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Medien Insolvenz der „Frankfurter Rundschau“ schockt Mitarbeiter und Branche
Mehr Welt Medien Insolvenz der „Frankfurter Rundschau“ schockt Mitarbeiter und Branche
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22:54 13.11.2012
Der traditionsreichen linksliberalen Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ droht das Ende. Der Verlag stellte am Dienstag Insolvenzantrag. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Unerwartet kommt es nicht, aber ein Schock ist es trotzdem. Die „Frankfurter Rundschau“ stellt Insolvenzantrag. Geschockt sind nicht nur die 487 Mitarbeiter und die 118 000 Abonnenten. Der Schreck fährt auch der Zeitungsbranche in die Glieder, die um ihr Geschäftsmodell kämpft und aus deren Mitte nun einer der traditionsreichsten Titel zu verschwinden droht. Denn die „FR“ war eine Institution, aus der alten Bundesrepublik ebenso wenig wegzudenken wie das Bonner Regierungsviertel oder der Postminister.

Wobei die „Frankfurter Rundschau“ zugleich ein Gegenpol war, der den anderen Institutionen Dampf machte: Kritisch, intellektuell, eine Stimme des linksliberalen Bürgertums. In der Medienliga spielte sie auf Ballhöhe mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der „Süddeutschen Zeitung“, der „Welt“, der „taz“. Und nun könnte sie untergehen? Ist sie nur das erste prominente Opfer der Zeitungskrise in Deutschland, dem noch andere folgen könnten? Oder ist das drohende Ende die Folge einer „FR“-Krise, die kein Menetekel für alle ist?

Die Betroffenheit ist jedenfalls greifbar an diesem Schwarzen Dienstag, dem vorläufigen Schlusspunkt nach so vielen Tiefs und neuen Hoffnungen in den vergangenen zehn Jahren. „Die Mitarbeiter sind geschockt, sprachlos, enttäuscht, wütend“, sagte Geschäftsführer Karlheinz Kroke, der seiner Belegschaft die Insolvenz verkündete. „Die Stimmung bei uns geht von Trauer bis Wut“, sagte auch der Betriebsratsvorsitzende Marcel Bathis und fügte hinzu: „Für manche ist es aber auch eine Erlösung, weil man jetzt weiß, was ist.“

Einer meldete sich nicht öffentlich zu Wort - der Verleger Alfred Neven DuMont (85), dessen Verlag M. DuMont Schauberg MDS seit 2006 die Mehrheit am „FR“-Verlag hält. Aber wer ihn kennt, weiß, dass auch er Trauer, Bitterkeit und Wut empfinden dürfte - darüber, dass er sein Ziel nicht erreicht hat. „Zeitungen sind keine Ware, so habe ich es nicht von meinem Vater gelernt“, sagte Neven DuMont vor sechs Jahren, als er bei der „FR“ einstieg. Gewinne waren dort nicht zu holen, das sagte er offen. Aber aus der Krise wollte er das Qualitätsblatt holen: „Freiheit für den Journalisten ist, in einem liquiden Zeitungshaus zu arbeiten (...).“

Seitdem wurde viel versucht - MDS und die SPD-Medienholding DDVG listeten einiges davon am Dienstag noch einmal auf: Die Kosten wurden gesenkt, auch indem die Mitarbeiter auf Gehalt verzichteten. Der Anspruch auf Qualität stand immer obenan. Modern wie kaum eine andere Zeitung kam die „FR“ als Tabloid daher. Ihre App gewann Preise. Aber das reichte nicht. Deshalb arbeitete sie mit der „Berliner Zeitung“ zusammen, die auch zu MDS gehört. Die Investitionen summierten sich über die Jahre auf einen dreistelligen Millionenbetrag. All das, um eine „unverzichtbare Stimme“ zu erhalten, wie die Eigentümer beteuerten - und nun droht sie doch zu verstummen.

Denn die Auflage sank kontinuierlich, von 190.000 auf 118.000. Die linksliberale Klientel sei abgetreten, und die „FR“ folge ihr, analysieren manche. Der Zeitungsforscher Horst Röper vom Formatt-Institut in Dortmund lässt das nicht gelten. Im Lesermarkt habe die FR“ mit ihrem Profil ein Alleinstellungsmerkmal gehabt. „Und nun kann man ja auch nicht behaupten, dass die deutsche Bevölkerung strukturell konservativer geworden wäre, dass für eine solche linksliberale Zeitung kein Bedarf mehr bestünde.“

Die Fehler seien schon vor dem MDS-Einstieg gemacht worden, analysiert Röper. Der überregional ausgerichteten „FR“ sei es nie gelungen, ihre Position in ihrem Regionalmarkt zu stärken. Eine ökonomische Basis jedenfalls gibt es nun nicht mehr, daran ließen die Eigentümer angesichts neuerlicher massiver Umsatzverluste am Dienstag keinen Zweifel: „Somit war auch für die Geschäftsleitung keine Perspektive der Fortführung des Unternehmens mehr erkennbar.“

dpa

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