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Medien 15 Cent für den „Tatort“
Mehr Welt Medien 15 Cent für den „Tatort“
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00:15 27.10.2013
Von Klaus von der Brelie
Die ARD informiert über die verwendeten Gebühren. Quelle: dpa
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Berlin

Insgesamt 7,492 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr kassiert, jeden Monat von jedem Haushalt 17,98 Euro. Die ARD hat davon alles in allem 5,486 Milliarden erhalten, das ZDF 1,813 Milliarden. Der Rest von 192 Millionen Euro ging ans Deutschlandradio.

Die ARD rechnet detailliert vor, was viele Zuschauer schon ahnten: Talkshows sind wesentlich billiger zu produzieren als Krimis. Ganze zehn Cent von der monatlichen Gebühr werden für die Gesprächsrunden aufgewendet, während für den „Tatort“ und den „Polizeiruf 110“ von den 17,98 Euro immerhin 15 Cent ausgegeben werden. Pro Jahr investiert die ARD 62,25 Millionen Euro für ihre Sonntagabend-Krimis. Jeder einzelne der bis zu 39 „Tatorte“, die pro Jahr produziert werden, kostet im Durchschnitt 1,5 Millionen Euro.

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Für die aktuellen Nachrichtensendungen im Fernsehen, also „Tagesschau“, „Tagesthemen“ und „Brennpunkte“, stehen jährlich knapp 108 Millionen Euro zur Verfügung. Jeder Gebührenzahler ist hier mit 26 Cent pro Monat dabei. 105 Korrespondenten berichten aus aller Welt, 45 fürs Fernsehen und 60 fürs Radio. Die Gesamtkosten gibt die ARD hier mit 67 Millionen Euro an, umgerechnet sind das etwa 16 Cent im Monat.

Aus Kostengründen, aber auch weil die private Konkurrenz gelegentlich tiefer in die Tasche greift, hat die ARD die Live-Berichterstattung von großen Sportereignissen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgefahren: von 553 Stunden im Jahr 2002 auf 444 Stunden im vergangenen Jahr. Rund ein Fünftel dieser Zeit entfiel auf den Fußball. Der Anteil der Sportberichterstattung am Gesamtprogramm des Ersten liegt derzeit bei acht Prozent. Knapp 20 Prozent der Zeit, die ein Zuschauer dem Angebot der ARD widmet, entfallen auf Sportsendungen. Deshalb glauben die Verantwortlichen in den Sendern, dass sie den Wünschen der Zuschauer entsprechen, wenn sie jährlich 361 Millionen für den Sport ausgeben, 72 Cent pro Monat trägt jeder Gebührenzahler zum Sport im Ersten bei, weitere 15 Cent zum Sport in den dritten Programmen.

Da das Gebührenaufkommen in jüngster Zeit rückläufig ist und die Kosten in den neun Anstalten der ARD weiter steigen, haben sich die Sender ausnahmslos einen Sparkurs verordnet. Er betrifft auch das Personal. Aktuell sind knapp 22 200 Mitarbeiter festangestellt.

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