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Medien Abtreibungsgesetze: Disney, Netflix und Warner überdenken Georgia als Standort
Mehr Welt Medien Abtreibungsgesetze: Disney, Netflix und Warner überdenken Georgia als Standort
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12:50 31.05.2019
Disney drehte etwa den Film „Avengers: Endgame" in Georgia. Quelle: Disney/Marvel Studios/AP
Atlanta

Drei der weltgrößten Filmproduktionsfirmen prüfen, künftig nicht mehr in Georgia arbeiten zu wollen – wegen des umstrittenen Gesetzes zur Abtreibung. Netflix, Disney und WarnerMedia denken laut CNN darüber nach. Auch „NBC Universal“ sagt, eine Verabschiedung würde sich stark darauf auswirken, wo künftig Content produziert werde.

Disney-Chef Bob Iger sagte am Mittwoch: „Für die Studios wird es sehr schwierig, in Georgia zu drehen, wenn das neue Gesetz verabschiedet wird.“ Viele Leute würden dort nicht mehr arbeiten wollen. „Wir müssen ihre Wünsche in dieser Hinsicht respektieren und im Moment beobachten wir das alles sehr genau.“

Netflix unterstützt Organisationen vor Gericht

Netflix-Content-Chef Ted Sarandos sagte: „In unseren Produktionen in Georgia arbeiten sehr viele Frauen, deren Rechte, zusammen mit denen von Millionen anderer, mit diesem Gesetz stark eingeschränkt werden, weshalb wir zusammen mit anderen Organisationen vor Gericht ziehen werden.“ Würde das Gesetz in Kraft treten, würde man den Standort hinterfragen.

WarnerMedia, das viele Produktionen in Georgia hat, unter anderem den Hauptsitz von CNN, schrieb in einem Statement: „Wir werden die Situation beobachten, und wenn das neue Gesetz tatsächlich in Kraft tritt, werden wir gut darüber nachdenken, ob Georgia noch als Ausgangspunkt für neue Produktionen dienen kann.“

Georgia wirbt mit Steueranreizen um Filmbranche

In den vergangenen Wochen hatten bereits mehrere kleinere Produktionsfirmen angekündigt, Georgia künftig zu meiden. Doch wenn dies auch die Big Player tun, dürfte das dem republikanisch regierten Staat wehtun. Mit einer speziellen Steuerpolitik hatte Georgia viele Filmschaffende angezogen. Nun warnen sie davor, eben jene Anreize aufzugeben, um so die Aufmerksamkeit auf die Problematik des Gesetzes zu ziehen.

Einen Boykott hatten bereits Christine Vachon von Killer Films, David Simon von Blown Deadline und Mark Duplass von Duplass Brothers Productions angekündigt. Auch eine von Reed Morano geplante Amazon-Serie wird nicht wie geplant in Georgia gecastet.

Vorwurf der Doppelmoral

In Georgia dürfen Föten ab dem ersten Herzschlag nicht mehr abgetrieben werden, auch wenn eine Schwangerschaft durch Vergewaltigung entstand. Noch ist allerdings unklar, ob das Oberste US-Gericht die Abkommen aus Georgia und andere Staaten wie Alabama, Ohio, Kentucky, Missouri, Louisiana und Mississippi kassieren.

NBCUniversal sagte dazu, dass man nicht davon ausgehe, dass es tatsächlich zu den Gesetzen komme. Aber: „Wenn eines dieser Gesetze verabschiedet wird, hat dies erhebliche Auswirkungen auf unsere Entscheidungen darüber, wo wir unsere Inhalte in Zukunft produzieren.“

Allerdings gibt es auch Kritik an der Reaktion der Filmindustrie, User in den sozialen Netzwerken werfen ihnen Doppelmoral vor. Immerhin drehen sie auch Filme in Ländern, in denen Abtreibung oder Homosexualität verboten sind oder andere Rechte stark eingeschränkt sind.

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Von RND/msk

Jessy Wellmer kann beides – Empathie und Sachlichkeit. Damit hat sie sich für „Sportschau Thema“ (Samstag, 1. Juni, 18.25 Uhr, ARD) qualifiziert, eine besondere Talkrunde über die ernsten Seiten des Profisports. Dabei verspricht sie einen „leichten Tonfall“.

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