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Medien „Haben arme Menschen auch zehn Finger?“: „Die Höhle der Löwen“ – ein Drama
Mehr Welt Medien „Haben arme Menschen auch zehn Finger?“: „Die Höhle der Löwen“ – ein Drama
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17:04 25.09.2019
Sehen nicht den „Investment Case“: Die „Höhle der Löwen“ mit (v. l.) Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel. Quelle: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Im Studio der „Höhle der Löwen“. Dämmerlicht. Auf ihren Sesseln sitzen die fünf Investoren Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel. Der Jungerfinder Jonas (26) betritt den Raum. Um die Schultern hat er einen fliederfarbenen Mohairpullunder geschwungen. Er trägt weiße Stoffschuhe und eine gelbe Kakihose. In der Hand trägt er eine kleine, schwarze Schachtel.

Jungerfinder Jonas: „Hallo liebe Löwen! Mein Name ist Jonas. Ich komme aus Böblingen, und ich bringe ein Produkt mit, das die Fingerpflege revolutionieren wird. Ich biete Ihnen fünf Prozent an meinem Unternehmen für eine Beteiligung von 1,5 Millionen Euro. Ein großer Dichter hat einmal geschrieben: „Ohne Hände hat ein Körper weder Hand noch Fuß.“ Auch viele Männer wollen heute gepflegt aussehen, aber sie vergessen bei der Pflege einen wichtigen Teil ihres Körpers,...“

Ralf Dümmel: „Jetzt bin ich gespannt...“

Jungerfinder Jonas: „...und das sind die Hände.“

Dümmel: „Ach menno.“

Jungerfinder Jonas: „Ich habe ein Produkt erfunden, mit dem die Pflege der Hände ein Kinderspiel ist. Es ist einfach, es macht Spaß und das Tollste: Es gibt Milliarden Hände auf der Welt. Jeder wird mein Produkt brauchen!“

Carsten Maschmeyer: „Wollen Sie uns ihre Erfindung denn einmal zeigen?“

Endlich Schluss mit Kompromissen bei der Fingernagelkürzung: Jungerfinder Jonas hat die Lösung. Quelle: von Lieres - stock.adobe.com

Jungerfinder Jonas: „Natürlich! Zunächst lassen Sie mich noch eines sagen: Hände haben eine Schwachstelle. Es sind die Fingernägel. Fingernägel wachsen. Fingernägel stören. Bisher gab es keine elegante Möglichkeit, Fingernägel zu kürzen. Menschen haben ihre Fingernägel geknabbert, geschliffen, gefeilt, gehobelt, geschnitzt, geschabt, gespalten, gesenst...“

Judith Williams: „Gesenst?“

Jungerfinder Jonas: „...gehauen, geraspelt, gewetzt, gemahlen, gerupft, gerillt und gefurcht. Nichts hat funktioniert. Liebe Löwen, hier kommt die Lösung für all eure Fingernagelprobleme. Ich präsentiere: KNIPSI!“

Jonas nimmt einen Nagelknipser aus der schwarzen Schachtel. Er schimmert silbrig. Musik. Die Löwen schweigen.

Jungerfinder Jonas: „Ich zeige Ihnen am besten mal, wie man KNIPSI anwendet. Sie schieben ihren überlangen Fingernagel einfach zwischen zwei Schnittkanten, drücken zu und - Knips! - ist der Nagel ab.“

Williams: „Doll.“

Dagmar Wöhrl: „Wir haben ja ein Familienunternehmen und da gibt es sehr viele Fingernägel. Und wenn ich da an die alten, gelben Stumpen von manchem denke... Ich meine: Schafft ihr Produkt das?“

Jungerfinder Jonas: „Ich kenne jetzt nicht die Fingernägel Ihrer Verwandtschaft...“

Wöhrl: „Also, die sind schon, äh...“

Jungerfinder Jonas: „Wir haben das minutenlang getestet. Das müsste funktionieren.“

Dümmel: „Und das ist wirklich neu? Ich meine, ich hätte so ein ähnliches Ding schon mal irgendwo...“

Jungerfinder Jonas: „Nein, nein, dieses Gerät, das ich jetzt in den Händen halte, ist wirklich ganz neu. Das habe ich gestern erst geka..., also, das habe ich gerade erst... das ist erst seit kurzem...das ist ganz neu.“

„Ich präsentiere: KNIPSI“: Jungerfinder Jonas präsentiert in „Die Höhle der Löwen“ die Lösung für alle Fingernagelprobleme. Quelle: Wissmann Design - stock.adobe.com

Maschmeyer: „Kommen wir mal zu den Zahlen. Wie viele Finger hat denn so ein normaler, armer Mensch? Sind das auch... ich meine... Haben arme Menschen auch zehn Finger?“

Jungerfinder Jonas: „Die meisten haben zehn.“

Maschmeyer: „Auch die Armen? Ich meine...haben die nicht weniger?“

Jungerfinder Jonas: „Zehn. Die haben zehn.“

Maschmeyer: „Ist das denn skalierbar? Ich meine: Steht zu erwarten, dass die Menschen irgendwann mehr als zehn Finger haben werden?“

Williams: „Carsten, das sind ja bei acht Milliarden Menschen ja schon 80 Milliarden Finger, plus minus ein paar zerquetschte. Das ist schon viel, finde ich. Ich glaube, dass es vielen, vielen Frauen gefallen würde, wenn sie über die Länge ihrer Fingernägel selbst entscheiden könnten.“

Frank Thelen: "Also, ich komme ja mehr aus dem Digitalen. Fingernägel sind gar nicht mein Thema. Aber ich geh da jetzt mal ganz naiv ran und frage: Müssen die denn überhaupt gekürzt werden? Wie wollen Sie sicherstellen, dass das Abschneiden nicht nur so eine Mode ist. Ich kenne viele Frauen mit sehr langen Fingernägeln.“

Dümmel: „Was kennst du denn bitte für Frauen?“

Wöhrl: „Also, ich habe damals als Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium viel mit Fingernagelbesitzern gesprochen, und die haben alle gesagt, es wäre toll, wenn es eine Maschine gäbe, die ähm...“

Thelen: „Dagmar, was willst du damit sagen?“

Wöhrl: „Dass ich mal Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium war.“

Maschmeyer: „Also, meine liebe Frau, die Veronica Ferres, die hat ja auch Fingernägel, das verbindet uns, wir haben beide Fingernägel, wir haben überhaupt sehr viel gemeinsam. Was soll das Produkt denn im Handel kosten, und wie sehen Ihre Herstellungskosten aus?“

Jungerfinder Jonas: „Im Handel soll es 29,90 Euro kosten. Die Produktionskosten sind sehr gering, die liegen bei 2,99 Euro pro Stück.“

Maschmeyer: „Das heißt, Sie haben eine Marge von fast 900 Prozent?“

Jungerfinder Jonas: „Ganz genau.“

Williams: „Und woher bekommen Sie die Knipser? Wer produziert die?“

Jungerfinder Jonas: „Die produziert eine Firma für uns, das ist ein namhaftes Unternehmen mit mehreren tausend Filialen in Deutschland. Wir holen die dann ab und verkaufen sie.“

Maschmeyer: „Und wie viele haben Sie bisher schon verkauft?“

Jungerfinder Jonas: „Unsere Firma ist noch jung. Verkauft haben wir bisher zwei.“

Glauben fest an Jungerfinder Jonas: Die „Löwen“ (v.l.) Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Georg Kofler und Ralf Dümmel.

Dümmel: „Also, ich find' das Produkt Weltklasse! Ich würde das gerne groß machen. Ich kann euch mein Rundum-Sorglos-Paket anbieten: Werbung, Marketing, Tänzerinnen, Feuerwerk, Mondraketen mit Logo, KNIPSI in allen Läden der Milchstraße!“

Wöhrl: „Also ich als ehemalige Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium würde sagen: Tolle Sache. Aber ich habe einen Vertrag mit Vox, da steht drin, ich sitze hier nur so herum, ich muss gar nicht investieren. Ich bin also raus.“

Thelen: „Überraschung...“

Maschmeyer: „Ich sehe durchaus den Impact von diesem Produkt. Aber ich sehe nicht den „Investment Case“. Da brauchst du zu viel work in capital. Ich bin raus.“

Thelen: „Meins ist das auch nicht, ich find's eklig, ich bin auch raus.“

Williams: „Ich finde es wundervoll, ich wünsche Ihnen alles Glück der Welt, Sie sind ein wunderbarer Mensch mit einem tollen Produkt, das mich tief berührt hat, aber ich bin schon so unfassbar reich geworden mit Körperpflegeprodukten – ich habe eigentlich genug Geld. Ich bin raus.“

Dümmel: „Ich mach mit! Ich geb Ihnen die 1,5 Millionen, will dann aber sechs Prozent am Unternehmen und einen KNIPSI umsonst!“

Jungerfinder Jonas: „Danke, Herr Dümmel! Man kann auch Möhren damit schälen. Und Zecken entfernen.“

Dümmel: „Toll! Ich freu mich auf die Zusammenarbeit! KNIPSI muss weltweit in die Regale kommen, und ich werde auch persönlich mindestens acht Minuten lang meine ganze Kraft dafür einsetzen. Weltweit. KNIPSI! KLASSE! HIGH FIVE!“

Jungerfinder Jonas: „Danke, Herr Dümmel. Ich hab auch noch ein anderes Produkt erfunden, das heißt SCHNEIDI. Man kann ganz leicht Papier damit schneiden...“

Dümmel: „Ich habe das Gefühl, Ihnen gehört die Zukunft!“

Jungerfinder Jonas: „Vielen Dank. Dann auf Wiedersehen.“

Thelen: „Ein ganz toller Pitch! Auf Wiedersehen!“

Wöhrl: „Ich war ja mal Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsm....“

Dümmel/Thelen/Kofler/Maschmeyer: „KLAPPE, DAGMAR!“

Abgang Jungerfinder Jonas. Musik.

Von Imre Grimm/RND

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