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Medien Instagram will mit Nutzerfotos Kasse machen
Mehr Welt Medien Instagram will mit Nutzerfotos Kasse machen
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10:56 19.12.2012
Instagram will künftig Bilder, die Nutzer bei dem Fotodienst veröffentlichen, zu Werbezwecken verkaufen – ohne dass diese dafür etwas bekommen. Quelle: dpa
Berlin

Der Fotodienst Instagram umfasst mehrere Millionen Fotos, allesamt aufgenommen und hochgeladen von Nutzern des Dienstes. Bislang konnten diese auch frei darüber bestimmten, was mit ihren Bildern passiert. Doch das soll sich zum 16. Januar ändern. Dann treten nämlich die neuen Nutzungsbedingungen von Istagram in Kraft – und von diesem Datum an will der Fotodienst mit den Inhalten und Daten seiner Nutzer abkassieren. In den neuen Nutzungsbedingungen räumt sich Instagram ausdrücklich das Recht ein, Daten seiner Nutzer künftig an Facebook und andere Unternehmen weiterzugeben. Facebook hatte Instagram im September 2012 übernommen. 

Declan McCullagh, Redakteur beim renommierten Online-Portal cnet, sieht mit den neuen Nutzungsbedingungen einen dramatischen Wandel einhergehen. Der neue Instagram-Besitzer Facebook beanspruche damit das uneingeschränkte Recht, alle öffentlichen Fotos auch zu Werbezwecken an Unternehmen oder andere Organisationen  weiterzugeben. „Damit würde die Website zur größten Fotoagentur weltweit.“ Und wohl auch zu der mit der schlechtesten Bezahlung für die Fotografen, denn die sollen für ihre Fotos nichts erhalten. Wörtlich heißt es dazu in den neuen Instagram-Nutzungsbedingungen unter dem Punkt „Rights“: „To help us deliver interesting paid or sponsored content or promotions, you agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you.“ Zu deutsch etwa: „Um uns zu helfen, interessante, bezahlte Inhalte oder Aktionen zu liefern, stimmen Sie hiermit zu, dass Unternehmen oder sonstige Organisationen uns dafür bezahlen dürfen, Ihren Nutzernamen, Ihr Porträt und Ihre Fotos (mitsamt allen zugehörigen Metadaten) und/oder Ihre Aktivitäten in Verbindung mit bezahlten oder gesponserten Inhalten oder Aktionen zu veröffentlichen, ohne dass Sie dafür ein Entgelt erhalten.“

Die Daten, die künftig an Facebook  weitergeben werden sollen, umfassen aber nicht nur die Fotos der Nutzer. Auch weitere Informationen – zum Beispiel über den Standort des Nutzers und dessen öffentlichen Aktivitäten auf Instagram – sollen künftig an das Onlinenetzwerk durchgereicht werden.

Facebook-Nutzern dürfte diese Aktion vertraut vorkommen: Vor gut drei Jahren hatte das Unternehmen bereits versucht, den Nutzern des sozialen Netzwerks ähnliche Regeln aufzuzwingen. Damals verlangte Facebook das Recht, jegliche hochgeladenen Inhalte zu Werbezwecken zu verwenden. Die Nutzer rebellierten – und Facebook verzichtete letztlich auf diese Neuerung.

Auch bei Instagram wollen die Nutzer die Änderung nicht ohne Weiteres hinnehmen. Bei Twitter mehren sich die kritischen Stimmen, zahlreiche Nutzer kündigen ihren Ausstieg beim Fotodienst an.  Das ist auch die einzige Möglichkeit, den neuen Nutzungsbedingungen zu entgehen, denn eine Möglichkeit, diesen zu widersprechen, gibt es nicht. Wer Instagram nach dem 16. Januar noch nutzt, erklärt damit automatisch seine Zustimmung zu den neuen Regeln.

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