Vater und Tochter. Zwar taucht auch Jans Geschiedene samt ihrem trockenen Juristen auf. Und tatsächlich ist immer noch ein Rest Liebe zwischen den ehemaligen Ehepartnern im Spiel.

Aber der Film setzt bewusst einen anderen Schwerpunkt, und das macht ihn für Freunde leichter Fernsehkost sehenswert. Allerdings stört ein wenig der aufgesetzte Jugendsprech von Mia den Spaß. Diese Sprache soll ihr wohl Coolness verleihen, wirkt aber nur wie auswendig gelernt. Doch immerhin eins bleibt nach 90 Minuten hängen: Da die Tochter ihren Vater gern als Honk beschimpft, also als Idiot und Volltrottel, lernt der Zuschauer von Jan, dass Honk auch die Abkürzung für Helfer ohne nennenswerte Kenntnisse ist. Das steht zwar so auch bei Wikipedia, aber so hat man an einem unterhaltsamen Freitagabend auch wieder etwas gelernt.

Von Ernst Corinth/RND

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