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Mehr Welt Medien Deutsche ESC-Teilnehmer Sisters im Interview: „Wir bleiben als Duo zusammen“
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20:13 16.05.2019
Buntheit zelebrieren: Sisters (v. l. Carlotta Truman, Laurita Spinelli) bei den Proben zum Eurovision Song Contest in Tel Aviv. Quelle: Foto: Sebastian Scheiner/AP

Carlotta, Laurita – habt ihr euch vor dem Eurovision Song Contest schlau gemacht über Tel Aviv?

Laurita: Ich habe mich vorher absichtlich nicht informiert über Tel Aviv! Fremde Eindrücke sind nie die eigenen. Wenn man einmal geprägt ist, dann misst man alles nur daran.

Carlotta: Wir wollten uns absichtlich überraschen lassen.

Laurita: Und jetzt sind wir hier und stellen fest: Es ist eine sehr junge und laute Stadt. Und alles geht sehr, sehr schnell. Es ist ein cooles, erfrischendes und anderes Lebensgefühl.

Harter Kontrast: Ihr wart vor dem ESC privat in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Wie war das?

Laurita: Wir wollten vor dem ESC das Land kennenlernen, die Menschen und die Kultur. Und Yad Vashem war unglaublich. Es hat uns die Augen dafür geöffnet, wie wichtig es ist, aufzupassen, damit so etwas niemals wieder geschieht. Und wir sind sehr glücklich darüber, wie warmherzig und offen wir willkommen geheißen wurden.

Carlotta: Es war sehr gut, das Thema mal aus einer menschlichen Sicht zu erleben, nicht nur als Daten aus Schulbüchern. Das war schon etwas Besonderes und Berührendes.

Laurita: Umso toller ist es jetzt hier zu erleben, wie sehr die Musik als gemeinsame Sprache alle hier verbindet. Der ESC ist wie ein großer Spielplatz für Musiker.

Was ist denn die Botschaft eures Liedes „Sister“?

Carlotta: Es geht um die Sisterhood, die Solidarität auch unter Frauen, die wie wir keine Blutsschwestern sind. Alle Frauen sind Schwestern, und sie sollten sich auch so behandeln. Man muss nicht immer die besten Freundinnen sein, aber man sollte doch die Meinung der anderen tolerieren. Es geht darum, dass man sich respektiert und gegenseitig beisteht, nicht nur in der Frauenwelt. Davon singen wir.

Laurita: Vielleicht wird man eines Tages zurückblicken auf diesen Song und sagen: Ach guck mal – das war wohl ein Thema damals.

Ihr seid plötzlich ins ganz große Rampenlicht geraten. Laurita war als Backgroundsängerin unter anderem bei Lena aktiv, Carlottas Karriere entwickelte sich langsam. Plötzlich erste Reihe – was ist anders?

Laurita: Es ist im Prinzip egal, vor wie vielen Menschen man singt. Kein Publikum ist weniger wert. Ob da eine Person steht oder siebentausend.

Oder 160 Millionen.

Carlotta: Wir haben uns beide entschieden, dass Musik unser Leben ist. Und dann so etwas mitmachen zu dürfen wie den ESC ist für uns das größte im Leben, wie für andere Menschen vielleicht ihre Hochzeit.

Ihr kanntet euch nicht vor dem ESC und seid erst seit Januar ein Duo. Wie war euer Kennenlernen?

Laurita: Das war erst ein etwas befremdliches Gefühl, das gebe ich gern zu. Aber dann habe ich mit Carlotta telefoniert – und wusste sofort: Wir haben die gleiche Leidenschaft, und uns beschäftigen dieselben Dinge, darum merkt man auch den kleinen Altersunterschied nicht. Wir wurden von Fremden erst zu engen Freundinnen und dann zu Schwestern.

Auch den Song gab es ja schon vor euch. Seid ihr schnell damit warmgeworden?

Carlotta: Sehr schnell. Weil das Thema immer wichtig für mich war: It’s cool to be kind. Deshalb funktionieren wir ja auch zusammen – weil wir beide nicht mit Ellenbogen durchs Leben gehen, sondern den anderen respektieren.

Laurita: Es geht nur so. Es ergibt gar keinen Sinn, jemandem etwas aufzwingen zu wollen. Das klappt nie.

Was erhofft ihr euch denn für das Finale? Wann hat es sich für euch gelohnt?

Laurita: Das hat es jetzt schon! Wie viele Menschen können schon von sich sagen: Wir waren beim ESC? Und durften eine ganze Nation vertreten? Wenn du selbst zufrieden mit dir bist, ist die Platzierung egal. Selbst der letzte Platz ist ein Gewinn. Denn du wirst aus allem etwas lernen.

Was lernt man aus einem letzten Platz?

Laurita: Ich war noch nie Letzte, aber man merkt dann vielleicht: Man kann nicht immer den Zeitgeist treffen.

Carlotta: Und nur weil dich ein Thema gerade sehr beschäftigt, heißt das nicht, dass es die ganze Welt beschäftigt.

Laurita: Und dann trotzdem zu sagen: Ich bin stolz, ich hab’s auf diese Bühne geschafft – das macht dich stärker. Was heißt schon ein letzter Platz? Man steht am nächsten Tag auf und ist einen Tag älter. Das ist alles.

Welche ESC-Teilnehmer gefallen euch denn selbst?

Laurita: Michael Rice aus England!

Carlotta: Der Mensch oder die Musik?

Ich meinte jetzt die Musik.

Laurita: Ach so. Dann „Friend Of A Friend“ aus Tschechien.

Carlotta: Das ist unser absolutes Lieblingslied. Zum Glück ist es durchs Halbfinale gekommen.

Noch ein Tipp für die Zuschauer?

Carlotta. Ja! In den Urlaub fahren und für uns anrufen.

Ein bisschen ESC-Historie: Wo wart ihr am 29. Mai 2010, als Lena in Oslo den ESC gewonnen hat?

Laurita: Ich hab’ die Show gar nicht gesehen. Ich war 17 und hatte irgendeinen Auftritt als Sängerin. Ich hab’s dann erst in den Nachrichten gesehen.

Carlotta: Du hast ja schon gearbeitet damals. Ich hab’s mit der Familie im Fernsehen geguckt. Ich war zehn – und ein riesiger Lena-Fan, ein richtiges Fangirl. Inzwischen sind wir ja beide älter geworden, ich sehe sie jetzt als Künstlerin. Aber ich war einmal im Leben richtig Fan von jemandem, und das war damals Lena. Ich hatte Lena-Poster an den Wänden, ich habe meine Haare schwarz gefärbt und ihre Klamotten angezogen.

Wie geht es denn nach dem ESC für euch weiter?

Laurita: Wir planen beide nicht sehr weit. Aber eine Entscheidung haben wir tatsächlich schon getroffen: Wir bleiben zusammen.

Carlotta: Als Duo. Auch nach der Eurovision. Wir wollen zusammen Songs schreiben, das ist der nächste Schritt. Wir wollen herausfinden: Wie hört sich unser nächster Song an? Wie ist unser Sound? Wir bleiben ein Duo.

Zurück hierher nach Tel Aviv. Fühlt ihr euch hier in Israel als deutsche Sängerinnen in einer Sonderrolle?

Laurita: Natürlich ist unser Bezug zu Israel ein anderer als bei anderen Ländern. Aber um so bewundernswerter finden wir, dass wie hier völlig ohne jedes Vorurteil empfangen werden. Es ist einfach eine große Ehre. Und es zeigt uns, dass es bei Musik nicht um den Menschen, um Religion oder Hautfarbe geht. Es ist nur die Musik.

Carlotta: Diese Buntheit zu zelebrieren – darum geht es in der Musik. Und besonders beim ESC.

Das sind die Sisters

Carlotta Truman (19), geboren am 19. Oktober 1999 in Garbsen bei Hannover, ist seit ihrer frühen Kindheit auf Bühnen unterwegs, nahm an TV-Shows wie „Das Supertalent“ teil, schreibt eigene Songs und studiert nebenbei am Musik-College in Hannover.

Laura Kästel (26, Bühnenname Laurita Spinelli), geboren am 29. September 1992 in Königsau in Rheinland-Pfalz, hat eine Mutter halb-philippinischer Herkunft. Sie sang als Backgroundsängerin bei Sarah Connor, Steganie Heintzmann und Lena Meyer-Landrut, bevor der NDR sie und Carlotta Truman zum Duo Sisters vereinte.

Von Imre Grimm/RND

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