Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien BKA sieht deutlich mehr Phishing-Fälle
Mehr Welt Medien BKA sieht deutlich mehr Phishing-Fälle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:16 01.01.2010
Die Internetkriminalität ist nach Einschätzung des Bundeskriminalamts in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Quelle: ap
Anzeige

Das sagte der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke. Der Wert des Vorjahres von 38.000 Delikten im gesamten Bereich der Internetkriminalität werde aller Voraussicht nach ebenfalls übertroffen.

Ziercke rief die Kreditwirtschaft auf, den elektronischen Zahlungsverkehr besser zu schützen: „In Deutschland existieren derzeit mindestens drei Trojaner-Familien, die speziell auf den deutschen Bankenverkehr ausgerichtet sind.“ Diese Spähprogramme seien in der Lage, auch moderne Sicherheitssysteme wie das sogenannte iTAN-Verfahren beim Online-Banking anzugreifen. Beim iTAN-Verfahren muss der Bankkunde aus einer Liste eine ganz bestimmte („indizierte“) Transaktionsnummer (iTAN) eingeben, bevor er etwa online Geld überweisen kann.

Anzeige

„Die Phisher-Generation von heute bedient sich bei der Verbreitung der Schadsoftware immer neuer Varianten“, warnte Ziercke. Die lange Zeit als Hauptgefahr eingestufte Verbreitung von Viren und Trojanern über E-Mails sei inzwischen „Schnee von gestern“. Rasant wachse dagegen die Gefahr des sogenannten Drive-by-Infection. Dabei lädt sich der Nutzer unbemerkt ein Schadprogramm auf seinen Rechner, während er eine an sich harmlose Website besucht, die zuvor von Hackern geknackt wurde: „Zwei Drittel aller Trojaner werden mittlerweile mittels Drive-By-Infection auf die PCs geschleust.“

Die technischen Sicherungsmaßnahmen der Banken und Sparkassen müssten weiterentwickelt werden, forderte der BKA-Präsident: „Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif“, sagte Ziercke: „Vor dem Hintergrund, dass es dabei um das Vertrauen in das Internet insgesamt geht, handelt es sich meines Erachtens um eine gute Investition in die Zukunft.“ Gleichzeitig müsse der Kunde die modernsten Sicherungsmaßnahmen aber auch nutzen. Wer sorglos handele, „sollte sich nicht wundern, wenn er zumindest anteilig den Schaden mittragen muss“.

apd