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Medien Mit dem Kreuzfahrtschiff auf Klassenfahrt: Schule erhält Hassmails
Mehr Welt Medien Mit dem Kreuzfahrtschiff auf Klassenfahrt: Schule erhält Hassmails
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17:18 19.09.2019
Mit der „Aida Bella“ geht eine Schülergruppe auf Klassenfahrt. Quelle: obs
Frankfurt

Diese Nachricht hat in den sozialen Netzwerken für Diskussionen gesorgt: Eine Schulklasse geht mit einem Aida-Kreuzfahrtschiff auf Klassenfahrt – und das mitten in einer großen Debatte um den Klimaschutz. Über den Fall hatte zunächst der Hessische Rundfunk (HR) berichtet, auch das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) griff das Thema auf.

Jetzt meldet sich die Schulleitung der Carl-Schurz-Schule aus Frankfurt zu Wort – und kritisiert unter anderem die Berichterstattung der Medien. „Während Thomas Koschwitz auf HR 1 Kreuzfahrten verlost, polemisiert die ‚Hessenschau‘ am 16. September gegen angeblich unverantwortliche Schüler, die sich für eine Fahrt mit der ‚Aida Bella‘ nach Oslo und Kopenhagen entschieden haben“, heißt es in dem Statement, aus dem das Onlineportal „watson“ zitiert.

„Wir fühlen uns reingelegt“

Der Beitrag sei reißerisch und „ein Beispiel für schlechten Journalismus, den ein öffentlich-rechtlicher Sender nicht verantworten sollte“, so Schulleiter Hans-Ulrich Wyneken. In Wirklichkeit handele es sich um „eine Schulfahrt, die dem Ideal der CO₂-Neutralität von allen Schulfahrten am nächsten kommt“. Man habe nicht damit gerechnet, dass die Abschlussfahrt auf so ein negatives Echo stoßen würde, sagt Wyneken gegenüber dem Portal.

Der Direktor berichtet auch von hasserfüllten E-Mails, die seit dem Beitrag bei der Schule eingehen. „Uns wird gewünscht, dass ein Tiefflieger auf das Gebäude stürzen solle“, so Wyneken. An die Schüler würden diesen Nachrichten aber nicht weitergegeben.

Die Schüler selbst hätten keine Lust mehr, mit der Presse zu reden, berichtet der Schulleiter. „Sie fühlen sich vom HR reingelegt.“

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CO₂-Ausgleich bei Atmosfair

Die Klassenfahrt sei derweil bereits gebucht und solle wie geplant stattfinden. Über den CO₂-Ausstoß habe man sich bereits im Vorfeld Gedanken gemacht, ist dem Statement zu entnehmen. Für den voraussichtlichen CO₂-Ausstoß habe man Umweltzertifikate bei Atmosfair gekauft – eine Organisation, die für jedes Kilogramm CO₂ eine Spende an Klimaprojekte weitergibt. Zudem würden die Schüler mit einem Umweltoffizier an Bord ein ausführliches Gespräch führen. All das habe der HR in seinem Bericht weggelassen.

Der Sender selbst kann mit der Kritik der Schule wenig anfangen. Von einem CO₂-Ausgleich habe die Schule weder in Recherchegesprächen noch im Interview gesprochen, teilt der Sender dem Magazin „watson“ mit. Bei dem Beitrag habe es sich außerdem um eine Glosse gehandelt und er sei dementsprechend anmoderiert worden.

Nicht die erste Kreuzfahrt

Schulleiter Wyneken hatte bereits kurz nach Bekanntwerden des Falls mit Unverständnis auf die Berichterstattung reagiert. Er sprach von einer „symbolischen Attacke“ und „emotionalen Reaktion“ auf ein aufgeladenes Thema. Studienleiter Michael Winn sagte, Schüler und Lehrer fühlten sich „instrumentalisiert“.

Über Umweltfragen hätten die Schüler der beiden Leistungskurse Mathematik und Physik im Vorfeld intensiv diskutiert. Sie hätten die Kreuzfahrt selbst vorgeschlagen. Denn neu ist die Idee nicht: Bereits vor zwei Jahren war ein Mathematik-Leistungskurs auf der gleichen Kreuzfahrt, wie Schulleiter Wyneken sagte. „Damals hat das nur niemanden interessiert.“

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RND/msc/dpa

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