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Medien Ab in den Dschungel: Neue Staffel der RTL-Show beginnt
Mehr Welt Medien Ab in den Dschungel: Neue Staffel der RTL-Show beginnt
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00:15 13.01.2013
Die Ex-Dschungel-Sieger Ross Anthony (rechts) und Peer Kusmagk blicken im Interview voraus auf die Show. Quelle: RTL
Berlin

Es ist wie ein Tag im Zoo. RTL sperrt mehr oder weniger Prominente in das Dschungelcamp und macht sie zu Ausstellungsstücken menschlichen Schicksals. Die Besucher dieses Zoos sind zahlreich, der Kölner Sender kann auf fünf höchst erfolgreiche Staffeln „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ zurückblicken. Am Freitag beginnt die sechste. Und jedes Jahr fragen sich die Zuschauer, warum sich Menschen darauf einlassen: zusammengepfercht in der Fernsehwildnis, die Würde - das wird erwartet - im Hotel zurückgelassen.

Ross Anthony (38) hat das Format vor fünf Jahren als Sieger verlassen. „Mir war das wirklich egal, was Leute denken. Ich habe als Engländer davor auch die englischen Folgen gesehen“, sagt er im Interview. Er findet es spannend – als Teilnehmer wie Zuschauer – die Gruppendynamik zu beobachten.

Die vergangene Staffel war Anthony „fast ein bisschen zu friedlich.“ Vor zwei Jahren sei die Fehde zwischen Jay Kahn und Sarah Knappik unterhaltsamer gewesen. „Sarah hat uns den Stoff gegeben, den wir alle gebraucht haben vor dem Fernseher.“ Anthonys Nachfolger, Peer Kusmagk (37), der 2011 gewann, sieht das ähnlich: „Das war etwas enttäuschend.“ In diesem Jahr aber sieht er „großes Konfliktpotenzial“.

Es ist für die Zuschauer schnell ersichtlich, dass RTL durchaus mit Hintergedanken besetzt. Auf der Internetseite wird schon jetzt die Frage diskutiert, wer die Camp-Zicke wird.

Schauspieler Helmut Berger ist in diesem Jahr der Pflegefall, schon betrunken bei der Abreise am Flughafen Frankfurt. Ist es vertretbar für RTL, jemanden mit so offensichtlichen Problemen an einer solchen Sendung teilnehmen zu lassen? „Bei Helmut Berger frage ich mich, ob diese Aussetzer nicht teilweise inszeniert sind“, sagt Kusmagk. „Ich glaube persönlich, dass viele der Pöbeleien bei hohem Bewusstsein stattfinden. Einfach, weil der Mann so irre viel erlebt hat und sich sonst langweilt.“

Karstadt-Erpresser Dagobert ist auch dabei

Anthony glaubt, „dass manche Menschen so viel mitgemacht haben, die können Realität und Rolle gar nicht mehr trennen.“ Die Notwendigkeit solcher Charaktere ist für den Sänger aus Sendersicht nachvollziehbar: „Sie peppen das auf.“

Problematisch sieht er das Engagement von Arno Funke, der in den neunziger Jahren den Karstadt-Konzern erpresst hat und als „Dagobert“ bekannt wurde. „Ich finde einfach, solche Menschen gehören nicht ins Unterhaltungsfernsehen.“ Funke habe „schreckliche, böse Dinge“ getan. „Jeder Mensch verdient eine zweite Chance, aber so jemand muss nicht glorifiziert werden.“

Für Kusmagk, der mit 35 Jahren ins Camp ging, ist es schwieriger zu sehen, wenn sehr junge Kandidaten wie Joey Heindle teilnehmen. Der 19-Jährige hatte bei „Deutschland sucht den Superstar“ mitgemacht. „Ich würde keinem Menschen auf diesem Planeten wünschen, dass nach der Pubertät das Dschungelcamp die nächste große Prüfung ist. Wirklich keinem.“ Das sei nicht gut „für eine junge Seele“, die psychische Belastung einfach zu hoch. „Er gerät da in eine Medienmaschinerie, mit der er sicher noch gar nicht umgehen kann.“ RTL dürften solche Gedanken egal sein, im vergangenen Jahr flog die damals ebenfalls 19 Jahre alte Kim Gloss nach Australien.

"Es ist hart"

Dass das Dschungelcamp eine große Belastung darstellt, wissen beide Dschungelkönige. Während seiner Teilnahme zog sich Kusmagk zuerst sehr zurück, weinte viel, litt offensichtlich unter der Situation. Auch Anthony räumt Probleme ein, „ich hatte solche Angst, jeden Tag mit dem Psychologen gesprochen. Es ist hart. Man verliert die Verbindung zur Außenwelt“. Mitleid fällt den meisten Zuschauern aber schwer – die Teilnehmer kennen das Format, entscheiden sich für eine unterschiedlich hohe Gage für das Format.

Kusmagk und Anthony würden dabei nicht wieder ins Camp wollen, außer unter besonderen Umständen wie einer Sendung mit allen Dschungelkönigen, oder „wenn jemand mir eine Million Euro bieten würde für einen guten Zweck, dann würde ich es machen, dann kämpfe ich eben - nur für mich aber nicht“, so Anthony. „Obwohl ich immer noch sehr dankbar bin.“ Es sei der Wahnsinn, was seit der Krönung geschehen ist. „Auch dieses Jahr ist schon wieder voll geplant mit tollen Dingen.“ Dass das bei weitem nicht allen Kandidaten so geht, ist bekannt.

Von Sebastian Scherer

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