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Medien Anke Engelke moderiert den ESC-Vorentscheid in Hannover
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22:26 15.01.2013
Von Imre Grimm
Nun steht es fest: Anke Engelke moderiert den ESC-Vorentscheid in der TUI Arena. Quelle: dpa
Hannover

Hartnäckig hat sich ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber um sie bemüht – nun zahlt sich sein Beharren aus: NDR-Wunschkandidatin Anke Engelke wird den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) am 14. Februar in der TUI Arena in Hannover moderieren. Damit kommt es in knapp vier Wochen bei der Sendung „Unser Song für Malmö“ zu einer originellen Konstellation: Der größte Star des Abends ist keiner der zwölf Anwärter auf das deutsche ESC-Ticket, sondern die Moderatorin.

Engelke also. Es ist ein personalpolitischer Volltreffer. Die 47-jährige Entertainerin ist ESC-gestählt und bekennender Fan der jährlichen Musiksause. Als deutsche Gastgeberin führte sie – neben Stefan Raab und „Tagesschau“-Moderatorin Judith Rakers – bereits durch die ESC-Finalshows 2011 in Düsseldorf und überzeugte Fans und Kritiker dabei mit Herz und Witz. Leichtfüßig gelang ihr der Spagat zwischen paneuropäischem Pathos und Ironie. Das muss man erst mal schaffen: die Traditionalisten nicht zu verschrecken und einen Humor zu transportieren, den man von der Algarve bis zum Kaspischen Meer versteht.

Im vergangenen Jahr vermeldete Engelke dann das deutsche Votingergebnis von der Reeperbahn nach Aserbaidschan und nutzte die Gelegenheit für einen freundlichen Appell vor 100 Millionen Fernsehzuschauern an das autoritäre Regime in Baku: „Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, abstimmen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf deiner Reise, Aserbaidschan! Europa beobachtet dich.“

„Ich freu’ mich, und das ganze Team freut sich auf die Arbeit und die Show mit Anke Engelke“, sagte Schreiber am Dienstag. „Als Gastgeberin ist sie eine Idealbesetzung, denn sie wird sicherlich mit Klugheit, Wissen und Humor durch die Show führen.“

In der zweistündigen Sendung „Unser Song für Malmö“, die ab 20.15 Uhr live in der ARD übertragen wird, wird der deutsche Teilnehmer für den ESC am 18. Mai in Schweden gesucht. Es treten vor allem „Perspektivkünstler“ an: Ben Ivory, Betty Dittrich, Blitzkids mvt., Cascada, Finn Martin, LaBrassBanda, Mia Diekow, Mobilée, Nica & Joe, Die Priester feat. Mojca Erdmann, Saint Lu und die Söhne Mannheims. Die Entscheidung fällen je zu einem Drittel die TV-Zuschauer, die ARD-Radiohörer und eine Studiojury. Die Sendung ist eine Produktion des NDR in Kooperation mit Brainpool. Wer in der Jury sitzt, will der NDR zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Auch ESC-Siegerin Lena Meyer-Landrut wird in der Show in ihrer Geburtsstadt auftreten – aber außer Konkurrenz und auch nicht als Ko-Moderatorin.

Mit Blick auf die Quoten könnte das Engagement von Engelke und Lena für eine Belebung sorgen. Der deutsche Vorentscheid erlebt seit Jahren eine Quoten-Achterbahn: In den frühen Neunzigern lag der komplette deutsche Grand-Prix-Zirkus darnieder, dann sorgten Guildo Horn (1998) und Stefan Raab (2000 etc.) für ein bisschen Feuer. 2008 sahen nur 3,47 Millionen Menschen den Sieg der No Angels mit „Disappear“, die dann im Finale sang- und klanglos untergingen. 2009 verzichtete die ARD lieber ganz auf einen Vorentscheid. 2010 verfolgten 4,5 Millionen Menschen in „Unser Song für Oslo“ den Sieg von Lena. Ein Jahr später, als Lena in „Unser Song für Deutschland“ allein mit zwölf Titeln ins Rennen ging, schalteten nur 3,25 Millionen Menschen ein. Und die Kür von Roman Lob in „Unser Star für Baku“ sahen 2012 dann sogar nur noch 2,19 Millionen Menschen – der niedrigste Wert bisher.

In Malmö treten in diesem Jahr 39 Länder an, eine Handvoll weniger als zuletzt. Die Türkei, Bosnien und Herzegowina, Portugal, Polen und die Slowakei haben ihre Teilnahme abgesagt – aus Angst vor den Kosten im Falle eines Sieges. ESC-Gastgeberländer zahlen einen zweistelligen Millionenbetrag für die Show. Kein Problem für einen reichen Ölstaat wie Aserbaidschan, aber eine große Last für arme Länder. Umso bemerkenswerter, dass Zypern und Griechenland trotzdem weiter mitmischen.

Karten für die Show (19,90 bis 36,90 Euro) sind in den HAZ-Geschäftsstellen in Hannover (Lange Laube 10), in Wunstorf, Neustadt und Barsinghausen erhältlich, außerdem in allen Laporte-Kartenshops in Hannover oder hier.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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