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Medien „Circus Halli Galli": Joko und Klaas machen auf dicke Hose
Mehr Welt Medien „Circus Halli Galli": Joko und Klaas machen auf dicke Hose
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13:32 25.02.2013
Von Imre Grimm
Lachen sich ins Fäustchen: Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt. Am Montag feiert ihre Show „Circus Halli Galli" auf Pro7 Premiere. Quelle: dpa
München

Ein Elefant also. Gut, warum auch nicht? Einen Elefanten kann man immer brauchen, und dann ist man froh, wenn man zufällig einen da hat. „Wo sollen wir ihn abstellen?“, fragt Joko Winterscheidt im Werbeclip für die neue Pro7-Show „Circus Halli Galli“, das Riesentier am Seil. „Weiß ich auch nicht“, sagt Klaas Heufer-Umlauf und muffelt sein Brötchen. „Ich würd’ sagen: wir stellen ihn erst mal ins ,Taff‘-Studio.“

Nein, das Duo lässt keine Sekunde Zweifel an seiner neuen alten Rolle bei Pro7: Jeden Zentimeter Narrenfreiheit wollen sie nutzen, jeden Verdacht im Keim ersticken, sie könnten nach ihrem Wechsel vom öffentlich-rechtlichen Nischenkanal ZDFneo  – wo bei „neoParadise“ nun wirklich alles egal war – zum „großen“ Fernsehen jetzt irgendwie angepasst auftreten, massenkompatibel. Dabei haben sie die Show natürlich bekommen, weil sie genau das sind: tauglich, eine messbare Menge junger Zuschauer vor den Fernseher zu holen. Am Montagabend um 22.15 Uhr startet ihre neue, wöchentliche Show. Premierengäste sind Sido, Cro und Helge Schneider.

In ersten Appetithäppchen geben sich Joko und Klaas als altmodische Westernzirkus-Zampanos in Retro-Klamotten und Prärieoptik, in einer plüschigen zwanziger-Jahre-Welt voller Federboas und Corsagen, Feuerspuckern und Sägemehl. Die neue Show wird so ungefähr die alte sein – „nur alles eine Nummer größer“, sagt Heufer-Umlauf. Salon statt WG-Bude also, aber mit Freibeutergeist. Getreu dem alten „neoParadise“-Motto: „Wenn schon scheiße, dann mit Schwung.“ Heufer-Umlauf: „Was wir lustig finden, das passiert in dieser Sendung.“ Das ist Dicke-Hose-Fernsehen für Halberwachsene.

Inhaltlich geht es um ... öh, ja. Das ist nicht so einfach. Leichter ist es, zu erklären, was die Sendung nicht sein will. Winterscheidt: „Man wird nichts gewinnen können, es ist keine klassische Gameshow, keine versteckte Kamera, keine Jurys.“ Stattdessen gibt’s die vertrauten Elemente aus „MTV Home“ und „neoParadise“: die Band im Schrank, die schmerzfreie Oma Violetta, Palina Rojinski, Olli Schulz als „Spätpubertierenden der Herzen“. „Festlich inszenierter Trash ist unsere Kernkompetenz“, sagt Heufer-Umlauf. Das hat ihr Publikum zwar alles schon mal  gesehen – aber bisher bestand es eben nur aus ein paar Hunderttausend Menschen, erst bei MTV, dann bei ZDFneo. Bei Pro7 dagegen traten Joko und Klaas bisher nur mit Formaten an, die über rudimentäre Grundstrukturen verfügten: die hochgelobte Wettbewerbs-Show „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt“ und die klassische Spielshow „17 Meter“. Aber Nonsens? Trash? Für’s breite Volk? Das ist ein Risiko, denn Werbekunden haben selten Humor, wenn es um ihre Etats geht. „Jetzt wird der Druck ein bisschen größer“, sagt Heufer-Umlauf, „aber letztendlich haben wir die ganze Zeit geschrien: Hallo, hier sind wir!“ Und nun sind sie halt da. Und wer gackert, muss auch legen.

Die Frage wird sein, ob der Reiz des Formats nicht eher genau in der Nische lag – in der Verschwörung von Stars und Zuschauern, hier unbemerkt von der Öffentlichkeit in kleinem Kreis gemeinsam Quatsch machen zu dürfen, ohne dass am nächsten Morgen ein Erwachsener anruft und sagt: „So, ihr Schnapsnasen, jetzt feudelt ihr hier erst mal ordentlich durch, und übrigens: Die Quote gestern war Mist.“

Immerhin: Der Sender hat alle Freiheiten versprochen – solange die Zahlen stimmen, natürlich. „Schwachsinn muss man sich nicht erbetteln bei Pro7“, sagt Heufer-Umlauf. „Das ist ein bekanntes Segment.“ Tatsächlich hat kein anderer deutscher Sender eine solche Leidenschaft für Blödsinn mit Herz. Begründet wurde die Tradition von einem Mann, in dessen Fußstapfen die Herren Winterscheidt und Heufer-Umlauf zu treten beabsichtigen. Auch er startete vor Jahren mit einer wöchentlichen Sendung am Montag. Inzwischen zieht es ihn, 46-jährig und in Maßen gereift, von Wok-WM, Ukulele und Turmspringen in Richtung Politikjournalismus. Sein Name: Stefan Raab.

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