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Medien Dragqueen Olivia Jones ist die Favoritin im Dschungelcamp
Mehr Welt Medien Dragqueen Olivia Jones ist die Favoritin im Dschungelcamp
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10:50 25.01.2013
Die „Heimleiterin“ im RTL-Gestrüpp. Olivia Jones, die eigentlich Oliver Knöbel heißt, zeigt mitten im Trash-TV Herz und Verstand. Das war nicht zu erwarten. Quelle: dpa
Hannover/Coolangatta

Die Perücke konnte nicht mehr gewaschen werden, „jetzt habe ich so einen Müffelmopp auf“. Dazu Körpergeruch „wie ein Bieber“, und der Bauch konnte auch nicht mehr rasiert werden. Ein Transsexueller im Pech. Aber Jones, die eigentlich Oliver Knöbel heißt, 43 Jahre alt ist und aus Springe kommt, spart sich das ganz große Drama. Das könnte dem Zuschauer missfallen. Das wäre nicht klug für jemanden, der sich offenbar ausrechnet, sehr weit zu kommen bei dieser Sause in Australien.

Die RTL-Show, die am morgigen Sonnabend mit der Kür des „Dschungelkönigs“ endet, ist ein Phänomen: Mittwochabend sahen 7,7 Millionen Menschen zu, beim Einzug am 11. Januar waren es in der Spitze mehr als neun Millionen. Feuilletonisten arbeiten sich seit Jahren an dem Format ab, suchen nach der Metaebene, nach dem soziologischen Gehalt dieser Charakterschau und Lästerorgie, und irgendwie ja auch nach einer intellektuellen Rechtfertigung für die Lust am Voyeurismus. „Handwerklich gut gemacht“, heißt es dann entschuldigend. Und: Hier zeige sich, mal ungeschminkt, der prominente Mensch mit all seinen Abgründen. Außerdem seien die zynisch-bösen Kommentare von Sonja Zietlow und Dirk-Bach-Ersatz Daniel Hartwich der eigentliche Kern des Formats. Auch wenn es rein optisch kaum mehr zu sehen gibt als Ex-Castingshow-Kandidaten, die Kamelpenis essen, oder – wie „DSDS“-Gewächs Joey Heindle – zum wiederholten Mal ihre düstere Kindheit beweinen, von Geigen untermalt.

Und dann ist da noch sie: Olivia Jones. Sie zählt seit der ersten Sendung zu den Favoriten. Knöbels Inszenierung als Camp-Mutti ist ein cleverer Schachzug. Ingrid van Bergen hat mit dieser Rolle einst gewonnen, Brigitte Nielsen auch. Dass Olivia scheinbar mehr im Kopf hat als viele Teilnehmer zusammen, macht sie umso attraktiver für den intellektuellen Dann-doch-mal-Hingucker. Ausgerechnet sie als Paradiesvogel wirkt normal zwischen den Absurditäten im Camp, entlarvt den ganzen Zirkus mit pointierten Einschätzungen („Silva ist eine Schlange. Seine Band kennt keiner, es ist einfach nur Rumgehüpfe“), erhebt sich locker über die Konkurrenz – und sitzt tatsächlich aber mittendrin zwischen den „Zicken“, „dicken Mackern“ und „Weicheiern“, isst die gleichen spärlichen Bohnenrationen und spielt die gleichen Insekten-Ekel-Spielchen. Knöbel ist in Springe aufgewachsen, besuchte die Heinrich-Göbel-Realschule, eine Sitzbank vor dem Gebäude erinnert an ihn – oder seine Rolle. Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische verfolgt die Sendung gelegentlich. Der spärliche Kleidungsstil von Micaela Schäfer in der vorigen Staffel habe ihm zwar fast mehr Spaß gemacht, „aber der/die Olivia ist schon sehr unterhaltsam“. Und vor allem: „Er/Sie vertritt Springe auf eine schillernde Art.“

Nur einer könnte Jones, die seit Jahren in Hamburg das St.-Pauli-Maskottchen spielt, morgen die Krone der Zuschauergunst streitig machen: Joey (19), den RTL als Dummkopf präsentierte. Vielleicht ist er das, er hat aber – hinter dem oft offen stehenden Mund – ein offenes, offenbar schon oft geschundenes Herz. Wer sich so ehrlich und unberechenbar entblößt, gewinnt Sympathien in einer von Inszenierung und Kalkül gezeichneten Truppe. Das könnte letztlich auch sein Vorteil gegen Knöbel/Jones sein: Joey spielt keine Rolle. Im Dschungel gewinnt Authentizität im Zweifel gegen Taktik.

Sebastian Scherer

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