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16:48 16.11.2015
Die 22-jährige Isobel Bowdery hat den Terroranschlag auf das "Bataclan" überlebt. Quelle: Facebook/Isobel Bowdery
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Berlin

Ein weißes Top, am linken Rand etwas blutverschmiert. Dieses fast harmlos wirkende Foto ist im Internet zu einem Symbol der Attentate in Paris geworden. Es ist das Oberteil von Isobel Bowdery, die das Massaker im Musikclub "Bataclan" überlebt hat. "Du hättest Dir niemals vorstellen können, dass so etwas Dir passiert", schreibt sie auf Facebook unter das Bild. Einfühlsam und eindringlich beschreibt die 22-Jährige das Unbegreifliche – und rührt Millionen von Menschen.

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Es sei eine glückliche Atmosphäre gewesen. "Jeder hat getanzt und gelacht." Dann die Schüsse. "Naiverweise dachten wir, es sei alles Teil der Show." Dutzende seien direkt vor ihr umgebracht worden. Über eine Stunde habe sie sich tot gestellt, den Atem angehalten.

Im Blut von fremden Menschen

"Die Bilder dieser Männer, die uns wie Aasgeier umkreisten, werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen", schreibt Bowdery, die an der Universität im südafrikanischen Kapstadt studiert hat. "Als ich im Blut von Fremden lag und darauf wartete, dass eine Kugel meine gerade 22 Jahre beendet, stellte ich mir jedes Gesicht vor, das ich jemals geliebt habe."

Ihr Post richte sich an die Opfer, "die nicht das Glück hatten" am nächsten Morgen aufzuwachen und an deren Angehörige. Nichts werde den Schmerz stillen. "Aber ich verspreche, ihre letzten Gedanken galten nicht den Tieren, die all das verursacht haben."

Glaube an das Gute im Menschen

Bowery selbst habe sich an die Höhepunkte des Lebens erinnert. "Hoffend, dass die, die ich liebe, wissen, wie sehr. Hoffend, dass, egal, was mit mir passierte, sie nicht den Glauben in das Gute im Menschen verlieren." Als Überlebende wolle sie die Helden ins Licht rücken. Fremde, die ihr geholfen haben, die ihr beigestanden haben. Das Paar, dessen letzte Liebeserklärung sie an das Gute glauben ließ.

Allein in den ersten 24 Stunden wurde ihr Eintrag mehr als zwei Millionen Mal geliked, etwa von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Obwohl Bowdery durch die Hölle ging, findet sich keine Rache in ihren Worten. Es ist ein Appell der Liebe und für eine bessere Welt. In jener Nacht habe sich das Leben vieler für immer verändert. "Und es liegt an uns bessere Menschen zu sein."

dpa

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