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17:18 04.10.2011

„Wegen Einschränkungen der Pressefreiheit im Iran ist dpa gezwungen, Material von Twitter, Facebook, YouTube zu nutzen“, schrieb die „Welt kompakt“ dieser Tage bei Twitter. „Gezwungen“, nicht „in der glücklichen Lage“, könnte man anmerken. Denn hätte man Vertrauen in die vielen Internetbeiträge mit der Herkunftsangabe Iran, so wäre es für eine derart eingeschränkte Presseagentur ja eine wunderbare Sache, trotzdem berichten zu können.

Vertrauen hat man aber nicht ins Internet, vielfach sicher zu Recht, manchmal auch zu Unrecht, und damit müssen nun auch Reuters, afp und andere Medien umgehen. Die britische BBC macht aus der Not eine Tugend: Bei der schwierigen Berichterstattung im Iran verlässt sich der renommierte Sender BBC „hauptsächlich“ auf Amateuraufnahmen, wie er bekannt gab. Weil Kamerateams auf der Straße das Filmen verboten worden sei, nutze der Sender Bilder und Videos aus den Internetplattformen Facebook und Twitter, sagte der Fernsehdirektor des BBC World Service, Peter Horrocks. Zudem erhalte die Redaktion von „BBC Persian“ ständig eigene Bilder von Iranern. Die BBC wolle mit der Nutzung von Bildern und Videos das Problem umgehen, dass viele Informationen nicht auf ihre Richtigkeit überprüft werden könnten.

„Wir machen deutlich, dass unsere Journalisten nicht in der Lage sind, Sachverhalte zu bestätigen“, sagte Horrocks. Tausende Informationen gingen täglich ein – für eine Bestätigung erreiche man oft niemanden. So wurde von vielen das schreckliche Video des Todes der Demonstrantin Neda weiterverbreitet, deren Vorname übersetzt „Stimme“ bedeutet und deren Stilisierung zur Ikone über die „sozialen“ Netze wie Twitter massiv vorangetrieben wurde. Doch mehr als die Tatsache, dass diese Frau getötet wurde, wissen wir nicht, und warum ausgerechnet zwei Kameras in den entscheidenden Sekunden draufhielten, hat auch noch niemand geklärt.

Jedoch haben jene im Netz, die das Gesicht der getöteten Neda gerne zur (zweifellos unterstützenswerten) Öffnung zu mehr Freiheit und Bürgerrechten in Iran nutzen, unter dem Stichwort „I am Neda“, schon einen Etappensieg errungen. Per Twitter und über die seriöse Internetzeitung „Huffington Post“, so ist beim britischen „Guardian“ zu lesen, gelang es den Internetaktivisten aus Iran, indirekt dem US-Präsidenten Barrack Obama eine Frage zu stellen.

Ein Reporter dieses Internetmagazins gab die Frage einfach mal in der Pressekonferenz im Weißen Haus an den amerikanischen Präsidenten weiter, und der widmete sich ausführlich einer Antwort. Es war der Moment: ein Moment, in dem nach übereinstimmender Auskunft von Beteiligten einige aus der etablierten Journalistenschar die Stirn runzelten und andere den Scoop des Internetkollegen beneideten.

Der Angesprochene jedenfalls antwortete nicht nur ausführlich, sondern ließ seine Presseleute auch gleich noch das Gesagte in Farsi übersetzen, die Sprache des Iran. Damit war der US-Präsident sogar einen Schritt schneller als der wichtigste Protagonist in allen Belangen des Internets, Google: Der Suchmaschinenbetreiber will erst in Kürze einen automatischen Übersetzungsservice auch für Farsi anbieten, was auf einen Schlag einen neuen Blick auf die Veröffentlichungen iranischer Twitterteilnehmer werfen dürfte.

msc

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