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20:55 17.11.2015
Google unterrichtet Journalisten: In Seminaren sollen sie das Potenzial von Programmen wie Google Trends, Maps oder Youtube kennenlernen. Quelle: Andrea Warnecke/dpa
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Berlin

Für Kritiker des Suchmaschinen-Riesen mag es wie Hohn klingen, was Google-Manager Gerrit Rabenstein am Montagabend in Berlin über den Zweck der von ihm geleiteten Digital News Initiative (DNI) sagte. Gerade in diesen Tagen zeige sich, wie wichtig guter Journalismus sei; leider sei Journalismus im Internet aber schwer zu finanzieren.

Wie Hohn mag das deshalb klingen, weil Google aus Sicht seiner Kritiker wesentlich mehr von den Ergebnissen journalistischer Arbeit profitiert als die Verlage, die Journalismus finanzieren, trotz der auch dank Google erzielten Reichweiten im Netz aber zu geringe Erlöse erwirtschaften.

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Anleitungen für Journalisten

Die Verlage, darunter die der "Zeit" und der "FAZ", die sich der im April gegründeten DNI angeschlossen haben, erhoffen sich entsprechende Vorteile. Die DNI umfasst einen europaweit auf drei Jahre angelegten Förderfonds in Höhe von 150 Millionen Euro, den Bereich Produktentwicklung sowie das Google Newslab für Forschung und Training. Was auf den drei Feldern geplant ist, erläuterten Rabenstein und Isabelle Sonnenfeld, die das Newslab seit sechs Wochen leitet, am Rande der Veranstaltung.

Sonnenfeld sagte, viele Journalisten besäßen im Digitalen nur Halbwissen und seien nicht imstande, das Potenzial von Google Trends, Maps oder Youtube auszunutzen. Eine ihrer Aufgaben sei daher, Redaktionen im Umgang mit den Google-Werkzeugen zu schulen.

Vor-Ort-Seminare sind geplant, dürften aber vorerst die Ausnahme sein. Sonnenfelds Team besteht nur aus einem weiteren Kollegen in London, ist aber für ganz Europa zuständig. Daher setzt sie auf Tutorials auf der Webseite der Digital News Initiative, die fortlaufend erweitert würden. Darin wird in Videos erklärt, wie Google-Werkzeuge optimal einzusetzen sind.

Google finanziert Journalismus

Bei der Produktentwicklung, sagte Rabenstein, gehe es darum, die technologische mit der inhaltlichen Komponente zusammenzuführen, um mit neuen Werkzeugen neue journalistische Erzählformen zu ermöglichen. Die Bewerbungsrunde um den Förderfonds schließlich ist gerade im Gange. Über die Vergabe werde "ein unabhängiger Beirat" entscheiden.

Man sei offen für alle Ideen, sagte Rabenstein. Unterschieden werde in kleine Projekte bis 50.000 Euro, die Google komplett finanziere, und mittlere und große, an deren Finanzierung sich der US-Konzern zu 70 Prozent beteilige.

Die Veranstaltung in Berlin endete mit einer Diskussion von im Netz sehr aktiven Journalisten. Der Erkenntnisgewinn war dünn – mit einer Ausnahme. Auf die Frage, wer von ihnen tatsächlich im Netz Geld verdiene, sagte Roland Tichy über sein Blog "Tichys Einblick", es trage sich finanziell. Er räumte er ein, Gastautoren für ihre Beiträge gemeinhin nicht zu bezahlen.

Von Ulrike Simon

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