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Medien Diskussionen um ESC-Vorentscheid-Sieger Cascada
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14:52 16.02.2013
Von Imre Grimm
„Glitzerfrau“: Natalie Horler, Sängerin der Band Cascada, beim Auftritt auf dem ESC-Vorentscheid in Hannover. Quelle: dpa
Hannover

Es ist Mitternacht in Hannover. Peter Urban steht umschwirrt von Kameras an einem Bistrotisch und wirkt irritiert. Gerade hat die Bonner Diskotruppe Cascada mit Frontblondine Natalie Horler (31) den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Deutschland geht also am 18. Mai im schwedischen Malmö mit einem Danceheuler an den Start, der so steril klingt wie ein weißrussischer Grand-Prix-Hit von 1996. Die bayerischen Ska-Bläseranarchisten von LaBrassBanda dagegen – klare Favoriten der Radiohörer und der 10.000 Arenabesucher – bekamen von der Jury nur einen einzigen, mickrigen Punkt. Und Jurymitglied Urban soll sich jetzt dafür rechtfertigen?

„Ich finde LaBrassBanda seit Jahren toll“, sagt er. „Aber deren Song war einfach nicht gut genug für den ESC.“ Er und seine vier Jurykollegen Tim Bendzko, Mary Roos, Anna Loos und Roman Lob hätten „streng nach der Komposition geurteilt“. Außerdem sei Cascada „europaweit bekannt, und die Sängerin ist sehr stark“. Tatsächlich haben die Großraumdisko-Helden („Evacuate the Dancefloor“) 30 Millionen Platten verkauft und mit 1,8 Millionen Facebook-„Freunden“ eine breite Fanbasis. Die fünf Juroren dürften jedoch so ungefähr die Letzten sein, die den paneuropäischen Kindergeburtstag ESC noch – statutengemäß – als reinen „Kompositionswettbewerb“ verstehen. Den meisten geht es doch eher um das überraschende, originelle, mitreißende, sympathische Gesamtkunstwerk.

Erstmals hatte die ARD bei „Unser Song für Malmö“ mit einem neuen, dreigliedrigen Votingsystem experimentiert: Das Ergebnis setzte sich zu je einem Drittel aus den Internetstimmen von Radiohörern, Fernsehzuschauern und der wieder eingeführten Jury zusammen. 837 000 Menschen nahmen am Televoting teil. Beim Internetvoting der Radiohörer lagen die Barfußbläser aus Bayern überall ganz vorn – nach dem einsamen Punkt der fünf „Experten“ aber waren sie chancenlos. Die Jury vergab ihre Höchstnote dagegen an die Achtziger-Elektroband Blitzkids.mvt, die die TV-Zuschauer (zwei Punkte) und Radiohörer (ein Punkt) komplett ablehnten.

Bei Twitter und in den einschlägigen Netzforen hat der Cascada-Sieg heftige Diskussionen ausgelöst. Sofort machten Verschwörungstheorien die Runde: Bis auf Urban stehen alle Juroren selbst bei Universal unter Vertrag – demselben Plattenlabel wie Cascada. LaBrassBanda dagegen ist gerade zum großen Universal-Konkurrenten Sony gewechselt. Zufall oder Kalkül? Und überhaupt: Das Outfit von Horler sei „eine Zumutung“ und der Titel „Glorious“ billige „Autoscooter-Mucke“ – und ein plumper, frecher Nachbau des schwedischen Siegertitels von 2012, Loreens „Euphoria“ („Wie heißt der Gewinnersong? Euphorious?“).

Den Vorwurf des Ideenklaus weist Horler weit von sich. „Wir können die beiden Lieder gerne mal übereinanderlegen“, sagte sie nach der Sendung. „Sie ähneln sich von der Stimmung, weil beides Diskotitel sind, aber es sind zwei unterschiedliche Lieder.“ Lena Meyer-Landrut fand spät in der Nacht die passendste Vokabel für Horler: „Sie ist eine Glitzerfrau.“

Mit dem – nach dem Ausstieg von Lena-Entdecker Stefan Raab – reformierten Vorentscheid kann die ARD nicht vollständig zufrieden sein. Trotz einer souveränen, charmanten Anke Engelke als Moderatorin sahen nur 3,24 Millionen Menschen die Liveshow aus Hannover. Bei den jungen Zuschauern allerdings erreichte das Erste ungewohnt starke 11,5 Prozent Marktanteil – ein kleiner Trost.

Und LaBrassBanda? Das Quintett aus dem Chiemgau will 2014 wieder beim Vorentscheid antreten, wie Bandmitglied Stefan Dettl sagte – „wenn wir dürfen“.

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