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16:21 25.11.2012
Trotz der Insolvenz der „Frankfurter Rundschau" und der „Financial Times Deutschland" hebt Angela Merkel die Bedeutung der Zeitungen in Deutschland hervor. Quelle: dpa
Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach den jüngsten Negativ-Schlagzeilen zur Zeitungsbranche die Bedeutung des gedruckten Wortes unterstrichen. „Ich halte die Printmedien für sehr wichtig. Lesen können ist noch einmal etwas anderes, als im Internet zu sein", sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Die Bundesregierung unterstütze Projekte, die junge Menschen an das Zeitungslesen heranführen sollen.

Nachdem die „Frankfurter Rundschau" Insolvenz anmelden musste, war am Freitag die Einstellung der „Financial Times Deutschland" zum 7. Dezember verkündet worden. Die „Abendzeitung Nürnberg" war bereits Ende September zum letzten Mal erschienen.
Am Freitagabend feierte die Hauptstadtpresse in Berlin den Bundespresseball. Bundespräsident Joachim Gauck sagte dort zum drohenden Ende der "Frankfurter Rundschau" und dem beschlossenen Aus der „Financial Times Deutschland": „Wir werden immer Zeitungen haben, wir wissen nur nicht wie viele." Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sah andere Medien auf dem Vormarsch. "Es gibt keine Wirtschaftsbranche, die immer das gleiche Geschäftsmodell verfolgt hat", sagte der CSU-Politiker.

SPD-Geschäftsführer Thomas Oppermann sagte: „Das ist ein bitterer Wermutstropfen für diesen Ball." Seine pessimistische Prophezeiung: „Langfristig werden gedruckte Zeitungen in 20 oder 30 Jahren Nischenprodukte sein." Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zeigte sich betroffen: "Es ist wirklich ein Schatten heute dabei."

Die Kanzlerin betonte in ihrer Videobotschaft, die Regierung werde weiter Projekte zum Zeitunglesen fördern, „und auch alle, in deren Möglichkeit das steht, ermuntern, die Lesefähigkeit und die Akzeptanz von Printmedien auch in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln". Sie wünsche sich, dass „die uns allen bekannte Zeitung, die Printmedien, die Zeitschriften, eine gute Zukunft haben". Zugleich betonte sie die Möglichkeiten und die Vielfalt des Internets mit interessanten Blogs.

Merkel würdigte die Rolle der Medien im demokratischen Meinungsbildungsprozess. „Journalisten haben nicht die Aufgabe, mir immer zu gefallen oder nur dann zu kommen, wenn ich gerade auf sie warte, sondern das ist eine Kooperation, wo jeder seine eigenen Interessen hat, und deshalb muss man auch eine bestimmte Distanz haben", sagte sie. „Ohne Medien würden viele Menschen von dem, was wir tun, nichts erfahren. Und deshalb glaube ich, dass die Pressefreiheit ein sehr, sehr hohes Gut ist", sagte Merkel.

Die langjährige SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier sagte der Berliner Tageszeitung „taz"  in der Wochenendausgabe zum Thema „Frankfurter Rundschau": „Gäbe es eine Übernahme durch die Belegschaft, wäre ich sehr froh." Die „FR" sei nicht überschuldet, aber für die Eigentümer nicht mehr finanzierbar.

Zur Amtszeit Wettig-Danielmeiers hatte die SPD-Medienholding DDVG 90 Prozent der Anteile am „Druck- und Verlagshaus Frankfurt a. Main GmbH" im Jahr 2004 übernommen und die „FR" damit damals vor der Pleite bewahrt. 2006 stieg das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg MDS ein und übernahm mit 50 Prozent plus einer Stimme die Mehrheit.

Amazon-Chef Jeff Bezos sieht in Tablet-Computern eine Chance für die kriselnde Zeitungsbranche. Im Web zahlten die Menschen nicht für Nachrichten, das werde sich auch nicht mehr ändern, sagte Bezos der „Berliner Zeitung" am Samstag. „Wir haben aber festgestellt, dass die Leute durchaus bereit sind, für Zeitungs-Abos auf Tablets zu zahlen. Die Tablets werden unseren Alltag weiter durchdringen", sagte der Unternehmer. Das werde auch den Zeitungen Rückenwind geben.

dpa

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