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Medien Die Millionäre von der Southfork-Ranch sind wieder da
Mehr Welt Medien Die Millionäre von der Southfork-Ranch sind wieder da
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14:34 26.01.2013
Von Uwe Janssen
Der neue „Dallas“-Clan: (v. li.) Linda Gray als Sue Ellen Ewing, Larry Hagman als J. R. Ewing, Josh Henderson als John Ross Ewing, Jordana Brewster als Elena Ramos, Jesse Metcalfe als Christopher Ewing, Julie Gonzalo als Rebecca Sutter, Patrick Duffy als Bobby Ewing und Brenda Strong als Ann Ewing. Quelle: RTL
Hannover

Es ist 1982. Helmut Kohl wird Bundeskanzler, in Italien ist Fußball-WM, der C64 elektrisiert die Daddelfreunde, wir tragen Kleidung, für die wir uns später noch lange schämen werden. Wir hören Falco, Joachim Witt und „Da da da“.

Kann ja alles sein. Aber nicht dienstags um 21.45 Uhr.

Dienstags um 21.45 Uhr verengt sich unsere Wahrnehmung. Tunnelblick. In einen von drei Kanälen. ARD. „Dallas“. 43 ununterbrochene Minuten sind wir zu Besuch auf einem amerikanischen Bauernhof. Ein texanischer Ölclan fegt seit Juni 1981 unsere Straßen leer, wie es heimische TV-Wiedergänger wie der Kommissar und Derrick nicht geschafft haben. Und alles ohne Action. „Dallas“ ist Dialog. Die größte Action: Lauter Dialog. Uns reicht das. Und so schauen wir in die üppigen Gemächer einer Familie, die dauernd Streit hat (haben wir auch) und viel Geld (haben wir nicht), die ein paar Gute hatte (Bobby, Pam, Miss Ellie), ein paar Halbgute (Sue Ellen, Lucy), einen Bösen (Cliff Barnes). Und sie hat J.R. Und das ist ihr Glück.

Der Mann mit dem quadratischen Gesicht und dem Hut verkörperte einfach alles Schlechte, die Fernsehzeitschriften nannten ihn Bösewicht oder Oberfiesling, wir hatten uns schlicht auf Arschloch geeinigt, und das war in diesem Fall auch für alle okay, sogar für Opa, obwohl der nicht mehr alles mitgekriegt hat. Am Dienstag um 22.30 Uhr war die Folge zu Ende, aber die Diskussion ging am nächsten Tag erst richtig los. Wir Schulhofphilosophen. Nervte Gutmensch Bobby, dieser John Boy von der Southfork Ranch? Was fanden die Mädels nur an diesem blonden Brad Pitt, der für einige Folgen mitspielte? Und: War Sue Ellen selber schuld? Warum haute sie nicht einfach ab, anstatt sich das Leben an J.R.’s Seite schönzusaufen? Aber war ja auch kein Wunder, stand ja auch überall ein Getränkewagen rum, an dem man sich auch mittags einen Doppelten auf Eis einschenkte. Wir lernten von „Dallas“, dass Alkohol etwas ganz Normales ist.

Und wir lernten, was ein „Cliffhanger“ ist, viele Jahre, bevor die „Lindenstraße“ diesen Spannungshaken ans Ende jeder Folge setzte. „Dallas“-Folgen endeten meistens mit der sekundenlangen Einstellung eines Gesichts, dessen entsetzter Ausdruck entweder von einer schlimmen Nachricht geformt worden war oder vom Anblick dessen, was wir erst eine Woche später erfahren sollten. Wie bei J.R. und Sue Ellen, als sie erfahren, dass ihr Sohn gekidnappt worden ist. Cliff Barnes, als er eine Leiche im Pool findet, Pamela, als Bobby überfahren wird, und alle, als Bobbys EKG-Monitor auf die Nulllinie wechselt. Minuten nach Bobbys Tod meldeten die echten „Tagesthemen“ den echten Reaktor-GAU in Tschernobyl, und man wusste erst gar nicht, was nun die schlimmere Katastrophe ist. Der beste Cliffhanger ist der niedergeschossene J.R., mit dem Amerika in die Sommerpause geschickt wurde und rätseln musste, wer es war. Und ob Mitleid angebracht sei.

Nach zehn Jahren und 357 Folgen war „Dallas“ vorbei. „Denver Clan“ lief längst, für uns verhielt es sich aber zu „Dallas“ wie Nusspli zu Nutella. Immerhin: Dienstag war wieder ein ganz normaler Tag. Und Dallas war nicht mehr J.R., sondern Dirk Nowitzki.

Und nun, 32 Jahre nach der deutschen Erstausstrahlung und gefühlt 357 amerikanische Serien später, kommt „Dallas“ zurück. Natürlich an einem Dienstag, wenn auch um 22.15 Uhr, auf RTL und mit Werbung zwischendurch. Mit jungen Schauspielern, die man wie Josh Henderson aus „Desperate Housewives“ oder anderen Serien kennt. Aber auch mit einem Teil der alten Riege: Patrick Duffy, Linda Gray, Ken Kercheval als Cliff - und Larry Hagman samt seinem deutschen Synchronsprecher Wolfgang Pampel. Hagman konnte die erste Staffel noch drehen und ist vor drei Monaten 81-jährig gestorben. Seine Rolle versieht er immer noch mit diesem Ziegenlachen von damals. Die Rolle des Drecksacks übernimmt sein Sohn John Ross, der unerlaubt auf Southfork nach Öl bohrt, während Bobbys Sohn Christopher politisch korrekt in alternativen Energien macht. Und schon ist der Grundkonflikt auf die nächste Generation übertragen. Zudem ist Christophers Ex jetzt die Neue von John Ross. Und der intrigenhungrige „Dallas“-Freund weiß: Da geht was.

Der graue, kranke Bobby übernimmt den Part von Miss Ellie, Sue Ellen kann noch dieses verzweifelte Fastlächeln, dem man entgegnen möchte: „Hauch mich mal an.“ Aber Linda Gray (72) hat auch immer noch die Grazie, die sie noch vor „Dallas“ in der „Reifeprüfung“ zum Beindouble für Anne Bancroft machte. Auch wieder dabei: Die Titelmelodie von Jerrold Immel und der dreigeteilte Vorspann. Ansonsten ist die Optik angepasst, also Wackelkamera und rasantere Schnitte. Macht nichts. Der Dienstag hat wieder einen Sinn. Mal sehen, wie lange die Droge wirkt.

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