Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Microsofts Suchmaschine Bing ist nicht Google
Mehr Welt Medien Microsofts Suchmaschine Bing ist nicht Google
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 04.10.2011

Microsoft hat Anfang der Woche eine neue Suchmaschine gestartet: „Bing“ ersetzt unter der Adresse www.bing.de künftig die bisherige Suchmaschine von Microsoft, die unter der Bezeichnung „Live“ firmierte, aber wenig erfolgreich war.

Bing ist ein direkter Angriff auf den Branchenprimus Google. Google dominiert derzeit den Suchmaschinenmarkt mit rund 90 Prozent Nutzeranteil. Ursprünglich hatte Bing am Mittwoch starten sollen, wurde dann jedoch bereits am Montag freigeschaltet. Der Grund ist vermutlich, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer vorzeitig über die Pläne berichtet hatte und sich weltweit die Medien auf die Nachricht stürzten, ohne Bing allerdings konkret testen zu können.

Zunächst überzeugend an Bing ist das frische Design der Seite: Täglich aufs Neue hinterlegt die Suchmaschine ihr simples Eingabefeld mit einem postkartentauglichen Hintergrundbild. Ansonsten ähnelt die Seite sehr stark der Suchenfunktion von Google: Einzelne Suchen lassen sich starten in den Kategorien Web, Bilder, Videos, Shopping (Einkaufen), News (Nachrichten) und Maps (Karten). Fast wortwörtlich entsprechen diese Kategorien denen von Google - Microsoft gibt sich keine besondere Mühe, zu verbergen, dass es Google Marktanteile abknappsen möchte.

Kaufentscheidungen, Reise, Gesundheit und lokale Unternehmen sollen über Bing bereits besonders gut recherchierbar sein, wirbt Microsoft. In der Praxis ist Bing in Sachen Kaufentscheidungen und Produktsuche mit der Seite Ciao.de verbunden, hat also ganz offensichtlich die wesentlichen Informationen dafür zugekauft. Was bei den Testsuchen besonders auffällt: Die Ergebnisse sind bislang weitgehend frei von Werbung - und auch den berüchtigten „Google-Spam“, also werbende „falsche“ Treffer unter den Fundstellen, gibt es hier noch nicht. Die Spammer hatten bislang eben noch keine Gelegenheit, ihre Botschaften und werbenden Seiten für Bing zu optimieren.

Erste Reaktionen aus der Internet-Welt fallen dennoch ernüchternd aus. „Bing ist nicht Google“ heißt es da als Wortspiel, denn die Anfangsbuchstaben der Worte in diesem Satz bilden den Namen der neuen Suchmaschine. Die Relevanz von Treffern ist bei Bing nicht immer auf Anhieb ersichtlich und die Sortierung auch manchmal nicht gelungen. So ergab beispielsweise eine Suche nach „Absturz Air France“ im Web-Bereich von Bing anfangs einen Link zu einer Forumsseite von www.flugzeug-absturz.de, die knapp über den Absturz der Concorde aus dem Jahr 2000 berichtete. Im „News“-Bereich von Bing war immerhin ein aktueller Artikel vom Microsoft-eigenen Dienst MSN an erster Stelle verlinkt. Die vergleichende Suche bei Google war dagegen wesentlich aktueller und leitete zudem zu den journalistischen Leitmedien.

Immerhin ebenbürtig mit Google ist Bing bei der Suche nach Kartenausschnitten. Google kennt auf Grund älterer Suchen sogar den eigenen Standort und verlinkt deshalb bei einer simplen Suche nach „Eiscafé Venezia“ tatsächlich zum nächstgelegenen, während Bing zunächst eine deutschlandweite Suche startet und die ersten Ergebnisse dann alphabetisch sortiert. Ergänzt man „Hannover“ als Suchbegriff, finden Google wie Bing richtigerweise die Eisdiele am Steintor - wenngleich Bing den Standort nur ungenau in die Karte einträgt. Dafür glänzt Bing mit einer Kleinigkeit, die Google nicht im Browser bietet: eine 3-D-Sicht auf die Karte. Dabei handelt es sich um durchaus hilfreiche Fotos, die offenbar von Satelliten aufgenommen wurden. Für die Orientierung ist das eine brauchbare Hilfe.

Kenner haben bei den ersten Tests von bing.de festgestellt, dass der Fortschritt gegenüber der früheren „Live“-Suche von Microsoft zwar erkennbar, aber nicht bahnbrechend ist. Eine direkte Vergleichsmöglichkeit der Qualität der jeweils angezeigten Treffer zeigt die privat programmierte Seite www.blackdog.ie/google-bing/search.php - dort kann man eine Suche starten, Google und Bing erscheinen in einem Teilbereich des Fensters darunter und zeigen separat ihre Treffer an.

Die deutsche Version unter bing.de unterscheidet sich leider in der Qualität deutlich von der US-Version unter bing.com - über die „Einstellungen“ kann der Nutzer aber durchaus auf die US-Version oder andere Sprachen umschalten. Dann kann Bing eine seiner Stärken ausspielen: die Suche nach Bildern und Videos. Gelungen erscheint beispielsweise die Lösung, bei fortschreitendem Scrollen auf der Seite neue Treffer automatisch nachzuladen. Ebenso werden beim Überfahren über einzelne verkleinerte Voransichten der Bilder die großen Versionen automatisch nachgeladen. Und schließlich lassen sich gefundene Videos im Suchfenster von Bing starten. Das kann Google noch nicht.

Wenngleich also die deutsche Suche von Bing gegenüber der US-Version durchaus noch Potenzial hat, so ist diese doch an der einen oder anderen Stelle, insbesondere bei den „Gimmicks“ der Trefferseiten, dem großen Konkurrenten Google ebenbürtig. Nur dass die Qualität der Trefferlisten bei Bing auf Dauer noch besser werden müsste, ahnt auch Microsoft: Bing sei lediglich „ein wichtiger erster Schritt in unserem langfristigen Bemühen, Innovationen für die Internet-Suche zu liefern“, sagte Microsoft-Chef Ballmer.

Rein optisch hat Bing gegenüber Google einen Punkt gemacht - durch ein täglich wechselndes Postkartenmotiv. Doch was beim Suchmaschinenwettbewerb zählt, ist die Qualität der Treffer.

msc

Die neue Microsoft-Suchmaschine Bing ist nach Einschätzung eines Computerexperten eine ernst zu nehmende Konkurrenz für Marktführer Google. "Bing wirft ein paar neue und sehr interessante Funktionen auf den Markt", meint Jo Bager vom Computermagazin "c't".

03.06.2009

Unmittelbar vor dem Start der umstrittenen RTL-Serie „Erwachsen auf Probe“ am Mittwochabend ist ein familienpolitischer Verein mit dem Versuch gescheitert, die Ausstrahlung gerichtlich zu verhindern.

03.06.2009

RTL macht sich an seinem eigenen Erfolgsgaranten zu schaffen: Am Mittwoch (3. Juni) beginnen in Köln die Dreharbeiten zu der 90-minütigen Parodie „C.I.S. - Chaoten im Sondereinsatz“. Die Hauptrolle des Rechtsmediziners Lukas Maler übernimmt Pop-Sänger Sasha.

02.06.2009