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Medien Der Moment, in dem eine Serie süchtig macht
Mehr Welt Medien Der Moment, in dem eine Serie süchtig macht
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00:16 02.10.2015
Foto: Vier US-Erfolgsserien: The Walking Dead (von links oben im Uhrzeigersinn), Breaking Bad, House of Cards und das Set von Pretty Little Liars.
Vier US-Erfolgsserien: The Walking Dead (von links oben im Uhrzeigersinn), Breaking Bad, House of Cards und das Set von Pretty Little Liars. Quelle: Frank Ockenfels 3/Sony Pictures/dpa
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Hannover

Dexter musste dreimal töten, ehe er das Publikum vor den Bildschirm bannte. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie im Auftrag des Streamingportals Netflix, die anhand von 25 Serien untersucht, in welcher Episode Zuschauer zu Fans werden. Bei Dexter, der schlechte Menschen tötet, ist Folge drei die fesselnde. Darin erinnert er sich im Rückblick an seinen ersten Mord, ein Erlebnis, das offensichtlich auch den Zuschauer nicht kalt lässt.

Bei „Orange Is the New Black“ passiert es in Folge drei als "Crazy Eyes" einen Kuchen in Pipers Gesicht wirft. Ab da konnte niemand mehr wegsehen. Und bei „Breaking Bad“ war es schon der zweite Auftritt von Walter White, der die Zuschauer anfixte. Nach diesen Schlüsselfolgen schauten 70 Prozent der Zuschauer auch den Rest der ersten Staffel, so definiert es die Studie. „Wie ein Roman hat jede Serie ihren eigenen Rhythmus und einen klar identifizierbaren Wendepunkt in der ersten Staffel, ab dem die Zuschauer in die Handlung hineingezogen werden“, kommentiert Netflix den Befund.

Die Ergebnisse der Netflix-Studie: Deutsche Zuschauer sehen die meisten Serien genauso gerne wie alle anderen Serienfans. Nur bei Sense 8, Suits und The Killing brauchten sie einige Folgen mehr, um der Spannung zu verfallen. Quelle: Netflix

Bei manchen Serien dauert er etwas länger: Bei der Robin-Hood-Serie „Arrow“ ist es erst die Folge acht, bei der die Zuschauer anbeißen. Darin begegnet der Protagonist seiner Herzensdame Helena. Auch bei „How I Met your Mother“ dauert es bis Folge acht, bis zu jenem Moment als Lily in die Wohnung von Marshall und Ted einzieht.

Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen, denn Netflix verfolgt mit der Studie ein klares Ziel: Das Unternehmen will so belegen, dass Streamingportale dem Sehverhalten der Zuschauern entgegenkommen. Doch auch jenseits davon liefert die Studie interessante Erkenntnisse darüber, wann es beim Zuschauer klick macht. Und das ist unabhängig davon, ob er sich die Serie im traditionellen Fernsehen oder via Streaming ansieht.

Ab Folge eins faszinierte übrigens keine der untersuchten Serien.

Nina May

29.09.2015
28.09.2015