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Medien „Black Ops 2“ setzt die Erfolgsgeschichte fort
Mehr Welt Medien „Black Ops 2“ setzt die Erfolgsgeschichte fort
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10:43 01.12.2012
Explosionen, Waffen und amerikanische Elitesoldaten: "Call of Duty: Black Ops 2" hat mit der Erfolgsformel in einer Woche 500 Millionen Euro umgesetzt. Quelle: Activision Blizzard
Hannover

Für die „Call of Duty“-Reihe galten in den vergangenen Jahren mehrere inoffizielle Regeln: Die Spiele verkaufen sich wie geschnitten Brot, der Mehrspielermodus ist hervorragend, neue Serienableger bieten pausenlose Action in realistischen Kriegsszenarien, aber wagen kaum Experimente, die Kampagne ist zu kurz, die KI der Gegner ist dürftig, und die Titel polarisieren: Das Spektrum reicht dabei von glühenden Lobreden der Anhänger bis zu vernichtenden Verrissen der Kritiker. "Call of Duty: Black Ops 2" bricht mit einigen dieser Regeln.

Dessen ungeachtet ist auch „Black Ops 2“, der neueste Teil der „Call of Duty“-Reihe, ein kommerzieller Erfolg: Innerhalb einer Woche gingen mehr als 11 Millionen Spiele über den Ladentisch und haben dem Entwickler Activision Blizzard einen Umsatz von 500 Millionen Euro beschert.

Der Name „Call of Duty“ steht für diesen Erfolg, und „Black Ops 2“ spielt sich wie seine Vorgänger: Der Spieler schlüpft in die Rolle von Elitesoldaten und kämpft mit realistisch anmutenden Waffen gegen Terroristen. Sein Weg führt ihn dabei in verschiedene Gegenden der Welt, von Großstädten über Dschungel- bis hin zu Wüstenlandschaften, diesmal geht es unter anderem nach Nicaragua, Angola, Afghanistan, Pakistan und in die USA. Abwechslung bieten einige Szenen, in denen sich der Spieler ohne Waffengewalt schleichend fortbewegen muss, Fahrzeuge steuert oder Drohnen-ähnliche Roboter bedient. Die Actionszenen werden außerdem durch die Strike-Force-Missionen aufgelockert, in denen der Spieler die Kämpfer ähnlich wie in einem Strategiespiel befehlen muss.

Einige Dinge haben sich bei „Black Ops 2“ jedoch geändert. Die Kritik an den Vorgängern bezog sich meist auf den Singleplayer, der aus einer sehr kurzen, meist nur etwa sechs Stunden umfassenden Kampagne bestand. Die Fans der Reihe waren dabei von der Nonstop-Action begeistert, die dank der gescripteten Sequenzen und zahlreichen Explosionen oft mit Filmen des Regisseurs Michael Bay verglichen wird: Einstürzende Gebäude vom Hochhaus bis zum Eiffelturm, eine Seeschlacht auf dem Hudson River vor der brennenden Skyline Manhattans, spektakuläre Gefängnisausbrüche – in keinem Videospiel wird die Action so brachial inszeniert wie bei „Call of Duty“, die Handlung rückte dabei oft in den Hintergrund.

Bei „Black Ops 2“ ist das anders: David S. Goyer, Drehbuchautor der Batman-Filme „The Dark Knight“ und „The Dark Knight Rises“, hat die Geschichte um Alex Mason und dessen Sohn David geschrieben, die zur Zeit des Kalten Krieges und in der nahen Zukunft spielt – und dabei auch in die Perspektive des Antagonisten Raul Menendez wechselt, den Anführer einer Cyberterror-Organisation. Der Umfang hat sich im Verhältnis zu den Vorgängern mit etwa zehn Stunden fast verdoppelt, dazu trifft der Spieler im Lauf der Handlung Entscheidungen, die sich auf die Geschichte auswirken. Wer es zum Beispiel nicht schafft, den Flugzeugträger "U.S.S. Barack Obama" zu beschützen, muss in folgenden Missionen auf dessen Hilfe verzichten. Die Handlung mündet dadurch in sechs verschiedenen Endsequenzen.

Auch im Multiplayer gibt es Neuerungen. So können nun zusätzlich zu den bekannten Modi wie „Deathmatch“, „Capture the Flag“ und „Abschuss bestätigt“ bis zu drei Teams gleichzeitig gegeneinander antreten. Für erfolgreiche Aktionen gibt es dabei wie üblich Punkte, mit denen der Spieler wie bei Rollenspielen im Level aufsteigt und neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände freischaltet. Im neuen „Pick 10“-System lassen sich dann zehn Plätze mit spezifischer Ausrüstung oder Boni belegen. Ein neuer Liga-Modus ermöglicht Duelle zwischen gleichstarken Spielern, und wer seine besten Szenen im Internet präsentieren möchte, hat mit dem Streaming-Service „CoD-TV“ die Möglichkeit dazu.

Neben der Kampagne und dem Multiplayer gibt es zusätzlich noch den Zombie-Modus, in dem immer neue Wellen an Untoten in vorgegebenen Szenarien zurückgeschlagen werden müssen.

Dank all dieser Neuerungen sowohl im Single- als auch im Multiplayer und dem gewohnt hohen Niveau entwickelt sich die „Call of Duty“-Reihe in eine positive Richtung und beendet die Stagnation der vergangenen Jahre. „Black Ops 2“ ist damit einer der besten Serienteile.

„Call of Duty: Black Ops 2“ gibt es für Xbox 360, Playstation 3 und den PC. Es ist ab 18 Jahren freigegeben und kostet etwa 55 Euro.

jhf