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Medien Lena startet auf Platz 16 ins Grand-Prix-Finale
Mehr Welt Medien Lena startet auf Platz 16 ins Grand-Prix-Finale
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21:55 15.03.2011
Beim Grand-Prix-Finale im Mai wird Lena ihren neuen Song „Taken By A Stranger“ präsentieren. Quelle: dpa
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Die Auslosung der Startplätze für den Eurovision Song Contest (ESC) hat jedes Jahr etwas von einem Treffen von Küchenpsychologen. Es wird wild spekuliert, welcher Startplatz welche Wirkung auf die Zuschauer haben könnte. Man bemüht Gesetze der Stochastik und drückt Daumen für Glückszahlen, die am Ende auch keine der großen Fragen des Liederwettstreits beantworten: Sind die Zuschauer bei den ersten Liedern schon geistig aufnahmefähig? Sind sie zur Halbzeit von den sicherlich folkloristischen Stampftechnohits aus dem Osten Europas nicht schon genervt genug? Und sind sie bei all dem Singsang und Gehopse von futuristischen Tänzern in Ganzkörperanzügen bei der Abstimmung vor der Glotze – viel schlimmer: vor ihren Telefonen – nicht längst eingeschlafen?

Insgesamt sind am Dienstag 43 Delegationsleiter der Teilnehmerländer nach Düsseldorf gereist, um der Auslosung beizuwohnen. Sie testeten schon einmal den roten Teppich vor dem Rathaus, sammelten CDs und Pressemappen der Konkurrenz ein und lernten Bürgermeister Dirk Elbers bei Mattjes und Blutwurst kennen. Sie begrüßten auch die spätere ESC-Moderatorin Judith Rakers und meldeten Pyrotechnik, Windmaschinen und auftretende Tänzer für die Shows im Mai an. Und wenn man schon mal da war, gaben sie bei der Auslosung der Startplätze für die beiden Halbfinales tiefe Einblicke in ihre Ländernumerologie, denn fünf Länder konnten durch eine sogenannte Wildcard ihre Startnummer selbst bestimmen.

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So wählte Polen Startplatz eins im ersten Halbfinale, weil sich die Sängerin Magdalena Tul auch im polnischen Vorentscheid mit dieser Nummer durchsetzte. Kann man nachvollziehen. Die Griechen wählten den letzten Startplatz im Halbfinale – weil die letzten Plätze die besten wären. Ansichtssache. Die Slowakei suchte sich Startnummer fünf aus, weil die fünf eine romantische Nummer sei. Aha. Und die Spanier – die sich wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien als größte Geldgeber der Show direkt für das Finale qualifizierten – wählten Startnummer 22 – ganz einfach, weil Lena mit der Platzierung im vergangenen Jahr gewonnen hatte. „Das ist unsere Nummer“, protestierte Losfee und „Unser Song für Deutschland“-Moderatorin Sabine Heinrich vergebens.

Lena wird im Finale mit ihrem Song „Taken By A Stranger“ mit der Startnummer 16 auftreten. Sie ist bei insgesamt 25 Finalteilnehmern also im hinteren Starterfeld dran.

ESC-Experten sprachen daher von erneutem Losglück, da die deutsche Delegation im vergangenen Jahr auch eine Wildcard bekam. „Die Startnummer ist ganz in Ordnung“, sagte zum Beispiel ESC-Experte Irving Wolther. Lena trete erst in der zweiten, explizit besseren Hälfte auf. „Viele schalten dann erst ein, weil sie vorher einen anderen Sender geschaut haben oder unterwegs waren“, sagte Wolther. „Zudem können die Zuschauer dann schon besser mit anderen Beiträgen vergleichen.“ Auch ESC-Blogger Jan Feddersen favorisierte einen späten Startplatz. Nun käme es nur noch auf das Umfeld an, in dem Lena auftritt.

Dieses Umfeld wird dabei nicht esoterisch vorhergesagt, sondern knallhart ermittelt. Das erste Semifinale mit 19 Nationen zeigt PRO7 am 10. Mai um 21 Uhr. Das zweite wird am 12. Mai um 21 Uhr im Ersten übertragen. Dann kann auch das Fernsehpublikum in Deutschland abstimmen. Das große Finale wird am Sonnabend, 14. Mai, ab 21 Uhr in der ARD gezeigt.

Jan Sedelies

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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