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20:24 01.06.2009
Von Marina Kormbaki
Katrin Bauerfeind knöpft sich die EU vor und fühlt Brüssel und Straßburg auf den Zahn. Quelle: Armin Vater/ZDF

Wie auch immer die europäischen Parlamentswahlen am kommenden Sonntag ausgehen werden, ein Ergebnis steht bereits fest. Politiker, Journalisten und Demoskopen werden um Stehtische herum versammelt sein und nach Erklärungen für die wieder einmal geringe Wahlbeteiligung in Deutschland suchen. Von Europamüdigkeit wird dann die Rede sein, von Desinteresse, vielleicht sogar von Ignoranz. Laut dem jüngsten Politbarometer des ZDF interessieren sich 69 Prozent der Deutschen so gut wie gar nicht für die Europawahl. Und die öffentlich-rechtlichen Sender tun nur wenig, um das zu ändern.

Gerade einmal eine Handvoll Fernsehsendungen widmen sich in den nächsten Tagen der größten multinationalen Wahl der Welt. Europa wählt, und kaum einer schaut hin. Die Wahlen zum europäischen Parlament genügen einfach nicht den Erfordernissen des Fernsehens bei der Vorwahlberichterstattung. Sie taugen nicht zur Personalisierung, zu unbekannt sind die deutschen Kandidaten. „Der Europawahlkampf der deutschen Parteien fällt bescheiden aus, sie sparen ihr Geld für die Bundestagswahl“, sagt der Politologe Oskar Niedermayer. Es ist ein Teufelskreis: „Die Parteien halten ihre eigenen Kandidaten klein und vertun so die Chance auf einen spannenden Wahlkampf, die Sender verzichten darauf, Europaabgeordnete ins Studio zu bitten, die kennt ja keiner“, sagt der Berliner Europaforscher. Selten darf ein Europapolitiker mal bei Anne Will, Frank Plasberg oder Maybritt Illner mitreden, und wenn doch, dann ist es meistens der polternde Grüne Daniel Cohn-Bendit oder die telegene Silvana Koch-Mehrin von der FDP. Deren ständige Präsenz verdeutlicht das Fehlen all der anderen Abgeordneten umso mehr.

Mit dem Ausschluss der Europaabgeordneten aus den Fernsehshows haben die im EU-Parlament verhandelten Themen noch weniger Chancen, wahrgenommen zu werden, als ohnehin schon. Sperrige Politikbereiche wie Emissionshandel, Energieversorgungssicherheit oder Arbeitnehmerfreizügigkeit sind kaum talkshowkompatibel. Zu kompliziert ist das bürokratische Klein-Klein in Brüssel, heißt es dann. „Die Parteien machen deswegen gleich lieber Wahlkampf mit nationalen Themen“, sagt Niedermayer. Zum Entstehen einer von manchen Europaabgeordneten wie der Sozialdemokratin Evelyne Gebhardt jüngst geforderten „europäischen Öffentlichkeit“ trägt diese Strategie kaum bei. Vielmehr dürfte sie bei vielen Zuschauern die Zweifel über den Stellenwert der Europawahl mehren.

Welchen Stellenwert das öffentlich-rechtliche Fernsehen der Europawahl beimisst, ist nicht nur an der geringen Anzahl an Sendungen abzulesen, sondern auch an der späten Uhrzeit, zu der sie ausgestrahlt werden. Wer sich in den nächsten Tagen im Fernsehen in Sachen EU informieren möchte, muss lange aufbleiben. Sendetitel wie die „Lange Nacht zur Europawahl“, heute Abend um 23.50 Uhr im ZDF, sollten aber nicht irritieren. Die „lange Nacht“, in der es auch um die wachsende Distanz zwischen Europas Bürgern und den Brüsseler Entscheidungsträgern gehen soll, dauert lediglich eineinhalb Stunden. Dann ist auch schon wieder Schluss mit Europa.

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