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Medien Journalisten sind häufiger in Lebensgefahr
Mehr Welt Medien Journalisten sind häufiger in Lebensgefahr
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13:22 02.05.2012
Pakistanische Journalisten protestieren gegen die Behinderung ihrer Arbeit . Quelle: dpa (Archivfoto)
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Wien

Die Arbeit von Journalisten weltweit wird immer lebensgefährlicher: Das Jahr 2012 könnte für Reporter das tödlichste Jahr seit 15 Jahren werden. Davor warnte das Internationale Presseinstitut (IPI) in Wien zum Welttag der Pressefreiheit an diesem Donnerstag. Bis zum 30. April registrierte das Institut bereits 43 getötete Journalisten weltweit. Syrien sei derzeit das gefährlichste Land. Allein in den ersten drei Monaten wurden laut IPI dort elf Berichterstatter getötet, darunter auch ausländische.

Am 3. Mai wirbt das IPI in einer weltweit angelegten Kampagne für den Schutz der Pressefreiheit. Viele Zeitungen veröffentlichen kostenlos eine großflächige Anzeige, darunter Blätter aus Argentinien, Australien, Indien, Liberia, Namibia, Polen, Serbien, Südafrika, Taiwan, der Türkei und den USA, so das Institut. Auch Zeitungen aus Deutschland und der Schweiz seien dabei. Vor 15 Jahren hatte das IPI in Wien seine Aufzeichnungen begonnen.

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Nach Angaben des Instituts war 2011 mit 102 getöteten Journalisten das Jahr mit der zweithöchsten Opferzahl. Die meisten Journalisten verloren 2009 bei ihrem beruflichen Einsatz das Leben. Von den damals 110 Toten starben allein 32 Reporter bei einem Angriff auf einen Wahlkampfkonvoi auf den Philippinen.

Besonders viele Opfer gebe es auch unter investigativen Journalisten in Mexiko. Selbst in Ländern, in denen Pressefreiheit herrsche, würden Journalisten ermordet, oft in Zusammenhang mit Recherchen zu organisiertem Verbrechen und Korruption. Dies geschehe meist durch Auftragskiller oder korrupte Polizisten, hieß es vom IPI.

Der Chefredakteur der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr warf der Regierung in Teheran vor, die Pressefreiheit zunehmend zu beschneiden. „Der freie Informationsfluss wird Tag für Tag mehr eingeschränkt“, kritisierte Resa Mokadessi. Ein Beispiel sei die jüngste Anordnung des Kulturministeriums, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur Fars. Danach müssen Nachrichtenagenturen künftig ihre Quellen stets offenlegen und dürfen nicht länger anonyme Beamte als Informationsgeber nennen. Es sei manchmal unverzichtbar, die Quellen nicht preiszugeben, betonte Mokadessi.

Auch die deutschen Zeitungsverleger wiesen auf die Bedeutung der Quellen für journalistische Berichterstattung hin. Die geplante Vorratsdatenspeicherung treffe den investigativen Journalismus im Kern, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Der Plan, alle Telefon- und Internetverbindungen für sechs Monate zu speichern, könnte die auf Vertrauen basierende Beziehung zwischen Journalisten und ihren Informanten empfindlich stören, sagte Heinen. Wichtige Quellen könnten versiegen.

„Die Liste der Länder ohne oder mit nur eingeschränkter Pressefreiheit ist lang. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen Staaten, in denen – wie in Deutschland – dieses Recht im Grundgesetz verankert ist, Presse- und Meinungsfreiheit auch wirklich leben“, sagte Heinen.

dpa

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