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17:16 04.10.2011
Telefonzentrale: Die Fritz-Box von AVM schaltet auch ein WLAN und ein kabelbasiertes LAN zusammen, um als zentraler Internet-Zugang zu fungieren. Quelle: dpa
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Jüngst hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Betreiber privater Funknetze dafür haftbar gemacht werden können, wenn Dritte über den Zugang illegal Musiktitel herunterladen und verbreiten. Es gilt also, das Netz gegen Angriffe von außen abzuschotten. Das gelingt mit Kennwörtern, Verschlüsselung und weiteren wichtigen Einstellungen der eigenen Gerätschaften.

WLANs oder zu deutsch Funknetze für PCs, Handys und Laptops funktionieren so: An einem DSL- oder einem TV-Kabel-Anschluss wird in aller Regel ein Router per Kabel angeschlossen; mittels ein bis drei Antennen spannt das Gerät in einem Umkreis von zehn bis 50 Metern einen Funkzugang für beliebige Gerätschaften, die ins Internet gelangen sollen.

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Die Grundeinstellungen des Routers nimmt man über den Internet-Browser am PC oder Laptop vor. Dazu ist meist eine Kabelverbindung zum Router einzurichten und eine Internet-Adresse wie http://192.168.1.1 anzusteuern. Die genaue Adresse steht in der Anleitung zum Gerät. Frisch ausgepackt und installiert, ist der Router meist durch ein Standardkennwort vom Hersteller geschützt, das ebenfalls in der Anleitung steht. Dieses Kennwort zu ändern, sollte der erste Schritt beim Absichern des Funknetzes sein. Das Kennwort sollte kompliziert sein, mehr als acht Zeichen umfassen (möglichst Klein- und Großbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen) und in keinem Wörterbuch stehen. Am besten notiert man es sich in der Anleitung. Gebraucht wird dieses Kennwort erst dann wieder, falls man Einstellungen an dem Router verändern möchte.

In den Router sind die Zugangsdaten zum Provider einzutragen. Anschließend trägt man einem Namen des eigenen Funknetzes ein. Häufig hat der Hersteller schon einen Namen voreingestellt – den sollte man ändern. Diese Netzwerkkennung, SSID genannt, ist jener Name, den man auf dem Laptop oder auf dem Handy angezeigt bekommt, wenn man nach drahtlosen Netzwerken sucht. Hilfreich gegen Angriffe ist es, diesen Namen per Menübefehl zu „verstecken“. Dann werden die Gegend abscannende Angreifer nicht mit der Nase darauf gestoßen, dass hier ein potenzielles Angriffsziel bereitsteht. Die Kehrseite: Man muss den Namen des eigenen Netzwerkes kennen, wenn man übers Laptop darauf zugreifen möchte, kann also nicht einfach aus einer Liste wählen. Man sollte eine neutrale Bezeichnung wählen, die keine Rückschlüsse auf den jeweiligen Haushalt erlaubt.

Die wichtigste Einstellung fürs eigene Netzwerk ist nun die Verschlüsselung. Theoretisch kann man zwar darauf verzichten und somit ein „offenes“ Netzwerk einrichten, in der Praxis jedoch können andere den Datenverkehr aufnehmen – so wie es kürzlich Google mit seinen Streetcars unternommen hat. Wenn dann E-Mails oder Webseiten über die Funkstrecke gehen, hat man ein gravierendes Sicherheitsproblem.

Mit verschlüsselten Daten hingegen kann ein Angreifer zunächst nichts anfangen. Für die Verschlüsselung gibt es verschiedene Verfahren. Das ältere WEP-Verfahren gilt inzwischen als knackbar und sollte daher nicht verwendet werden. Als sicher gelten WPA und das stärkere WPA2. Das Problem: Nicht jede Funknetzwerkkarte insbesondere auf manchen Handys unterstützt das stärkere WPA2. Wenn nur eine der Gerätschaften damit nicht klarkommt, muss man im Router für alle das etwas schwächere WPA-Verfahren einstellen.

Letztlich entscheidend für die Sicherheit des Funknetzes ist das Kennwort, das man festlegen muss. Dies sollte ein anderes Kennwort als jenes für den Router sein, das oben genannt wurde. Mit diesem Kennwort können Nutzer in der Nähe aufs WLAN zugreifen. Auch hier gilt: Je länger und komplizierter, desto besser. Laptops und Handys bieten an, das einmal eingegebene Kennwort zu speichern, so dass bei der nächsten Einwahl ins Netz die lästige Kennwortabfrage entfällt. Im Grunde ist dagegen nichts einzuwenden – nur wenn man das Laptop oder Handy verliert, sollte man das Kennwort im Router wieder ändern.

msc

19.05.2010
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