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Medien „Good Omens“ – Apokalypse, nein danke! Amazon-Serie macht den Weltuntergang witzig
Mehr Welt Medien „Good Omens“ – Apokalypse, nein danke! Amazon-Serie macht den Weltuntergang witzig
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14:08 04.06.2019
Himmel und Hölle müssen britisch sein: Engel (Michael Sheen, links) und Dämon (David Tennant) beim Eisessen in London. Quelle: Foto: Chris Raphael/Amazon Prime
London

Die schlechte Nachricht: Die Welt geht in ein paar Tagen unter. Die noch schlechtere Nachricht: Himmel und Hölle sind begeistert von der Idee, schließlich wollen sich alle bei der finalen Schlacht des Weltuntergangs die Köpfe einhauen. In der Amazon-Serie „Good Omens“ lässt Neil Gaiman, der die Romanvorlage 1990 mit dem verstorbenen Autor Terry Pratchett geschrieben hat, einen Engel und einen Dämon gemeinsame Sache machen, damit die geliebte Erde eben nicht vergeht.

Good Omens – Zwei sind gegen die Apokalypse

Das ungleiche Paar von Dämon und Engel ist der Antrieb für die Geschichte. Klar, Armageddon drängt, aber die respektvolle platonische Liebe zwischen den beiden auf der Erde weilenden mythischen Wesen, die sich in 6000 Jahren, so alt ist die Erde ja laut Bibel, entwickelt hat, nimmt den größten Raum ein.

Der Zuschauer folgt ihnen durch die Jahrtausende, durch die knallbunte, auf Slapstick konzentrierte, biblische Geschichte. Aziraphale (Michael Sheen, „Midnight in Paris“) ist ein liebenswürdiger, naiver Engel, der eigentlich am liebsten in seinem Bücherantiquariat sitzt oder in Edelrestaurants.

Der Engel ist gegen den Weltuntergang, weil er dann in den Himmel muss, wo es kein Sushi geben soll, weil die guten Musiker alle in der Hölle sind und Gott – im Übrigen weiblich – Gerüchten zufolge ein Riesenfan des ihm verhassten Musicals „The Sound of Music“ ist. Der Dämon Crowley (David Tennant, „Broadchurch“ und „Jessica Jones“) kam als die Schlange auf die Erde, die Eva überredete, in die verbotene Frucht im Garten zu beißen. Und er ist gegen die Apokalypse, weil – so ganz klar ist das eigentlich nicht.

Good Omens – Im Himmel wohnen fantasielose Engel

Von der ersten Folge an wird er als Sympathieträger etabliert, er durchschaut die falsche Selbstgerechtigkeit von Gott ebenso wie die dümmliche Beflissenheit der anderen Dämonen. Irgendwie mag er die Menschen, vielleicht weil sie ihm Arbeit abnehmen. Denn er muss sie gar nicht zum Bösen verführen. Das machen sie schon von ganz allein.

Grundsätzlich kommt die Hölle in der Serie immer etwas besser davon als der Himmel. Auch, weil der Himmel von fantasielosen Engeln bevölkert ist, die nach Protokoll arbeiten und ständig selig lächeln – allen voran der schmierig-dümmliche Erzengel Gabriel („Mad Men“-Star Jon Hamm).

Im Ton folgt „Good Omens“ den Filmen und Büchern „Per Anhalter durch die Galaxis“ – philosophische Fragen werden mit der Banalität des Alltags beantwortet, Pathos insbesondere religiöser Art keine Sekunde lang ohne Bruch stehen gelassen. Die Buchvorlage umfasst 512 Seiten – und Neil Gaiman hat versucht, diese für sechs Episoden passend zu machen.

Good Omens – Neil Gaiman bleibt nahe an der Vorlage

Trotzdem bleibt Gaiman sehr nah, auch in der Umsetzung als Showrunner, am Original, was ihm ein Herzensprojekt war. Denn der demenzkranke Terry Pratchett hatte ihn laut Gaiman in einem Brief kurz vor seinem Tod darum gebeten. „Es war danach viel schwieriger, das Drehbuch zu schreiben und es lustig zu finden. Es war nicht leicht, den Witz zu finden, weil mein Witz gerade gestorben war“, erzählt Gaiman auf einer Presseveranstaltung zu „Good Omens“.

So hat Gaiman die vielen Handlungsstränge – Aziraphale und Crowley, Himmel und Hölle, die Reiter der Apokalypse und ein paar Prophezeiungen – neu strukturiert. Doch mäandert „Good Omens“ durch die Nebenhandlungen und liebevoll eingestreuten Details, die einem Zuschauer unnötig ausschweifend vorkommen – denn es gibt ja drängendere Probleme: die Apokalypse und den elfjährigen Antichristen, der durch das falsche Umfeld doch recht harmlos geworden ist.

Good Omens – Engel und Dämon fürchten die Langeweile

Der Weltuntergang erweist sich schließlich als bürokratischer Albtraum – und ist eindeutig britisch geprägt. Denn die Hölle soll in einem Dorf in Südostengland losbrechen, Idylle und das Immergleiche waren schon immer etwas suspekt. Letztendlich scheint es die Langeweile zu sein, die unvermeidlich mit der Ewigkeit Einzug erhält, vor der sich Aziraphale und Crowley am meisten fürchten.

Von Geraldine Oetken

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