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Medien Lustige Auftritte in der „Sendung mit dem Elefanten“
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17:47 14.03.2010
Von Heike Manssen
Anke Engelke
Anke Engelke Quelle: Handout
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Ganz beiläufig isst Anke eine Banane. Sie stopft sie in den Mund und sabbelt einfach weiter. Reden mit vollem Mund – das geht aber nicht. Bei Anke Engelke schon. Sie ist zwar erwachsen, benimmt sich aber nicht so. Andere Szene: Anke zeigt den Zuschauern, wie man richtig popelt. Das hat sie auf der „Popel-Uniservität“ gelernt – insbesondere die Fünf-Finger-Popelei sieht interessant aus.

Bei allem Quatsch, den die Komödiantin veranstaltet, biedert sie sich dennoch nie den jungen Zuschauern an. Ihre Improvisations-Comedy gehört auch diesmal zu den Highlights in der neuen Staffel der „Sendung mit dem Elefanten“. Mit viel Sinn für Unsinn spielt sie in ihren zwei-bis dreiminütigen Auftritten schräge Alltagssituationen nach. Alles scheint sehr spontan, so als habe man vorher nicht einmal über den Auftritt geredet. Anke lebt in ihrer eigenen Welt. Im Zimmer hat sie Möbel, die Pflanze, ihren Goldfisch Schuppi oder ihr Telefon einfach an die Wand gepinselt. Der selbst gemalte Schrank beherbergt den Untermieter Dennis Moschitto. Als er eines Tages einzieht, wundert sich Anke kaum und fordert die Kinder vor dem Bildschirm auf, doch einmal selbst nachzuschauen, wer in ihrem Schrank so wohnt. Die direkte Ansprache an die Vorschulkinder ist es, was ankommt. Und dass sie ankommt, ist jetzt sogar wissenschaftlich belegt. In einer Studie hat das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen zusammen mit dem Westdeutschen Rundfunk untersucht, wie der teilweise anarchistische, zumindest chaotische Humor auf Fernsehanfänger wirkt. Kindergartenkinder wurden beim Schauen gefilmt und in Einzelinterviews befragt, was sie davon halten.

Am meisten lachten die Kinder über den Bildwitz: Slapstick, Grimassen, übertriebene Mimik und Gestik oder einfach über komische Auftritte. Zum Beispiel, wenn Dennis plötzlich mit Ankes Pullovern auf dem Kopf aus dem Schrank steigt und so tut, als sei das völlig normal. Kinder mögen es, so die Macher der Studie, wenn Erwachsene Dinge tun, die sie öffentlich nicht machen. Die Stärke des Formats liegt auch daran, dass Engelke die Kinder so anspricht, dass diese tatsächlich in Kommunikation mit ihr treten. So sagt die fünfjährige Ilvy in der Befragung: „Die beim Fernsehen können einen nicht hören, nur die vom Elefanten, die können das.“

Die „Sendung mit dem Elefanten“ ist der Ableger der „Sendung mit der Maus“. Die neuesten Folgen gibt es ab 22. März montags bis freitags von 7.35 Uhr bis 8 Uhr. Weiteres unter www.wdrmaus.de/elefantenseite.

Imre Grimm 14.03.2010
13.03.2010