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Medien Letzte Klappe für Matula
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09:35 09.08.2012
Letzter Einsatz für Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner, links) und Dr. Markus Lessing (Paul Frielinghaus) in der ZDF-Kultserie „Ein Fall für zwei“. Quelle: dpa
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Frankfurt

Die typischen Rufe eines Filmdrehs hallen über die Industriebrache: „Achtung Aufnahme!“, „Ton läuft!“ . Zwei Männer gehen mit suchendem Blick über den bröckelnden Betonboden. Ein smarter Junger im Anzug, der nicht recht in die Ödnis passt, und ein kleiner, altersloser Typ – blond, braun gebrannt, Polohemd, Jeans und schwarze Lederjacke.

Nichts deutet darauf hin, dass hier am Stadtrand von Wiesbaden ein Stück deutscher Fernsehgeschichte geschrieben wird: Claus Theo Gärtner (69), der Kleine in der Lederjacke, spielt zum letzten Mal den Privatdetektiv Josef Matula in der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“. Heut fällt die letzte Klappe, im Frühjahr 2013 soll dann die 300. Folge „Letzte Worte“ ausgestrahlt werden – eine Ära geht zu Ende. Eine Fortsetzung der Serie ohne ihren Hauptdarsteller ist für den Sender undenkbar.

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Wie viele schwarze Lederjacken hat Matula seit 1981 verschlissen? „Zwanzig, dreißig“, schätzt Gärtner in einer Drehpause – für ihn gleichbedeutend mit Zigarettenpause. Mit 300 Folgen hat der unkonventionelle Detektiv längst den bisherigen Rekordhalter des deutschen TV-Krimis, Horst Tappert als „Derrick“, abgelöst. „Kein Mensch hätte gedacht, dass es so lange dauert“, sagt Gärtner.

Das Erfolgsrezept von „Ein Fall für zwei“ trägt seit Jahrzehnten: Ein Frankfurter Anwalt, der sich bei schwierigen Fällen nicht selbst die Finger schmutzig machen darf, lässt seinen Kumpel Matula ermitteln. Der Draufgänger arbeitet am Rande der Legalität, kassiert gelegentlich Prügel, findet aber den Täter. Bei „Ein Fall für zwei“ stehe ausnahmeweise kein Polizeiermittler im Mittelpunkt, sagt Gärtner. Ein weiterer Unterschied des Freitagabend-Krimis: „Es wird nicht so viel geballert. Auch die Jüngsten dürfen schon zugucken.“

Matulas Gegenpart ist über die Jahre von Günter Strack, Rainer Hunold und Mathias Herrmann gespielt worden. So lange wie der aktuelle Partner Paul Frielinghaus als Anwalt Dr. Lessing war keiner dabei: zwölfeinhalb Jahre oder 118 Folgen. Im Bewusstsein des Publikums sei er trotzdem der Neue geblieben, meint der 52-jährige Frielinghaus.

In „Letzte Worte“ wird Anwalt Lessing entführt und gerät unter Mordverdacht – mehr will das ZDF nicht verraten. In dem abgewrackten Betonteilewerk erkunden die ungleichen Kumpel, wo der Jurist gefangen war. Eine Mini-szene: Sie befragen Kinder, die in der Nähe Fahrrad fahren.

Immer wieder stoppt Komparsin Lilly zentimentergenau vor Frielinghaus und Gärtner. Die Schauspieler wiederholen die Szene, bis sie selbst und Regisseur Peter Stauch zufrieden sind. „Jetzt musste ich aber so lachen“, sagt Gärtner, oder: „Nun bin ich drei Meter hinter dir hergelaufen.“
Die gemeinsame Arbeit mache Spaß, sagt Frielinghaus. „Wir sind beide überhaupt nicht nachtragend.“ Gärtner werde nur ungeduldig, wenn etwas zu lange dauere. Mit über 30 Wochen Dreharbeiten im Jahr war „Ein Fall für zwei“ ihr Vollzeitjob. Für Gärtner sind nach Angaben der

Produktionsfirma Odeon über die Jahre etwa 4000 Drehtage zusammengekommen. Den Ausstieg aus der Serie haben die Darsteller selbst bestimmt. Frielinghaus freut sich darauf, auch wieder andere Rollen zu spielen. Gärtner scheidet „ein bisschen wehmütig“, wie er sagt. „Aber das mischt sich natürlich mit der Freude über das, was ich demnächst tun werde.“ Der frühere Hobbyrennfahrer hat den Lkw-Führerschein gemacht. Mit seiner Frau Sarah will er in einem Expeditionsmobil die Transamericana befahren „von Chile über Mittelamerika bis nach Alaska“. Dann will sich Claus Theo Gärtner auf der Theaterbühne zurückmelden – seiner Heimat vor Matulas Zeiten. 

 dpa

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