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10:38 02.10.2012
Explosionen im Comic-Look: "Borderlands 2". Quelle: 2K Games
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Hannover

„Borderlands“ hätte es sich einfach machen können. Das Spiel, das im Jahr 2009 erschienen ist, hätte ein simpler Shooter mit realistischer Grafik und stereotyper Handlung sein können – wie so viele andere Spiele in dem Genre. Doch der Entwickler Gearbox hat etwas gewagt: Statt stupider Shooter-Action wurde „Borderlands“ mit Rollenspielelementen angereichert, statt düsterer Farben setzten die Designer auf einen Comic-Look in Cell-Shading-Optik, was die postapokalyptische Welt Pandora wie gemalt aussehen lässt. Und die Handlung unterscheidet sich dank Skurrilität und groteskem Humor deutlich von anderen Genrevertretern. In der Fachpresse kam das Shooter-Rollenspiel gut an, und besonders der Koop-Modus wurde schnell mehr als ein Geheimtipp. Entsprechend heiß wurde der Nachfolger erwartet.

Auch „Borderlands 2“ wirkt, abgesehen von der bunten Optik, auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Shooter. Doch wenn die Waffe abgefeuert wird, merkt man, dass das nicht der Fall ist: Bei jedem Schuss werden die Schadenswerte bei den Gegnern angezeigt – denn das Spielprinzip basiert auf einem Rollenspielgerüst.

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Vier Klassen stehen am Anfang zur Auswahl. Der Commando ist ein Unterstützer, der einen kleinen Geschützturm im Gefecht aufstellt. Die Sirene lähmt ihre Gegner mit magischen Fähigkeiten. Der bullige Gunzerker kann zeitweise mit zwei Waffen gleichzeitig angreifen, und der Assassin zieht als Scharfschütze oder listiger Nahkämpfer in die Schlacht. Jede Klasse verfügt über drei Talentbäume, in denen die spezifischen Fähigkeiten bei jedem Levelaufstieg verbessert werden können.

Erfahrungspunkte gibt es wie in Rollenspielen für besiegte Gegner und erledigte Aufgaben. Da die Gegner zusätzlich zahlreiche Ausrüstungsgegenstände und Waffen hinterlassen, entwickelt sich ähnlich wie in Action-Rollenspielen wie „Diablo“ eine Motivationsspirale, wodurch sich „Borderlands 2“ sehr kurzweilig spielt: Nur noch kurz ein Level aufsteigen, diese Quest lösen, eine bessere Waffe finden – so können schnell Stunden vergehen.

Dabei ist besonders die Anzahl an verschiedenen Waffen ist beeindruckend. Da die Pistolen, Gewehre und Schrotflinten über mehrere Eigenschaften verfügen können, gibt es nahezu zahllose Kombinationsmöglichkeiten. So gibt es Waffen, die Säure verschießen, mächtige Explosionen hervorrufen, überaus Präzise sind oder besonders schnell nachladen – sehr nützlich, wenn Kämpfe gegen die zähen Endbosse anstehen. Zusätzlich stehen dem Spieler Fahrzeuge zur Verfügung, mit denen er das postapokalyptische Ödland schneller durchqueren kann.

Dazu kommt der skurrile Humor: Die Story um die Jagd nach dem Fiesling „Handsome Jack“ erinnert ebenso wie die Inszenierung der Charaktere und die Musikuntermalung an Filme von Quentin Tarantino. Abgedrehte Charaktere wie „Tiny Tina“ (die tödlichste 13-Jährige der Welt) bereichern die virtuelle Welt ebenso wie der kleine Roboter Claptrap, der das Geschehen mit irrwitzigen Zitaten kommentiert, etwa wenn er dem Spieler die Aufgabe gibt, eine absurde Anzahl an Gegenständen zu sammeln – ein Seitenhieb auf die generischen Quests in anderen Rollenspielen. Kenner des ersten Teils werden sich außerdem über ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren freuen.

„Borderlands 2“ unterhält damit Dutzende Stunden – und spielt seinen besonderen Reiz wie der Vorgänger im Coop-Modus aus. Mit Freunden durch die virtuelle Welt Pandora zu ziehen macht gleich noch etwas mehr Spaß als allein.

„Borderlands 2“ gibt es für Xbox 360, Playstation 3 und PC. Es ist ab 18 Jahren freigegeben und kostet etwa 50 Euro.

jhf