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Medien Die Angst vor dem zuckenden Mundwinkel: Bullys „LOL: Last One Laughing“ kehrt zurück
Mehr Welt Medien Die Angst vor dem zuckenden Mundwinkel: Bullys „LOL: Last One Laughing“ kehrt zurück
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13:02 30.09.2021
Michael „Bully“ Herbig ist in der zweiten Staffel erneut Gastgeber der erfolgreichen Amazon-Erfolgsshow „LOL: Last One Laughing“.
Michael „Bully“ Herbig ist in der zweiten Staffel erneut Gastgeber der erfolgreichen Amazon-Erfolgsshow „LOL: Last One Laughing“. Quelle: Amazon / Frank Zauritz
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Manchmal sind es die simplen Ideen, die zünden. Ein Haufen namhafter Comedians, sechs Stunden eingesperrt in einen Raum und nur eine einzige Regel: Man darf nicht lachen. Die erste Staffel „LOL: Last One Laughing“, moderiert von Michael „Bully“ Herbig, war der bislang erfolgreichste Titelstart bei Amazon Prime Video Deutschland – Serien inklusive.

Klar, dass eine zweite, starbesetzte Staffel nachgelegt wurde, die ab 1. Oktober beim Streamingdienst abrufbar ist. Erneut mit dabei sind Anke Engelke, Max Giermann und Kurt Krömer. Ergänzt wird der bunte Cast durch Annette Frier, Bastian Pastewka, Klaas Heufer-Umlauf, Larissa Rieß, Martina Hill, Tahnee und Tommi Schmitt. Allesamt konkurrieren um den Sieg und 50.000 Euro für den guten Zweck.

„Es ist ein bisschen so wie bei James Bond: Man will den Leuten das geben, was sie erwarten, aber anders“, erklärt Bully auf der Pressekonferenz zur zweiten Staffel „LOL“. Deshalb entschied man sich für das ebenso einfache wie altbewährte Konzept – bei zwei Lachern muss man den Raum verlassen – und reicherte es mit neuen Ideen an. Hier kommt insbesondere Bullys Schaltzentrale zum Einsatz, von der aus er die Mundwinkel der Comedians mit 40 Kameras beobachtet und die Szenerie mit eigenen Einfällen aufmischen kann. So lässt er etwa seinen alten Kumpanen Rick Kavanian – in Staffel eins als Teilnehmer dabei – als sächsischen Betriebsarzt mit ganz besonders ausgeprägtem Dialekt auf seine „Belegschaft“ los.

Bully: „Atmosphäre, die nicht von Ellenbogen geprägt ist“

Natürlich lebt das Format stark von der Zusammensetzung unterschiedlichster Charaktere sowie deren Vorstellungen von Comedy. Da gibt es late-night-erprobte Moderatoren wie Klaas Heufer-Umlauf und Tommi Schmitt, Schauspielerinnen und Schauspieler mit Sketcherfahrung – etwa Annette Frier, Anke Engelke und Martina Hill sowie Shootingstar und Stand-up-Comedienne Tahnee. Anarchokomiker Kurt Krömer sticht grundsätzlich etwas aus der namhaften Comedyriege heraus. Wenn der Mann sagt, er habe nichts vorbereitet, glaubt man das. Laut Autor Otto Steiner sei es bei der Zusammenstellung des Casts wichtig gewesen, dass eine „Atmosphäre entsteht, die nicht von Ellenbogen geprägt ist“. Ohne den gemeinsamen Spaß an der Sache und die kollegiale Stimmung würde „LOL“ auch nicht funktionieren.

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Interessant sind demnach die unterschiedlichen Beziehungen untereinander zu beobachten: Ein Bastian Pastewka kennt Anke Engelke schon seit rund 25 Jahren – entsprechend wissen beide voneinander, was sie gegenseitig zum Lachen bringt. Andererseits ist eine Larissa Rieß insofern für Pastewka gefährlich, weil die beiden sich eben noch nicht über den Weg gelaufen sind – perfekte Voraussetzungen für den Überraschungseffekt. Es ist auch ein Treffen der Comedygenerationen: „Man hat wahnsinnige Ehrfurcht auf gewisse Weise“, erklärt Tahnee beispielsweise über ihren Umgang mit Anke Engelke. Als Kind habe sie bereits „Die Wochenshow“ nachgespielt.

Gastgeber Bully, dessen diebische Freude hinter den Bildschirmen ansteckend wirkt, beschreibt das Setting als großen Spieleabend. „Man lädt sich Leute ein, die man mag, die man schätzt, vor denen man humoristisch auch ein Stück weit Angst hat.“ Ausgelassen wie auf einem Spieleabend geht es allerdings nicht zu, denn für die Komikerinnen und Komiker bedeutet das Lachverbot auch eine gewisse mentale Belastung. „Für mich war es das Schlimmste, wenn nichts passiert ist“, gesteht Larissa Rieß. Überall lauern Gefahren, jede und jeder hat sich kleine Taschenspielertricks oder gleich ganze Nummern ausgedacht, um Kolleginnen und Kollegen aus dem Konzept zu bringen. Wer auf den Gong schlägt, muss liefern.

Max Giermann: „Aus der Subjektive da aufzutreten, fand ich echt furchtbar“

Während Bastian Pastewka zunächst etwa auf Situationskomik setzt und plötzlich anfängt, mit einem Elektrorasierer alle möglichen Dinge von der Zimmerpflanze bis zum eigenen Intimbereich zu rasieren, haut Max Giermann auf den Gong und konzentriert sich auf eine seiner Paraderollen: Jorge Gonzalez. Doch subjektiv empfand der Parodiespezialist die Erfahrung, vor den anderen Comedians aufzutreten, „echt furchtbar“, wie er auf der Pressekonferenz gestand. Kurt Krömer fühlt sich laut eigener Aussage an seine Anfänge erinnert. Damals seien auch nur vier Zuschauer dagewesen.

Ehrgeiz ist definitiv vorhanden, niemand will sich die Blöße geben. „Diese Floskel: Man vergisst die Kamera sofort, das ist wirklich so“, beschreibt Tommi Schmitt die Situation. Demnach sei „LOL: Last One Laughing“ auch ein sehr entlarvendes Format. Auch eines, in dem Moderator Bully als Kandidat gut abschneiden würde? „Ich bin überhaupt nicht geeignet dafür“, gesteht Herbig: „Ich wäre das perfekte Opfer.“

Im Zuge der Premiere von Staffel zwei ließ ein Verantwortlicher von Amazon Prime Video die Katze aus dem Sack: Noch bevor die neuen Episoden beim Streamingdienst zu sehen sein werden, wurde eine dritte Staffel verkündet. Noch in diesem Jahr soll die Produktion starten. Den Cast und wann die Folgen der dritten Staffel zu sehen sein werden, ließ Amazon vorerst offen.

RND/Teleschau

Der Artikel "Die Angst vor dem zuckenden Mundwinkel: Bullys „LOL: Last One Laughing“ kehrt zurück" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.