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Medien "Far Cry 3": Der wohl beste Shooter des Jahres 2012
Mehr Welt Medien "Far Cry 3": Der wohl beste Shooter des Jahres 2012
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11:19 14.01.2013
Vaas Montenegro ist der Anführer der Piraten und Antagonist in "Far Cry 3". Quelle: Ubisoft
Hannover

Viele Entwickler versuchen im Shooter-Genre Elemente von der "Call of Duty"-Reihe zu kopieren. Kein Wunder, schließlich belegen die Titel der Serie stets die Spitze der Verkaufscharts. Ubisoft macht mit "Far Cry 3" vieles anders als "CoD": Statt realistischem Kriegsszenario spielt es in einer von Piraten besetzten tropischen Insel; anstelle von reinem Shooter-Gameplay gibt es zusätzlich Rollenspielelemente, und den begrenzten Schlauchlevels setzt "Far Cry 3" eine offene Spielwelt entgegen - und ist damit der beste Shooter des Jahres 2012.

In "Far Cry 3" macht Hauptdarsteller Jason Brody mit seinen Freunden einen Abenteuerurlaub auf auf der fiktiven Insel Rook Island im Pazifischen Ozean. Dabei geraten sie jedoch in die Hände von Piraten, sein Bruder wird erschossen, seine Freunde sollen als Sklaven verkauft werden. Brody kann fliehen und wird von dem einheimischen Kriegervolk Rakyat aufgenommen. Um seine Freunde zu retten, muss er 38 Missionen bewältigen, in denen er etwa Medizin beschaffen, mit Waffengewalt gegen die Piraten vorgehen, ein altes Relikt finden und die Drahtzieher zur Strecke bringen muss. Einen besonders beängstigenden Eindruck hinterlässt dabei der Piratenanführer Vaas Montenegro, der sogar anstelle des Helden auf dem Spiele-Cover abgedruckt ist. Vor allem die hervorragende deutsche Synchronisation trägt zur Inszenierung der Geschichte bei: Vaas wird von Simon Jäger (u.a. Synchronstimme von Heath Ledger und Josh Hartnett) gesprochen, Gerrit Schmidt-Foß (Leonardo di Caprio) leiht Jason Brody seine Stimme. Und natürlich zählt bei einem "Far Cry"-Titel auch die Grafik zum besten, was das Genre zu bieten hat - auch wenn der Dschungel größtenteils sehr ähnlich aussieht.

Auch abseits der Hauptmissionen gibt es zahlreiche Aufgaben. Zunächst sollte sich Brody bessere Ausrüstung beschaffen, denn der Tourist kann zu Spielbeginn nur eine Waffe und wenig Munition tragen. Das Handwerksystem von "Far Cry 3" basiert darauf, wilde Tiere zu jagen - denn nur mit Fell und Leder lässt sich die Ausrüstung in mehreren Stufen verbessern. Um die Insel zu erkunden, sollte Brody die insgesamt 18 Funktürme aktivieren. Dazu muss er auf die Stahlkolosse klettern, was im Laufe des Spiels auf Grund der baufälligen Gebäude immer anspruchsvoller wird. Als Belohnung wird ein Teil der Karte aufgedeckt, und es sind neue Waffen verfügbar. Als weitere Beschäftigungen gibt es noch Zeitrennen mit verschiedenen Fahrzeugen vom Quad bis zum Lastwagen, Mord- oder Jagdaufträge, Missionen von den Inselbewohnern und die etwas deplatziert wirkenden Prüfungen der Rakyat, bei denen möglichst viele Piraten in kurzer Zeit getötet werden müssen.

Brody erleichtert sich das Leben auf der Insel außerdem, wenn er die zahlreichen Piratenstützpunkte einnimmt, wodurch die Piraten aus dem Gebiet vertrieben werden. Dabei entfaltet sich das Spielpinzip von "Far Cry 3" am besten, denn das Vorgehen bleibt dem Spieler überlassen. Man kann mit einer Kamera die Gegner und deren Positionen auskundschaften, sich heimlich an ein Lager heranpirschen, den Alarm deaktivieren und jeden Gegner einzeln mit der Nahkampfwaffe besiegen, ohne dass die übrigen Piraten etwas mitbekommen. Man kann auf einem Hügel in Stellung gehen und mit einem Scharfschützengewehr gegen die Piraten vorgehen. Wenn die Söldner wilde Tiere in Käfigen halten, kann man deren Türen aufschießen, woraufhin die Tiger, Bären oder Komodowarane ihre Peiniger angreifen. Oder man kann mit Granatwerfer und Maschinengewehr in "Rambo"-Manier das Lager stürmen und auch die von den Piraten gerufenen Verstärkungseinheiten bekämpfen. Lautloses Vorgehen wird am meisten belohnt: Wer unbemerkt ein Lager übernimmt, bekommt am meisten Erfahrungspunkte, die besondere aktive oder passive Fähigkeiten freischalten, etwa spezielle Angriffsmanöver oder mehr Geundheitspunkte.

"Far Cry 3" bietet mit den verschiedenen Möglichkeiten und Spielelementen viel Abwechslung. Dazu nehmen allein die Hauptmissionen etwa 15 Stunden Spielzeit in Anspruch, und der Umfang verdoppelt sich mindestens, wenn alle Nebenaufgaben erfüllt und sämtliche Geheimnisse wie die versteckten Relikte oder Briefe gefunden werden sollen. In der Fachpresse hat "Far Cry 3" Bestnoten erhalten; für Shooter-Fans ist der Open-World-Titel von Ubisoft ein Pflichtkauf.

"Far Cry 3" gibt es für Xbox 360, PlayStation 3 und PC. Es ist ab 18 Jahren freigegeben und kostet etwa 55 Euro.

jhf