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17:47 22.11.2011
Wenn wählerische Künstler wie Nena oder Xavier Naidoo in die Jury einer Castingshow gehen, liegen die Erwartungen automatisch höher. „The Voice of Germany“ will sich von anderen Formaten unterscheiden: Nur die Stimme zählt. Quelle: dpa
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Berlin

Also noch eine Talentshow im deutschen Fernsehen? „The Voice of Germany“ soll aber anders werden als die Konkurrenz. Das Versprechen: Die Stimme steht im Mittelpunkt. Die Jury sieht die Kandidaten beim ersten Vorsingen nicht und muss blind eine Entscheidung treffen. Damit sollen auch die stimmgewaltigen Talente eine Chance bekommen, die bei anderen Formaten vielleicht wegen ihres Auftretens oder Aussehens durchgefallen wären.

Zusätzliche Glaubwürdigkeit soll der Show die Auswahl der Juroren verschaffen: Neben der deutschen Pop-Legende Nena gehört Soul-Star Xavier Naidoo dazu, ebenso wie Ex-Reamonn-Sänger Rea Garvey. Einen weiteren Jury-Platz teilen sich zwei Mitglieder der Band The BossHoss. Alec „Boss“ Völkel und Sascha „Hoss“ Vollmer spielen vielleicht noch in einer etwas anderen Liga, aber dafür kennen sie sich im Geschäft mit Cover-Versionen aus, was bei einer Castingshow nicht unterschätzt werden sollte. Denn die Jury-Mitglieder bereiten die blindlings ausgesuchten Kandidaten später als „Coaches“ auf die entscheidenden Live-Shows vor.

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Am Donnerstag geht es los, um 20.15 Uhr bei ProSieben. Das Vertrauen der Sendergruppe in die Zugkraft der Sendung ist so groß, dass sie dem Zuschauer ein Kanal-Hopping zumutet: Die Fortsetzung folgt am Freitag bei Sat.1. In diesem Rhythmus soll es auch in den folgenden Wochen weitergehen. „Die Stimme Deutschlands“ dürfte dann im Februar im Finale gekürt werden.

Die Spielregeln sind einfach. Jedes Jury-Mitglied hat einen Buzzer (die Jungs von BossHoss müssen sich einen teilen), der gedrückt wird, wenn einem die Stimme gefällt. Hat mehr als einer der Juroren den Alarm ausgelöst, kann sich der Kandidat selbst aussuchen, wen er zum Paten haben will. Diese umgekehrte Prüfung gebe dem Ganzen eine zusätzliche Spannung, sagt Rea Garvey: „Es ist einem auch als Juror ein bisschen unheimlich, weil du denkst: Wird mich überhaupt jemand wählen?“

Das Konzept mit den sechs „Blind Auditions“ sorgte auch für einige Erschütterungen bei den Juroren. „Wir alle waren einige Male sehr überrascht, den jeweiligen Menschen zu der gerade gehörten Stimme zu sehen“, sagt Nena. „Das passte oft überhaupt nicht zusammen.“ Naidoo nennt so ein Beispiel: „Wir haben tatsächlich alle einmal gedacht, da singt ein Kerl - und dann war es eine wunderschöne blonde Frau.“ Die Stimme blind zu hören, sei wie „Essen im Dunkeln“.

Was die Veranstalter um die Produktionsfirmen Schwartzkopff tv und Talpa Media aber vor allem versprechen: Es soll eine ehrliche Talentshow werden, bei der sich alles nur um die Musik dreht. „Keine Freaks, niemand wird vorgeführt, um Quote zu machen. Respekt unter den Coaches und vor jedem Künstler, der Auftritt“, bringen es Völkel und Vollmer auf eine knappe Formel. Und Nena sagt, sie habe zu 100 Prozent umsetzen können, was ihr in der Zusammenarbeit mit Menschen am meisten Spaß mache.

Das Konzept von „The Voice“ kam nach dem Debüt in den Niederlanden bisher in mehr als 30 Ländern auf den TV-Bildschirm, darunter in Portugal, Kanada oder Südafrika. In den USA saßen neben anderen Christina Aguilera und Maroon-5-Sänger Adam Levine unter den Juroren. Naidoo legt die Planke für die deutsche Version schon mal höher: „Ich finde, in Amerika waren nicht so viele gute Leute dabei.“

frx/dpa

22.11.2011
22.11.2011