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11:09 03.10.2021
Intensivpfleger Ricardo Lange sprach vor einigen Monaten bei Markus Lanz über die psychische Belastung seines Arbeitsalltages zwischen Corona-Pandemie und Pflegenotstand.
Intensivpfleger Ricardo Lange sprach vor einigen Monaten bei Markus Lanz über die psychische Belastung seines Arbeitsalltages zwischen Corona-Pandemie und Pflegenotstand. Quelle: ZDF
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Als Intensivpfleger arbeitet er für das Gesundheitswesen – und prangert die dort herrschenden Missstände öffentlich an. Ricardo Lange aus Brandenburg hat während der Corona-Pandemie immer wieder von seinem herausfordernden Alltag berichtet und damit viele Menschen erreicht. Im April nahm er an der Seite von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an einer Bundespressekonferenz teil, kurz darauf fand er im ZDF-Talk bei „Markus Lanz“ deutliche Worte. Laut eigener Aussage habe seine konsequente Kritik nun aber Folgen: Wie Lange am Samstag bei Twitter mitteilt, dürfe er in einer Klinik, für die er seit drei Jahren tätig ist, nicht mehr arbeiten. Grund dafür sei sein Einsatz für die Pflege, der „zu medienwirksam“ sei.

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In einem Tweet schreibt Lange: „Bisher haben sich die negativen Auswirkungen meiner Bemühungen für eine bessere Patientenversorgung auf Beleidigungen beschränkt. Nun darf ich in einer Klinik nicht mehr arbeiten, weil ich mich zu medienwirksam für die Pflege einsetze. Ich bin enttäuscht!“

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, sei Lange mitgeteilt worden, dass all seine Dienste storniert worden seien. Auf Nachfrage des Pflegers soll ihm seine mediale Präsenz als Ursache genannt worden sein.

Den Namen der Privatklinik wolle Lange laut „Tagesspiegel“ nicht preisgeben: „Ich finde, das gehört sich nicht. Ich will fair bleiben und glaube an Moral“, sagt er gegenüber dem Nachrichtenportal. Enttäuscht sei er trotzdem, wie er auch bei Twitter schreibt. Laut Bericht habe der Pfleger jedoch keine rechtliche Handhabe. Er sei über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt, erklärt er in den Kommentaren unter seinem Tweet. Die entsprechende Klinik kann also frei entscheiden, welche Dienstleistungen durch Pflegepersonal sie bucht – und welche nicht.

Unter dem Tweet des Pflegers finden sich zahlreiche Kommentare. Knapp 24 Stunden nach Veröffentlichung des Beitrags bei Twitter wurde dieser knapp 19.000 mal gelikt.

RND/liz

Der Artikel "Intensivpfleger Ricardo Lange soll nicht mehr in Klinik arbeiten dürfen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.