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Medien Gruner+Jahr führt letzte Verkaufsgespräche
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14:31 22.11.2012
Wird die Financial Times Deutschland doch nicht eingestellt? Der Verlag Gruner + Jahr lässt es noch offen. Quelle: dpa
Hamburg

Über die Zukunft der Wirtschaftsmedien von Gruner +Jahr, darunter die „Financial Times Deutschland“ (FTD), ist nach Angaben des Zeitschriftenkonzerns noch nicht endgültig entschieden. Wie Konzernsprecher Claus-Peter Schrack am Mittwochabend mitteilte, laufen noch letzte Gespräche zu einem möglichen Verkauf der „FTD“.

„Richtig ist, dass der G+J-Aufsichtsrat am Donnerstag den G+J-Vorstand in seiner Aufsichtsratssitzung ermächtigt hat, einen Verkauf, Teilschließung oder Schließung der G+J-Wirtschaftsmedien vorzunehmen“, teilte Schrack mit. „Es laufen aktuell letzte Gespräche zu einem potenziellen Verkauf der "FTD", ein endgültiger Beschluss des Vorstandes ist damit noch nicht gefasst.“ Der G+J-Aufsichtsrat war am Mittwoch zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammengekommen.

Am selben Tag war auf der Internetseite der „FTD“ zu lesen: „Die "Financial Times Deutschland" steht vor der Einstellung. In den vergangenen Tagen erreichten zahlreiche Leserbriefe dazu die Redaktion – für die wir uns von ganzem Herzen bedanken und die wir nachfolgend dokumentieren. Jetzt warten wir die Entscheidung unserer Verlagsführung ab. Dann blicken wir nach vorn.“

Bei den Wirtschaftstiteln arbeiten nach Verlagsangaben rund 330 Menschen. Zu den Titeln gehören neben der Tageszeitung „Financial Times Deutschland“ die Magazine „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“.

Die „Wirtschaftswoche“ hatte am Mittwochabend berichtet, dass die „FTD“ voraussichtlich im kommenden Januar zum letzten Mal erscheinen solle. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) vom Mittwoch berichtet, der G+J-Vorstand habe am Dienstag beschlossen, die „FTD“ einzustellen und die Zeitschriften „Impulse“ und „Börse Online“ zu verkaufen. „Capital“, das 1962 erstmals auf den Markt kam, soll demzufolge von Berlin aus weitergeführt werden.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) appellierte an die soziale Verantwortung des G+J-Managements. „Sparmaßnahmen dürfen nicht einseitig zu Lasten der Journalistinnen und Journalisten beschlossen werden“, teilte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken in Berlin mit. Der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Frank Werneke, fürchtet, dass mehr als 200 Arbeitsplätze gestrichen würden.

Der Verlag Gruner + Jahr, der auch Magazine wie „Geo“, „Gala“, „Stern“, „Brigitte“ und „Neon“ herausgibt, gehört mit einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro (2011) zu den größten in Europa.

Mehrheitseigener ist mit 74,9 Prozent die Bertelsmann SE & Co. KGaA. Eine Sperrminorität von 25,1 Prozent hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

dpa

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