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14:50 26.04.2012
Foto: Aus EinsExtra wird ab dem 1. Mai Tagesschau24.
Aus EinsExtra wird ab dem 1. Mai Tagesschau24. Quelle: dpa
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Hamburg

 „Das inhaltliche Konzept wird nicht verändert“, betonte Lutz Marmor, Intendant beim federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR), am Donnerstag in Hamburg.

„Man kann aber schon zu Recht fragen, inwieweit die Namen der Profilierung dienen“, meinte Marmor, der 2013 den ARD-Vorsitz übernimmt. „Also wenn Sie EinsExtra, EinsPlus, Einsfestival einfach so hören, wüssten Sie wahrscheinlich nicht, was drin ist.“ Beim Namen Tagesschau24 wisse der Zuschauer nun, was er geboten bekomme. Die Tagesreichweite von derzeit 700 000 Zuschauern dürfte eher wachsen.

Der Sender hat Nachrichten in „Tagesschau“-Qualität werktags von 9 bis 20 Uhr jede Viertelstunde aktuell im Programm. „Es ist auch gedacht als ein Einschalt- und wieder Rausgehfernsehen“, meinte Marmor, denn: „Kein Mensch wird rund um die Uhr Tagesschau24 gucken.“

Auch Kai Gniffke, Erster Chefredakteur bei ARD-aktuell, betonte: „Um es mal überspitzt zu sagen: Wer bei uns länger als eine Viertelstunde zuguckt, ist doch entweder eingeschlafen oder wirklich ein absoluter Nachrichtengenießer.“ Tagesschau24 setze auf die Kurzzeitnutzung und sei nicht auf Quote aus.

Die Sendungen werden von derselben Redaktion zusammengestellt, die für die täglich rund 20 „Tagesschau“-Ausgaben im „Ersten“ arbeitet. ARD-aktuell sendet das digitale Programm seit einigen Monaten aus dem demselben Studio in Hamburg. Durch die Verzahnung bei Redaktion und Produktion werde Geld eingespart, hieß es. Das bisherige Online-Angebot Eins-Extra.de soll eingestellt werden.

Die „erheblichen Synergieeffekte“ seien jedoch nicht der Grund, betonte Marmor, sondern „angenehmer Nebeneffekt“. „Der Grund ist einfach eine klare Markenbezeichnung, eine klare Positionierung“, betonte der NDR-Intendant - gerade auch vor dem Hintergrund der Diskussion um die Digitalkanäle. Marmor: „Tagesschau24 ist nun wirklich Kern unseres Auftrags.“

In den vergangenen Monaten hatte es Kritik von privaten TV-Unternehmern und aus der Politik gegeben, die insgesamt sechs Digitalkanäle von ARD und ZDF seien zu viel. Die derzeit amtierende ARD-Vorsitzende Monika Piel kündigte am Mittwoch nach einer Intendantensitzung an, sie wolle sowohl mit dem ZDF als auch mit den für Medienpolitik zuständigen Ministerpräsidenten Kurt Beck (Rheinland-Pfalz/SPD) und Stanislaw Tillich (Sachsen/CDU) über eine Reduzierung der Sender sprechen.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.