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Medien Facebook löscht mehr Hass-Kommentare
Mehr Welt Medien Facebook löscht mehr Hass-Kommentare
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11:51 12.11.2015
Mark Zuckerbergs Unternehmen wird seit Monaten vorgeworfen, nicht energisch genug gegen Hass-Kommentare auf seinen Seiten vorzugehen. Quelle: Peter Dasilva/epa
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Menlo Park

Facebook hat im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland dreimal so viele Hass-Kommentare seiner Nutzer entfernt als in den sechs Monaten zuvor. Wie das Unternehmen in seinem Global Government Requests Report am Mittwoch mitteilte, wurden zwischen Januar und Juni 188 Inhalte entfernt. Es habe sich um Volksverhetzung gehandelt oder der Holocaust sei geleugnet worden – beides sei in Deutschland illegal, erklärte Facebook. Im zweiten Halbjahr 2014 waren es 60 gelöschte Inhalte gewesen, im ersten Halbjahr 2014 sogar nur 34.

Auch weltweit mehr entfernte Inhalte

Facebook ging auch in anderen Ländern stärker gegen Inhalte vor, die gegen die Gesetze in einem Land verstoßen. Wie der Konzern berichtete, griff er weltweit 20.568 Mal ein. Im zweiten Halbjahr 2014 seien es nur 9,707 Mal gewesen. Damit fällt die Steigerung weltweit (plus 112 Prozent) geringer aus als in Deutschland (plus 313 Prozent).

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Dem Unternehmen wird in Deutschland vorgeworfen, dass es nicht genug gegen Hass-Kommentare von seinen Nutzern gegen Flüchtlinge vorgeht. Bundesjustizminister Heiko Maas hatte sich deshalb im August mit Facebook-Vertretern getroffen. Der Konzern kündigte danach an, dass er sich stärker gegen die Verbreitung von Hassrede im Netz einsetzen werde. Das Ergebnis müsste sich in den Zahlen für das zweite Halbjahr niederschlagen.

Vermutlich deutlich mehr Hass-Kommentare

Trotz des deutlichen Anstiegs im ersten Halbjahr erscheint die Anzahl der durch Facebook gesperrten Inhalte weiterhin niedrig. Es ist zwar unklar, wie viele Hass-Kommentare von Facebook-Nutzern geschrieben oder von anderen dem Konzern gemeldet werden. Das Unternehmen nennt keine Zahlen.

Aber Aktivisten wie die Blogger der Seiten "Perlen aus Freital" und "Katzen gegen Glatzen" veröffentlichen regelmäßig Hass-Kommentare von Facebook-Nutzern – und demnach müssten deutlich mehr illegale Inhalte auf Facebooks Seiten stehen als vom Konzern gelöscht werden.

Ermittlungen gegen Manager

Ein Rechtsanwalt aus Würzburg wirft Facebook ebenfalls vor, zu wenig gegen Hass-Kommentare seiner Nutzer zu unternehmen. Er hat nach eigenen Angaben Hass-Kommentare gemeldet, diese soll der Konzern aber nicht gelöscht haben. Der Jurist erstattete deswegen Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt nun gegen den Nordeuropa-Chef von Facebook, Martin Ott, wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Volksverhetzung.

wer/epd

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