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Medien "Max Payne 3" überzeugt im neuen Setting
Mehr Welt Medien "Max Payne 3" überzeugt im neuen Setting
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17:04 16.06.2012
Kaum wiederzuerkennen: Max Payne im dritten Teil der Actionspielreihe. Quelle: Rockstar Games
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Hannover

Als im Jahr 2009 die ersten Bilder des Actionspiels „Max Payne 3“ erschienen, waren viele Fans geschockt. Der Anti-Held Max Payne kämpft sich mit Glatze, Muskelshirt und Bierbauch durch das sonnige Brasilien? Das passte doch gar nicht zu den ersten beiden Teilen der Serie, die im Film-noir-Stil im verschneiten New York spielten. Dort startete der Polizist Max Payne mit Bürstenhaarschnitt und Anzug seinen Rachefeldzug, nachdem seine Frau und seine Tochter von Junkies ermordet worden waren. Die ersten beiden Teile der Serie wurden zu Action-Klassikern, was neben der komplexen Hintergrundgeschichte und der düsteren Atmosphäre vor allem an der Inszenierung lag. Die Story wurde in exzellent vertonten Monologen und Comic-Strips vorangetrieben, und in den Kämpfen konnte Max Payne in die so genannte „Bullet Time“ wechseln – eine Zeitlupenfunktion, die die Schusswechsel vereinfachte und spektakulär – und brutal – in Szene setzte.

Die Bullet Time und eine komplexe Hintergrundgeschichte gibt es auch in „Max Payne 3“. Neben dem Szenario hat sich aber auch die Inszenierung der Zwischensequenzen geändert, die nicht in Comic-Form, sondern cineastisch dargestellt werden. Von anderen Genrevertretern heben sich die Szenen durch Farbfilter, geteilte Bildschirme und die Einblendung von Stichwörtern der Dialoge ab.

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Max Payne ist nach den Geschehnissen aus den Vorgängern dem Alkohol verfallen und will im dritten Teil einen Neustart beginnen. Dazu heuert er als Bodyguard einer wohlhabenden und einflussreichen Familie in Sao Paulo an. Die grundlegende Geschichte scheint simpel: Die Ehefrau seines Arbeitgebers wird entführt, und Max Payne muss sie retten. Der Fokus liegt jedoch auf der Entwicklung des Protagonisten, was „Max Payne 3“ fast schon zu einer Charakterstudie werden lässt. Besonders die stark geschriebenen Monologe, die erneut von James McCaffrey gesprochen wurden, tragen zur Authentizität bei.

Doch in „Max Payne 3“ wird natürlich auch wieder viel gekämpft. Aus der Third-Person-Perspektive guckt der Spieler dem Protagonisten über die Schulter, steuert ihn durch lineare Levelabschnitte und bekämpft die Gegner. Neben der Bullet Time kann Max Payne auch während spektakulärer Sprünge in Zeitlupe kämpfen. Außerdem kann er sich hinter bestimmten Gegenständen in der Levelarchitektur in Deckung begeben oder sein virtuelles Ableben in letzter Sekunde verhindern, wenn er seinen Widersacher erschießt.

Die Kampfsequenzen sind oft spektakulär inszeniert. So springt Payne mit seinen Gegnern durch Scheiben, feuert auf seine Feinde, während er auf einem Tablettwagen einen Gang entlangrollt oder sich mit einer Seilbahn über einen Abgrund schwingt. Visiert er den letzten Gegner im Bereich an, folgt die Kamera der Kugel in den virtuellen Körper. Nicht nur dabei zeigt sich die Brutalität im Spiel: Wegen der technisch sehr guten Grafik wirken die Treffer samt Blutfontänen beängstigend realistisch – „Max Payne 3“ ist nichts für zarte Gemüter und hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten.

Wer nach der etwa zwölf Stunden langen Kampagne noch nicht genug von „Max Payne 3“ hat, kann das Spiel auf einem höheren Schwierigkeitsgrad angehen oder im Multiplayermodus gegen andere Spieler antreten. Neben den bekannten Deathmatch-Modi sind dabei besonders die Gang Wars interessant. Darin werden die Spieler in zwei Teams aufgeteilt und müssen auf der Handlung basierende Aufgaben erledigen, die während des Spielverlaufs variiert werden – etwa bestimmte Punkte auf der Karte erobern und verteidigen, Bomben platzieren oder einen zufällig gewählten Mitspieler beschützen.

„Max Payne“-Fans müssen sich keine Sorgen machen: Auch der dritte Teil erschafft trotz des neuen Settings die bekannte düstere Atmosphäre, und Max‘ Charakter wird authentisch weiterentwickelt. Damit ist „Max Payne 3“ ein Titel, der spielerisch und inhaltlich überzeugt.

„Max Payne 3“ gibt es für die Xbox 360, die PlayStation 3 und den PC. Es ist ab 18 Jahren freigegeben und kostet etwa 50 Euro. 

jhf