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19:17 23.05.2012
Linux - die Softtware mit dem Pinguin. Quelle: Archivfoto: dpa
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Berlin

Mit einer Tanzperformance der besonderen Art ist der LinuxTag am Mittwoch in Berlin gestartet: Fünf kleine Linux-Roboter zeigten eine ausgefallene Choreographie. Umrahmt von einem umfangreichen Konferenzprogramm stellen bis zum Samstag zahlreiche Softwareunternehmen ihre Produkte rund um das freie Betriebssystem vor. Insgesamt 80 freie Softwareprojekte und rund 40 kommerzielle Anwendungen sind in den Messehallen unter dem Funkturm zu sehen, wie Ulrich Nierhoff von der Berliner Messe sagte.

Die 58 Zentimeter hohen und fünf Kilo schweren Roboter stammen von der französischen Firma Aldebaran Robotics. Die Choreographie ist auf der Basis von Linux programmiert. Nach Angaben des Unternehmens sind die gelenkigen Roboter mit dem Namen Nao vor allem in der Forschung und im Bildungsbereich rund um die Welt im Einsatz. Sie können demnach sehen, hören, sprechen und kommunizieren. Die Rechenleistung liefert ein Atom-Prozessor von Intel.

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Den LinuxTag will das Unternehmen nutzen, um möglichst viele Entwickler zu begeistern. Aldebaran und der Nao seien noch viel zu wenig bekannt, sagte Akim Boukhelif, Entwickler bei Aldebaran. „Wir suchen Entwickler, die den Nao weiterentwickeln und für ganz neue Einsatzgebiete fit machen.“ Seit dem Start im vergangenen Jahr haben sich 160 Entwickler aus 25 Ländern zusammengetan und arbeiten derzeit in über 400 Anwendungs-Projekten. Neuerdings können Programmierer den Nao H25 inklusive des Zugangs zur Community und der nötigen Software-Werkzeuge für einen Spendenbeitrag von 3600 Euro erwerben.

Schwerpunkte setzt der LinuxTag in diesem Jahr auf Bildung und Schulen. Auch in der Verwaltung nimmt Linux einen weiter wachsenden Stellenwert ein, sagte Andreas Statzkowski, Staatssekretär für Inneres und Sport in Berlin. In der Berliner Stadtverwaltung habe OpenSource-Software einen Anteil von 16 Prozent. Für den effizienten und ökonomisch sinnvollen Einsatz sei aber ein gleichberechtigtes Neben- und Miteinander von freier und kommerzieller Software nötig.

Als Vertreter proprietärer Softwarelösungen ist auf dem LinuxTag auch Microsoft mit dabei. Das Unternehmen, das mit dem Verkauf von Software traditionell sein Geld verdient, hat seine Strategie längst angepasst. „Microsoft investiert seit Jahren erheblich in OpenSource-Projekte und Lösungen“, sagte James Utzschneider, Manager von Microsoft, der dpa.

Anders als noch vor rund zehn Jahren gehe es heute nicht mehr um proprietäre versus offene Software. „Das ist heute überhaupt kein Thema mehr.“ Die Kunden würden erwarten, dass Systeme aus beiden Welten zusammenarbeiten. Und Nutzer würden sich in vielen Bereichen für Qualität und deshalb für Microsoft-Produkte entscheiden, sagte Utzschneider. Von der Strategiewende profitiere vor allem der Kunde.

Während Berlin auf eine flexible IT-Infrastruktur in der Verwaltung setzt, hatte sich vor rund zehn Jahren die Stadt München für den kompletten Umstieg von Microsoft auf Linux auf den Arbeitsplätzen der Stadtverwaltung entschieden. „Wir hatten es damals sogar in die „USA Today“ gebracht, das hat noch kein Stadtrat zuvor geschafft“, sagte Peter Hofmann, „LiMux“-Projektleiter der Stadt München. Linux sei das Mittel gewesen, um mehr Offenheit und Unabhängigkeit von Herstellern zu erreichen. Inzwischen seien 10.200 der rund 15.000 PC-Arbeitsplätze mit der Linux-Desktop-Lösung „LiMux“ bestückt. „Linux auf dem Desktop ist bereits business-tauglich.“

Auch die Stadtverwaltung im bayrischen Treuchtlingen hat auf OpenSource-Software und Linux gesetzt. Die Infrastruktur ist bereits seit neun Jahren im Betrieb, sagte IT-Leiter Heinz-Markus Gräsing. Nach drei Jahren habe sich der Umstieg bereits amortisiert. „Wir müssen auf offene Standards setzen“, betonte Gräsing. „Wir produzieren eine Menge an Dokumenten, die 30 Jahre lang aufgehoben werden müssen. Wenn man da auf ein Programm setzt, das nach sieben bis zehn Jahren vom Markt geht, dann ist die Kuh gemolken.“

dpa

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