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Mehr Welt Medien Grüne Suchmaschinen wollen das Netz umweltverträglicher machen
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19:09 13.01.2010
Von Frerk Schenker
Mit Ecosia soll das Surfen umweltfreundlicher werden.
Mit Ecosia soll das Surfen umweltfreundlicher werden. Quelle: Screenshot
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Das zumindest verspricht die neue Suchmaschine Ecosia. Surfen für die Umwelt – ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Jede Websuche schützt etwa zwei Quadratmeter Regenwald – so werben die Betreiber von Ecosia. Wie das funktioniert? Klickt ein Internetnutzer auf ein Werbebanner, was bei etwa jedem 50. User der Fall ist, verdient ein Suchmaschinenbetreiber Geld. Während Google, Bing und Yahoo diese Gewinne einstreichen, spendet Ecosia 80 Prozent der Einnahmen an den WWF – etwa 0,13 Cent pro geklickte Werbung. „Das Geld geht an das Regenwald-Schutzprojekt für den Juruena-Nationalpark in Brasilien“, sagt Jana Kroll, die Ecosia mit ihrem Bruder Christian betreibt. Bislang wurden über 5,7 Millionen Suchanfragen gestellt, die dadurch erzielten Einnahmen reichen für den Schutz von über elf Millionen Quadratmetern Regenwald.

Neu ist die Idee vom ökologischen Surfen freilich nicht. Zwar streiten Experten darüber, wie groß der Klimafaktor Internet wirklich ist. Ob nun 0,2 Gramm C02-Ausstoß pro Websuche, wie Google berechnet haben will, oder mehrere Gramm – sicher ist nur, dass jede einzelne Suche das Klima anheizt. Bereits vor einigen Jahren kamen deshalb die ersten grünen Suchmaschinen auf den Markt. Angebote wie Blackle oder v ersetzten aber lediglich den weißen Bildschirmhintergrund durch eine schwarze, vermeintlich energieärmere Oberfläche. Aktiven Umweltschutz verspricht seit 2008 die australische Suchmaschine Ecocho, die pro 1000 Anfragen zwei neue Bäume pflanzen lässt. Der Ecosia-Vorgänger Forestle, ebenfalls seit 2008 online, hat sich dem Schutz des Urwaldes in Costa Rica verschrieben.

Ganz grün sind aber auch ökologische Suchmaschinen nicht, weshalb die Devise „Surfen für den Regenwald“ nicht unbedingt aufgeht. Die Ecosia-Server laufen laut Kroll mit Ökostrom, bei der eigentlichen Suche nach Internetseiten wird aber auf Rechenzentren von Bing und Yahoo zurückgegriffen – und die arbeiten keineswegs klimaneutral. Deshalb gilt auch bei der grünen Suche: Jeder überflüssige Klick ist für die Umwelt einer zu viel.