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Medien Neuer Billigcomputer für Kinder geplant
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19:15 02.06.2010
Nicht mehr als 100 Dollar soll der Tablet-PC „XO 3.0“ von OLPC kosten. Quelle: Handout
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Das Ziel ist dabei das gleiche wie bei dem XO-Laptop der Organisation: Der Rechner soll nicht mehr als 100 Dollar (knapp 80 Euro) kosten. Beim XO-Laptop von OLPC konnte das Ziel von hundert Dollar nie erreicht werden.
Das neue Vorhaben, der XO 3.0 genannte Tablet-Computer, scheint realistischer. Er soll auf einem Gerät des Chip-Herstellers Marvell basieren, dem Moby, von dem ein Prototyp bereits angekündigt wurde. Und er soll um die 99 Dollar kosten. Marvell plant, das Gerät großflächig an Schulen und auch in Gesundheitseinrichtungen zu vermarkten. „Wir wollen, dass der Preis sinkt, und dafür ist Menge entscheidend“, erklärte Negroponte. Für einen so großen Kundenkreis sei der XO-Laptop, den OLPC an Regierungen und Organisationen in Ländern wie Afghanistan und Uruguay verkaufte, nie gedacht gewesen, erklärte Negroponte. Der Rechner kostete schließlich knapp 200 Dollar (160 Euro), nicht zuletzt wegen der vielen beweglichen Teile. Zudem musste für Schüler, die nicht mit dem lateinischen Alphabet arbeiten, die Tastatur angepasst werden. Trotzdem wurden bislang rund zwei Millionen Geräte abgesetzt.

Der Tablet-PC von Marvell soll nach Angaben des Unternehmens mindestens eine integrierte Videokamera bekommen und über einen WLAN-Internetzugang verfügen. Zudem soll er – wie das iPad von Apple – über ein Multi-Touch-Display bedient werden und Videos in HD-Qualität abspielen können. Abweichend vom Konzept des iPads soll der Tablet-Computer von Marvell Steckvorrichtungen für Zusatzgeräte wie eine Maus oder eine Tastatur haben. Der XO 3.0 werde wahrscheinlich zunächst mit dem Google-Betriebssystem Android oder einem ähnlichen System arbeiten, sagte Negroponte. Später könnten als Betriebssystem Linux-Versionen folgen.
Seine Organisation habe zwar mit Microsoft zusammengearbeitet, um den XO-Laptop mit Windows kompatibel zu machen, der Tablet-PC werde aber nicht mit Windows laufen, sagte Negroponte. Windows 7 benötige zu viel Speicherplatz und eine zu hohe Rechenleistung.

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Nach wie vor sind nicht alle vom Projekt One Laptop Per Child überzeugt. Kritiker hinterfragen nicht nur die Möglichkeit, einen Hundert-Dollar-Computer herzustellen. Manche sehen auch keinen Sinn in einem Computer in Ländern, die nicht einmal über eine Basisinfrastruktur verfügen. Für den XO 3.0 ist Negroponte zuversichtlich: Er will den Computer im Januar 2011 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorstellen.

ap

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