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Medien Charlie Hebdo in deutschen Läden schnell vergriffen
Mehr Welt Medien Charlie Hebdo in deutschen Läden schnell vergriffen
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14:17 17.01.2015
Der Hamburger Friedemann Simon posiert in Hamburg mit einem Exemplar der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Er ist einer von sieben Kunden, die hier ein Exemplar der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo kaufen konnten.
Der Hamburger Friedemann Simon posiert in Hamburg mit einem Exemplar der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Er ist einer von sieben Kunden, die hier ein Exemplar der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo kaufen konnten. Quelle: dpa
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Berlin

Die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" nach dem Terroranschlag von Paris ist seit Samstagmorgen auch in Deutschland im Handel. Vor einem Buch- und Zeitschriftengeschäft im Berliner Hauptbahnhof warteten gegen 05.00 Uhr etwa 100 Menschen, um bei Ladenöffnung ein Heft zu kaufen. Doch lediglich die ersten beiden in der Reihe hatten Glück: in dem Geschäft standen nur zwei Exemplare zum Verkauf. Im gesamten Hauptbahnhof gab es einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur zufolge 14 Hefte. Alle waren auf Französisch und kosteten vier Euro.

Wer in Hannover ein Heft ergattern wollte, musste Glück haben und sich am besten auf eine Liste setzen lassen. In den Presseläden am Hauptbahnhof wurden den Verkäufern die wenigen gelieferten Exemplare ebenfalls aus den Händen gerissen. „Die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ist in unserer Filiale leider bereits ausverkauft“, stand auf einem Schild.

Die Stückzahlen in deutschen Großstädten sind sehr begrenzt, weil der Ansturm auf die Hefte in Frankreich gewaltig war. Dort erschien die Ausgabe vergangenen Mittwoch. Die Redaktion des Magazins war am Mittwoch davor Ziel eines Anschlags. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben, der Großteil davon Mitarbeiter der Zeitschrift. Teils sehr derbe frühere Mohammed-Karikaturen in dem Heft gelten als Hintergrund des Angriffs mutmaßlicher islamistischer Terroristen. Nach den Glaubensvorstellungen von Muslimen sollen weder Gott noch Mohammed bildlich dargestellt werden.

Das Titelbild der jüngsten Ausgabe zeigt dennoch erneut eine Zeichnung Mohammeds. In mehreren islamischen Ländern hatte dies nach den Freitagsgebeten zu teils heftigen Protesten geführt. Im afrikanischen Niger zündeten aufgebrachte Muslime ein französisches Kulturzentrum an. Mindestens ein Mensch kam Medienberichten zufolge ums Leben. Auf dem Tempelberg in Jerusalem versammelten sich Hunderte Palästinenser. Laut palästinensischer Nachrichtenagentur Maan wurde bei der Kundgebung eine französische Flagge verbrannt.

In der südpakistanischen Stadt Karachi kam es bei Protesten zu schweren Zusammenstößen. In der algerischen Hauptstadt Algier demonstrierten Tausende gegen "Charlie Hebdo". In Frankreich nahmen Ermittler im Zusammenhang mit der Terrorwelle der Vorwoche derweil weitere zwölf Menschen fest. Sie sollten wegen möglicher Verbindungen zu den drei Attentätern vernommen werden, hieß es. Es gehe vor allem um die Frage, ob sie logistische Unterstützung für die Anschläge auf "Charlie Hebdo", einen koscheren Supermarkt und eine Polizistin leisteten. Insgesamt wurden 17 Menschen von den Attentätern getötet, die drei wurden von Polizisten erschossen.

US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premierminister David Cameron kündigten am Freitag angesichts der Pariser Anschläge eine noch engere Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf an. Die belgischen Behörden gingen weiter davon aus, dass die Attentäter aus Paris keine Verbindungen zu den mutmaßlich in Belgien ausgehobenen Dschihadisten hatten. Dort planten Extremisten nach offiziellen Angaben mit schweren Waffen und Sprengstoff einen größeren Anschlag auf die Polizei. Neben zwei am Donnerstagabend bei einem Anti-Terroreinsatz Getöteten gehörten mindestens 13 Verdächtige zu der gesprengten Terrorzelle, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. In dem Land gilt die zweithöchste Terrorwarnstufe.

dpa

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